{"id":21023,"date":"2008-04-24T11:48:23","date_gmt":"2008-04-24T11:48:23","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/04\/einer-ist-schon-genug-zwei-sind-definitiv-zuviel\/"},"modified":"2022-06-05T02:08:10","modified_gmt":"2022-06-05T00:08:10","slug":"einer-ist-schon-genug-zwei-sind-definitiv-zuviel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/04\/einer-ist-schon-genug-zwei-sind-definitiv-zuviel\/","title":{"rendered":"Einer ist schon genug, zwei sind definitiv zuviel"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\"><em>Ich wei\u00df, das darf man nicht: Die Kritik an einem Buch kritisieren, an dem man selber beteiligt war. Andererseits bin ich aber auch Kritiker und nehme mir das Recht heraus, auf gewisse Mindeststandards beim Rezensieren zu pochen. Genaues Lesen, zum Beispiel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Lieber \u2192<a href=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/972\/christiane-geldmacher-hells-bells.html\">Ludger<\/a>, lieber \u2192<a href=\"http:\/\/kriminalakte.wordpress.com\/2008\/04\/24\/nix-mit-suspense\/\">Axel<\/a>. Wenn ihr euch bei der Besprechung der von Christiane Geldmacher herausgegebenen Anthologie &#8222;Hell&#8217;s Bells&#8220; schon auf das Vorwort und \/ oder gar den Klappentext kapriziert, dann lest doch bitte beides GENAU und, falls zeitlich m\u00f6glich, ZUR G\u00c4NZE.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl im Vorwort der Herausgeberin als auch im Klappentext hei\u00dft der Satz, an dem ihre eure Rezensionen aufh\u00e4ngt: <em>&#8222;Kleinster gemeinsamer Nenner ist die Spannung, das, was Patricia Hightsmith Suspense nannte.&#8220;<\/em> Der Satz lautet NICHT: &#8222;Die AutorInnen dieses Bandes richten sich nach dem von Patricia Hightsmith definierten Suspense-Begriff&#8220;. Steht n\u00e4mlich gar nicht dort. W\u00e4re ja auch Unfug. Auch von Alfred Hitchcock und SEINEM Spannungs-\/Suspence-Begriff steht dort nichts. W\u00e4re noch gr\u00f6\u00dferer Unfug. Der Satz bedeutet schlicht: Die hier versammelten Geschichten wollen spannend sein und diese Spannung ist einmal von einer bekannten Autorin Suspense genannt worden. Das ist schon alles.<\/p>\n\n\n\n<p>Es d\u00fcrfte euch nicht entgangen sein, dass die Entwicklung der Kriminalliteratur entscheidend abh\u00e4ngt von der Entwicklung und Differenzierung des Spannungs-\/Suspensebegriffs, der eben NICHT von wem auch immer vor vielen Jahren endg\u00fcltig definiert worden ist. Sonst k\u00f6nnte man etwa den kompletten Simenon als &#8222;unspannend&#8220; in die Tonne kicken oder einige Ans\u00e4tze aus der brasilianischen, der algerischen, der kubanischen Kriminalliteratur, die einem v\u00f6llig anderen Spannungsbegriff verpflichtet sind. \u00dcber diese Differenzierung schreibt Frau Geldmacher, bezogen auf den Kurzkrimi, in ihrem mit zweieinhalb Seiten ellenlangen, f\u00fcr Rezensenten nat\u00fcrlich viel zu ausf\u00fchrlichen Vorwort durchaus einiges Grunds\u00e4tzliches und Gescheites. Man muss es nur lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ihr das gelesen habt, k\u00f6nntet ihr nun, wenn ihr wollt, alle Beitr\u00e4ge des B\u00e4ndchens auseinandernehmen und gnadenlos verrei\u00dfen. Damit hat man zu rechnen, damit hat man zu leben, damit sollte man kein Problem haben, wenn man schreibt. Ein Problem habe ICH aber damit, dass Unzul\u00e4nglichkeiten der kritischen Instanz an die Herausgeberin weiterreicht werden. Den Schwarzen Peter behaltet sch\u00f6n selber.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts f\u00fcr ungut<br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df, das darf man nicht: Die Kritik an einem Buch kritisieren, an dem man selber beteiligt war. Andererseits bin ich aber auch Kritiker und nehme mir das Recht heraus, auf gewisse Mindeststandards beim Rezensieren zu pochen. 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