{"id":21047,"date":"2008-05-13T07:19:19","date_gmt":"2008-05-13T07:19:19","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/05\/michael-dibdin-end-games\/"},"modified":"2022-06-15T00:41:46","modified_gmt":"2022-06-14T22:41:46","slug":"michael-dibdin-end-games","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/05\/michael-dibdin-end-games\/","title":{"rendered":"Michael Dibdin: End Games"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eEnd Games\u201c ist das letzte Buch des im letzten Jahr verstorbenen Michael Dibdin, es ist ein w\u00fcrdiger, trauriger Abschluss einer (einschliesslich dieses Abschlusses) engagierten Serie.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Viel packt Dibdin in dieses Buch, das in einer Vielzahl von Str\u00e4ngen eine Geschichte um Ehre und Rache und der Konfrontation der Welten im kalabrischen Hinterland erz\u00e4hlt. Aurelio Zen, den aufgekl\u00e4rten, aus Venedig stammenden Polizisten, hat es vertretungshalber in eine Welt verschlagen, die noch beinahe still zu stehen scheint. Die Menschen, sie haben Misstrauen gegen Fremde und gegen die Polizei, sie folgen eher inneren, verborgenen Regeln und so tut Zen sich schwer, Zugang zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer verlassenen Ortschaft in den Bergen wird die grausig zugerichtete Leiche eines Amerikaners gefunden. Wie sich bald herausstellt, war er als Bindeglied zwischen einer amerikanischen Firma und den lokalen Beh\u00f6rden t\u00e4tig gewesen und dann entf\u00fchrt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Firma \u201eterrorisiert\u201c die Einwohner seit Tagen mit ihrem Hubschrauber, mit dem sie vorgibt nach geeigneten Lokalit\u00e4ten f\u00fcr den Dreh eines Filmes eines italienischen Starregisseurs zu suchen &#8211; in Wahrheit jedoch sind sie auf der Suche nach einem sagenhaften Schatz.<\/p>\n\n\n\n<p>So lie\u00dfe es sich fortfahren, pausenlos treibt Dibdin die Geschichte voran und \u00fcberrascht st\u00e4ndig mit neuen Wendungen und Verknotungen der Handlungsstr\u00e4nge [wenn man sehr pedantisch w\u00e4re, w\u00fcrden man anmerken, dass zumindest ein Strang, der zuvor genutzt wurde, um Druck auf die Handelnden auszu\u00fcben, sp\u00e4ter stillschweigend unter den Tisch fiel].<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus hat Dibdin aber dennoch Zeit, zahlreiche Beobachtungen einzuflechten. Italien dort im S\u00fcden ist halt eine andere Welt und nicht nur dem norditalienischen Zen f\u00e4llt es schwer, diese Regeln zu verstehen, sondern auch den Bossen der US-amerikanischen Firma. Wieder einmal haben wir US-Amerikaner, die meinen im Eiltempo eine r\u00fcckst\u00e4ndige Gegend \u00fcberrollen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie \u00fcberhaupt die Darstellung dieser Typen allerfeinsten Humor offenbart. Da ist nicht nur deren Sprache, ein \u00fcberzeichnetes Amerikanisch oder die Betrachtungen aus einem Gourmettempel, sondern auch der zu Reichtum gekommene Nerd, der letztlich f\u00fcr die Geschichte verantwortlich zeichnet und in der Permaregression verharrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein wenig eigent\u00fcmlich, dass diese Geschichte, die so vollgestopft ist mit Finten, erst zum Schluss hin merkliche Spannung entwickelt. Zuvor f\u00fchrt das kurzweilige Buch gerne seine Protagonisten vor, die mit gro\u00dfen deutlichen Pinselstrichen gezeichnet, aber dennoch nicht plump wirken, nur eben (fast zu) m\u00fchelos zu verstehen sind. Prunkst\u00fcck des Buches ist f\u00fcr mich sein Humor, der die n\u00f6tige Suplesse besitzt, andere m\u00f6gen auch die Italianismen preisen und in der Tat sind da auch einige interessante Darstellungen, in der Summe sind diese mir aber zu vertraut und dem typischen Klischee verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Michael Dibdin: End Games. <br \/>Faber Faber 2007. 356 Seiten. 17,99 \u20ac <br \/>(deutsch: \u201eSterben auf Italienisch\u201c, Goldmann, 2007. 443 Seiten. 8,95 \u20ac)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEnd Games\u201c ist das letzte Buch des im letzten Jahr verstorbenen Michael Dibdin, es ist ein w\u00fcrdiger, trauriger Abschluss einer (einschliesslich dieses Abschlusses) engagierten Serie.<\/p>\n","protected":false},"author":42,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[397,474],"class_list":["post-21047","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives","tag-buchkritik","tag-krimi"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Bernd Kochanowski","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/bernd-kochanowski\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21047","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21047"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21047\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21047"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21047"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}