{"id":21042,"date":"2008-05-09T10:16:59","date_gmt":"2008-05-09T10:16:59","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/05\/wenn-erhaengte-lesen\/"},"modified":"2022-06-06T20:41:38","modified_gmt":"2022-06-06T18:41:38","slug":"wenn-erhaengte-lesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/05\/wenn-erhaengte-lesen\/","title":{"rendered":"Wenn Erh\u00e4ngte lesen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2008\/cover\/alli_urlaub.jpg\" alt=\"alli_urlaub.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein erster Blick auf die Krimimeldungen des Tages. Viel Zynismus und am Ende eine geradezu konsternierte Konsterniertheit sowie ein medizinisches Wunder: Eine Frau erh\u00e4ngt sich auf Usedom und liest sp\u00e4ter in Darmstadt. Well, that&#8217;s crime fiction as it should be.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><em>\u201eDer junge israelische Schriftsteller Assaf Gavron schafft das scheinbar Unm\u00f6gliche: einen vergn\u00fcglichen, unterhaltsamen Roman \u00fcber Terror und deren Opfer zu schreiben.\u201c <\/em>\u2013 das jedenfalls meint das\u2192<a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/News\/Journal\/Kultur-Lifestyle\/_pv\/_p\/204491\/_t\/ft\/_b\/1427670\/default.aspx\/ein-schoenes-attentat.html\"> \u201eHandelsblatt\u201c<\/a> \u00fcber Assaf Gavrons \u201eEin sch\u00f6nes Attentat\u201c (Luchterhand). Mit dem Vergn\u00fcglichen ist es nat\u00fcrlich so eine Sache. Die Kriminalliteratur lebt immerhin davon, Angst und Schrecken zum Zwecke kurzweiligen Am\u00fcsements einzusetzen. Und Gavron vertraut, wenn wir dem Rezensenten Pierre Heumann vertrauen d\u00fcrfen, auf \u201eZynismus\u201c. Nu gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich mich recht entsinne, habe ich Giwi Margwelaschwili, den Deutsch-Georgier, in den Neunziger Jahren kurz und fl\u00fcchtig in einem Tonstudio des Saarl\u00e4ndischen Rundfunks getroffen. Oder wars in der Kantine? Sei\u2019s drum. Damals schrieb er noch keine Kriminalromane, jetzt hat er mit \u201eOfficer Pembry\u201c (Verbrecherverlag) einen vorgelegt und <em>\u201edarin spielt er immer wieder mit der Verkn\u00fcpfung von Realit\u00e4t und Lesewelt, l\u00e4sst den Leser in Handlungen eingreifen und zum Akteur zwischen den Buchseiten werden\u201c, <\/em>meint Stefan Mey vom \u2192<a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/kritik\/781738\/\">Deutschlandradio<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>John Niven war mal Manager einer Plattenfirma, kennt sich also im Popbusiness aus. Da ist es geradezu zwangsl\u00e4ufig, einen Kriminalroman zu schreiben, der \u201eKill your friends\u201c (Heyne) hei\u00dft und in eben diesem Popbusiness spielt. Nat\u00fcrlich auch hier: Zynismus. Der aber, findet Michael Pilz von \u2192<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/welt_print\/article1975457\/Geschmacklose_Schwachkpfe.html\">\u201eWelt Online\u201c<\/a>, so zielgerichtet ist, dass er <em>\u201edie Moral auf seiner Seite\u201c<\/em> hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wichtigste Meldung des Tages kommt aber, wie nicht anders zu erwarten, vom \u2192<a href=\"http:\/\/www.echo-online.de\/suedhessen\/static\/607320.htm\">\u201eDarmst\u00e4dter Echo\u201c<\/a>. Das Blatt berichtet von einer Lesung der bekannten Herausgeberin von Krimianthologien, Frau Christiane Geldmacher, die ihre Geschichte \u201eAch, du bist das\u201c aus \u201eHell\u2019s Bells\u201c vortrug. <em>\u201eDie Zuh\u00f6rer im Literaturhaus genossen die anspielungsreiche Kriminalgeschichte.\u201c <\/em>Das anschlie\u00dfende Gespr\u00e4ch mit Gastgeber Drawert indes offenbarte gar Grausliges: <em>\u201eAls die Autorin im Gespr\u00e4ch mit Drawert offenbarte, dass sie beim Schreiben an einen Punkt kommen w\u00fcrde, an dem sie jemanden umbringen wolle, reagierte das Auditorium konsterniert. Ebenso auf den zweiten, autobiografisch gepr\u00e4gten Prosatext \u201eWie weit das Meer\u201c, bei dem sich eine Autorin auf der Insel Usedom ein Ferienhaus mietet und sich dort erh\u00e4ngt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Wir fragen uns nun konsterniert, wie es Frau G. gelingen konnte, in Darmstadt zu lesen, nachdem sie sich auf Usedom erh\u00e4ngt hat (\u201eautobiografisch gepr\u00e4gt\u201c). Und noch konsternierter: Warum wird auch hier Herr Albertsen nicht erw\u00e4hnt? Warum nicht Fippy in einem Halbsatz vermerkt? Warum nicht der Autor von \u201eAll inclusive\u201c \u00fcber den gr\u00fcnen Klee gelobt? Merkw\u00fcrdige Veranstaltung, das&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich danke unserem Inlandskorrespondenten luju und mir selbst. Wer auch Dank empfangen m\u00f6chte, richte seine sachdienlichen Hinweise \u2192<a href=\"mailto:dpr@hinternet.de\">hierher<\/a>. Danke im Voraus.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein erster Blick auf die Krimimeldungen des Tages. Viel Zynismus und am Ende eine geradezu konsternierte Konsterniertheit sowie ein medizinisches Wunder: Eine Frau erh\u00e4ngt sich auf Usedom und liest sp\u00e4ter in Darmstadt. 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