{"id":20890,"date":"2008-01-17T05:14:03","date_gmt":"2008-01-17T05:14:03","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/01\/drei-krimis\/"},"modified":"2022-06-06T17:13:35","modified_gmt":"2022-06-06T15:13:35","slug":"drei-krimis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/01\/drei-krimis\/","title":{"rendered":"Drei Krimis"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2008\/cover\/3krimis.jpg\" alt=\"3krimis.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Drei Krimis, die den Tod und die Toten schon im Titel tragen, eine kleine Nachlese 2007, nichts Besonderes, auch nicht wirklich misslungen. Krimis, die man wegliest und die so verg\u00e4nglich sind wie das Leben selbst&#8230;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Saarl\u00e4nder Walter Wolter geh\u00f6rt zu den eher Stillen im Lande. Sein Protagonist Bruno Schmidt, ehedem Boxer, jetzt Privatdetektiv, ermittelt seit geraumer Zeit \u2013 und das nicht einmal schlecht. \u201eEin Lied vom Tod\u201c ist sein f\u00fcnfter Fall, diesmal macht er Personenschutz f\u00fcr eine Industriellentochter, die ihm aber nicht erz\u00e4hlen will, wovor sie gesch\u00fctzt werden m\u00f6chte. Derweil ein Profikiller seinem Handwerk nachgeht. Den ausgesuchten Opfern wird vor der Tat noch bedeutungsschwanger die bekannte Italo-Western-Melodie mit der Mundharmonika vorgespielt. Ja, und irgendwann soll es Schmidts Sch\u00fctzling an den Kragen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, wirklich nicht schlecht. Wolter kann eine Geschichte aufbauen und durchaus lakonisch-witzig erz\u00e4hlen. Woran es bei vorliegendem Buch indes hapert, wird zum Schluss erschreckend deutlich. Das Wer-und-Warum des Ganzen ist zu aufgesetzt und auch zu durchsichtig. Als Leser ahnt man rasch, worauf es hinausl\u00e4uft \u2013 und hofft, es m\u00f6ge nicht so kommen. Kommt aber so. Sehr schade. Denn, noch einmal: Wolter kann erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas, das man auch von John Sandford behaupten kann. Dessen \u201eTotenklage\u201c scheitert in seiner Konsequenz verbl\u00fcffend \u00e4hnlich wie Wolters Text. Ein republikanischer Exsenator verschwindet, seine Frau macht den Konkurrenten ihres Mannes und seine \u201eOrdnungstruppe\u201c daf\u00fcr verantwortlich. Das Wei\u00dfe Haus wird unruhig und beauftragt Jake Winter, sich des Falles anzunehmen. Winter verliebt sich nat\u00fcrlich prompt in die bet\u00f6rende Frau des Verschwundenen und kommt, auch das verwundert nicht, einem politischen Komplott auf die Spur.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, hm. Ganz nett erz\u00e4hlt. Aber erstens braucht auch dieser Fall eine Menge Haare, um ihn herbeizuziehen und zweitens kommt alles so, wie man es erwartet. Politik ist ein schmutziges Gesch\u00e4ft, sogar die Guten sind berechnend. Als \u201eatemberaubenden Polittriller\u201c, wie allerorten beworben, mag man \u201eTotenklage\u201c also eher nicht einsch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAtemberaubend\u201c ist eine Beschreibung, die selbst der skrupelloseste Werbefuzzi bei Stephan Booths \u201eTodesst\u00e4tte\u201c vermeiden w\u00fcrde. \u201eGruselig\u201c k\u00e4me ihm wohl eher in den Sinn, denn es geht um einen \u201ePsychopathen\u201c, der einen Mord ank\u00fcndigt, eine Leiche entf\u00fchrt und recht nekrophile Anrufe t\u00e4tigt. Die Spur f\u00fchrt ins Bestattermilieu \u2013 und quer durch Derbyshire. Nach \u00fcber 500 Seiten kann man ohne M\u00fchen seine Pr\u00fcfung als Fremdenf\u00fchrer ablegen, so ausf\u00fchrlich beschreibt Booth Landschaft und Sehensw\u00fcrdigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausf\u00fchrlich? Oder langatmig? Oder pr\u00e4zise? Trifft alles zu, denn die Lekt\u00fcre von \u201eTodesst\u00e4tte\u201c ist ein Wechselbad der Gef\u00fchle. Auch hier ist es dann der Schluss, der den Kritiker aller Sorgen enthebt, denn dieser Schluss ist von der bekannten Art. Wers war, ist v\u00f6llig wurscht, einer muss es halt gewesen sein, \u201ePsychotriller\u201c eben, da wird allerhand zusammenanalysiert und auf den letzten Seiten werden Motive und Schlussfolgerungen auf dem Genretablett serviert. Fazit: H\u00e4tte was werden k\u00f6nnen, wurde aber belanglos.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Walter Wolter: Ein Lied vom Tod. <br \/>Gollenstein 2007. 236 Seiten. 14,90 \u20ac<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">John Sandford: Totenklage. \nGoldmann 2007 (Original: Dead Watch (2006), deutsch von Ellen Schlootz). \n460 Seiten. 8,95 \u20ac<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Stephen Booth: Todesst\u00e4tte. <br \/>Goldmann 2007 (Original: The Dead Place (2005) , deutsch von Thomas Bauer). <br \/>540 Seiten. 9,95 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Krimis, die den Tod und die Toten schon im Titel tragen, eine kleine Nachlese 2007, nichts Besonderes, auch nicht wirklich misslungen. 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