{"id":21101,"date":"2008-06-09T08:40:17","date_gmt":"2008-06-09T08:40:17","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/06\/deutschland-polen-die-krimirezension\/"},"modified":"2022-06-17T18:35:50","modified_gmt":"2022-06-17T16:35:50","slug":"deutschland-polen-die-krimirezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/06\/deutschland-polen-die-krimirezension\/","title":{"rendered":"Deutschland &#8211; Polen. Die Krimirezension"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein ganz normaler Tag in Klagenfurt \/ \u00d6sterreich. Gleich wird die deutsche Nationalmannschaft aufs Gr\u00fcn schreiten und den Polen das einschenken, was sie ihnen seit ca. 100 Jahren einschenkt: viele, viele Tore. Aber so wie jeder gute Krimi mit einem Mord beginnt, so beginnt das Spiel mit einem verbl\u00fcffenden Suspense: Die Polen schie\u00dfen aufs deutsche Tor! \u2013 Dr\u00fcber. Noch einmal gut gegangen. Doch das B\u00f6se, das wissen wir, ist DA. Wann wird es zuschlagen?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es gelingt dem Autor dieses Spiels, unsere Unruhe vorerst zu bes\u00e4nftigen. Riesenchance f\u00fcr Deutschland, Gomez rutscht um Millimeter am Ball vorbei, der wiederum Millimeter am polnischen Tor. Dann, 20. Minute: Klose leicht im Abseits (in dubio pro Deutschland), passt uneigenn\u00fctzig nach links, wo Podolski wartet und einlocht. Ganz normal?<br \/>Nein! Denn wisset: Sowohl Klose als auch Podolski sind geb\u00fcrtige POLEN, also eigentlich die B\u00d6SEN, wenngleich gel\u00e4uterte. Sie haben Recht und Ordnung wiederhergestellt, doch das B\u00d6SE wird sich doppelt und dreifach r\u00e4chen wollen. Der Suspense steigt wie die Spannung.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wirklich: Die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit, das Netz des \u00dcbels zieht sich wie eine Schlinge zusammen, bald, bald, bald wird das Verbrechen geschehen m\u00fcssen: ein wahrscheinlich aus totalem Abseits erzielter Ausgleich. Wir ahnen auch wo. Am schw\u00e4chsten Glied der Kette: Lehmann. Halbzeit. Noch mal gutgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweite Halbzeit. Das B\u00f6se scheint nun endg\u00fcltig die Oberhand zu gewinnen, der harmonische Alltag ger\u00e4t ins Wanken, Inspektor Ballack wird von inneren D\u00e4monen an der effektiven Bek\u00e4mpfung des Verbrechens behindert, Konstapler Clemens Fritz ist ausgepowert, Kriminalassistent Schweini, einst Star des Dezernats, dann mental versumpft (\u201eIch kann keine Gegentore mehr sehen! Das zieht mich v\u00f6llig runter!\u201c), erh\u00e4lt seine zweite, seine letzte Chance.<\/p>\n\n\n\n<p>Und nutzt sie. Spitzelt in unm\u00f6glicher Situation einem polnischen Verteidiger den Ball ab, reicht r\u00fcber zu Klose, der grandios versemmelt (hat das B\u00f6se seiner Kindheit doch die Oberhand in ihm gewonnen?), doch der Ball \u2013 wir erkennen in ihm das Wahre &amp; und Gute \u2013 rollt weiter, wieder ist Podolski zur Stelle und wichst die Kugel aber auch derma\u00dfen ins Netz, dass dem B\u00f6sen ein f\u00fcr allemal H\u00f6ren und Sehen vergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Okay. Ein Verbrechen ist nicht geschehen, Lehmann bleibt unbezwungen, doch wir haben tats\u00e4chlich einen Fu\u00dfballkrimi erlebt, der vom Highsmithschen Suspense (Es K\u00d6NNTE passieren&#8230;) zehrte, vom Geldmacherschen Wasw\u00e4rewenn ebenso wie von der Glauserschen Transformation des Allt\u00e4glichen zum Wahnsinnigen. Es war eher true crime, Verbrechenspr\u00e4vention, wie wir sie von Pieke Biermann kennen. Ein wenig irritiert die totale Abwesenheit von weiblichen Protagonisten, aber das kann sich im Verlauf des Turniers noch \u00e4ndern. Assi Schweini ist rehabilitiert und steht f\u00fcr weitere Fortsetzungen zur Verf\u00fcgung, Inspektor Ballack wird seine D\u00e4monen in den Griff bekommen, wenn es endlich hei\u00dft: Haut den Kroaten in die Gr\u00e4ten, schickt die fu\u00dfkranken \u00f6sterreichischen Sprachsch\u00e4nder auf den Grund der blauen Donau. Wir sind gespannt.<\/p>\n\n\n\n<p>dpr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein ganz normaler Tag in Klagenfurt \/ \u00d6sterreich. Gleich wird die deutsche Nationalmannschaft aufs Gr\u00fcn schreiten und den Polen das einschenken, was sie ihnen seit ca. 100 Jahren einschenkt: viele, viele Tore. 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