{"id":21170,"date":"2008-07-30T07:40:01","date_gmt":"2008-07-30T07:40:01","guid":{"rendered":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/07\/im-roehrenden-rachen-der-blutigen-bestie\/"},"modified":"2022-06-05T22:55:17","modified_gmt":"2022-06-05T20:55:17","slug":"im-roehrenden-rachen-der-blutigen-bestie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/07\/im-roehrenden-rachen-der-blutigen-bestie\/","title":{"rendered":"Im r\u00f6hrenden Rachen der blutigen Bestie"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2008\/cover\/ratekrimi.jpg\" alt=\"ratekrimi.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Mit der heutigen neuen Folge seiner beliebten Kurzratekrimireihe f\u00fchrt der selbsternannte Kurzratekrimipapst Dale Patrick Rutherford eine neue, faszinierende Serienfigur ein: den charismatischen Alkoholiker und abwegigen H\u00fchnerfreund Manfred Butsch, dessen gesamte Familie in einem traumatischen Ereignis von einem perversen Massenm\u00f6rder ausgel\u00f6scht worden war \u2013 und das, obwohl das gemeinsame Eigenheim noch seiner endg\u00fcltigen Abbezahlung harrte. Eine Figur aus dem wirklichen Leben, wohltuend heutig und doch liebenswert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Hauptkommissar Manfred Butsch betrachtete mit wachsender Entfremdung die umsenfte Bulette zwischen den traurigen H\u00e4lften eines Pappbr\u00f6tchens. Nur mit M\u00fche gelang es ihm, sich von der deprimierenden Szenerie loszurei\u00dfen und sich dem Fall zu widmen, der ihn hierher, ins Zelt des Wanderzirkusses &#8222;Maroni&#8220; und \u2013 leider \u2013 auch an die vor demselben aufgestellte Bulettenbude gef\u00fchrt hatte.<br \/>&#8222;Wo ist die Leiche?&#8220; fragte er seinen Assistenten Meinold, der mit drei weiteren, dem Butsch nicht bekannten Personen in der Manege stand, welche ihrerseits von hohen eisernen Gittern umgeben war.<br \/>&#8222;Die Leiche?&#8220; Meinold zeigte auf das Innere des K\u00e4figs. &#8222;Der Kopf ist in Luci, der Rumpf in Theodor, das linke Bein und der rechte Arm befinden sich im Magen von Ilona, das rechte Bein sowie der linke Arm in dem von Igor.&#8220;<br \/>Gemeint waren die vier L\u00f6wen, welche auf ihren Podesten hockten und mit be\u00e4ngstigender Konzentration auf Butschens Bulettenbr\u00f6tchen starrten.<br \/>Der Kommissar nickte wissend.<br \/>&#8222;Mit Haupt und Haaren aufgefressen? Wer ist \u2013 nein, wer war der Tote?&#8220;<br \/>Die Frau neben Meinold begann zu schluchzen.<br \/>&#8222;Der Dompteur \u2013&#8220;, stammelte sie, &#8222;mein Verlobter \u2013 Enrico Masturiani \u2013 und der da \u2013 mein sauberer Herr Bruder, der Zirkusdirektor! \u2013 hat ihn ermordet!&#8220;<br \/>Der Beschuldigte, ein Mann in Smoking (war das nicht ein Loch im linken Hosenbein?) und den besten Jahren, jaulte auf und machte Anstalten, seiner um einiges j\u00fcngeren, bildh\u00fcbschen, weil dunkelhaarigen und sp\u00e4rlich in bunten Flitter gekleideten Schwester an den Hals zu gehen.<br \/>&#8222;Herr Maroni! M\u00e4\u00dfigen Sie sich!&#8220; schrie Meinold und packte den Direktor am Arm.<br \/>Derweil Butsch \u00fcberlegte, ob er in die Bulette bei\u00dfen sollte. Was w\u00fcrde es bewirken? Ein neues Trauma? Er riss sich abermals an jenem Riemen, der ihn zur\u00fcck in die Wirklichkeit katapulierte.<br \/>&#8222;Ganz ruhig, jetzt. Wie kommen Sie darauf, Frau Maroni \u2013 Sie hei\u00dfen doch Maroni, ja?&#8220;<br \/>Die Sch\u00f6ne nickte. &#8222;Elsa Maroni, ja. Wir sind ein traditionsreiches Familienunternehmen, das seit 300 Jahren \u2013 und nat\u00fcrlich war es Mord! Irgend jemand hat das Fallgitter ge\u00f6ffnet und die vier L\u00f6wen in den K\u00e4fig gelassen! Vier hungrige L\u00f6wen! Enrico wollte gerade die Podeste f\u00fcr die Probe aufstellen, als die Bestien von hinten in die Manege gest\u00fcrmt kamen! Ich h\u00f6rte seine Schreie! \u2013 Ich bin sofort&#8230; Aber es war zu sp\u00e4t! Sie haben ihn vollst\u00e4ndig aufgefressen!&#8220;<br \/>Butsch nickte.<br \/>&#8222;Wo hielten Sie sich auf, als Ihr Verlobter zu schreien begann?&#8220;<br \/>&#8222;In meinem Wohnwagen.&#8220;<br \/>&#8222;Und wieso wissen Sie, dass irgendjemand&#8230;&#8220;<br \/>&#8222;Weil der da!&#8220; \u2013 Sie wies anklagend auf ihren Bruder \u2013 &#8222;es um jeden Preis verhindern wollte, dass Enrico und ich heirateten. Der Zirkus geh\u00f6rt uns gemeinsam, meinem Bruder und mir. Enrico und ich wollten Neuerungen&#8230;&#8220;<br \/>&#8222;Bl\u00f6dsinn!&#8220; mischte sich nun der Dritte im Bunde ein. &#8222;Ich bin Wolfgang Servasso-Gimenez, Herr Kommissar, Hochseilartist und vormals mit Fr\u00e4ulein Maroni verlobt! Enrico wollte nur das Geld! Er war ein Heiratsschwindler!&#8220;<br \/>&#8222;Dann warst DU \u2013 DU? Weil du eifers\u00fcchtig warst? Oder habt ihr gemeinsam \u2013 du und mein Bruder?&#8220;<br \/>Butsch hob beschwichtigend die Arme. Dieser Servasso-Giminez, ein kleiner, drahtiger Mittdrei\u00dfiger, gefiel ihm nicht. Aber wahrscheinlich gefiel ihm nur sein T-Shirt nicht, auf dem &#8222;Lions Los Angeles&#8220; stand.<br \/>&#8222;Nur die Ruhe. Herr Maroni \u2013 wo befanden SIE sich zum Zeitpunkt des Ungl\u00fccks?&#8220;<br \/>Maroni zuckte die Schultern.<br \/>&#8222;In meinem Wagen. \u00dcber der Abrechnung. Herr Servasso-Gimenez war bei mir. Wir hatten etwas zu bereden.&#8220;<br \/>&#8222;Was, wenn ich fragen darf?&#8220; fragte Butsch.<br \/>&#8222;Es fehlte Geld aus der Kasse. Wir hatten den begr\u00fcndeten Verdacht, dass Enrico \u2013 es tut mir leid, Elsa, aber ich kann dich nicht mehr schonen \u2013 dass Enrico das Geld unterschlagen hatte, um seine enormen Schulden zu bezahlen. Er war ein Spieler.&#8220;<br \/>&#8222;Du l\u00fcgst!&#8220; zischte Elsa.<br \/>&#8222;Ich habe einen Zeugen!&#8220; erwiderte der Bruder heftig.<br \/>&#8222;Ha! Sch\u00f6ner Zeuge!&#8220;<br \/>&#8222;Selber ha!&#8220; konterte der Hochseilartist. &#8222;Eifers\u00fcchtig warst doch nur DU, weil dich dein agiler Lover st\u00e4ndig betrogen hat!&#8220;<br \/>&#8222;Dichtung!&#8220;<br \/>&#8222;Wahrheit!&#8220;<br \/>&#8222;Goethe&#8220;, murmelte Butsch sinnierend und betrachtete sich noch einmal die L\u00f6wen, die ihrerseits ihn, will sagen: seine Bulette betrachteten, so lange, bis Butsch selber seine Bulette betrachtete.<br \/>&#8222;Da, als kleinen Nachtisch&#8220;, murmelte er und schleuderte Bulette samt Br\u00f6tchen in die Manege. Sofort st\u00fcrzten sich die Bestien auf den Bissen.<br \/>&#8222;Ojoiojoi!&#8220; entfuhr es dem Assistenten. &#8222;Mit denen ist nicht gut Kirschen essen! Wie geht es nun weiter, Chef?&#8220;<br \/>Der l\u00e4chelte.<br \/>&#8222;Nun. Wir verfrachten die Herrschaften ins Pr\u00e4sidium, nehmen ihre Aussagen zu Protokoll \u2013 und schlie\u00dfen den Fall ab.&#8220;<br \/>&#8222;Wie bitte? Soll das hei\u00dfen \u2013&#8220;<br \/>Butsch nickte bed\u00e4chtig.<br \/>&#8222;Der Fall ist gel\u00f6st. Jetzt m\u00fcssen wir nur noch erfahren, \u2013&#8220; \u2013 Er wandte sich an eine der drei Personen. &#8222;Aber das k\u00f6nnen Sie uns sicher sagen, nicht wahr?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Butsch wei\u00df Bescheid. Und Sie? Lassen Sie uns wissen, welche L\u00f6sung Ihnen einf\u00e4llt! Die erste richtige wird reich belohnt. Sie d\u00fcrfen Dale Patrick Rutherford zu einem exklusiven Abendessen in einer Lokal seiner Wahl einladen! Und ihn zum wiederholten Gewinn des &#8222;Bakerflower-Award&#8220; gratulieren! &#8211; Die Aufl\u00f6sung gibt es am Freitag. Exklusiv bei wtd!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der heutigen neuen Folge seiner beliebten Kurzratekrimireihe f\u00fchrt der selbsternannte Kurzratekrimipapst Dale Patrick Rutherford eine neue, faszinierende Serienfigur ein: den charismatischen Alkoholiker und abwegigen H\u00fchnerfreund Manfred Butsch, dessen gesamte Familie in einem traumatischen Ereignis von einem perversen Massenm\u00f6rder ausgel\u00f6scht worden war \u2013 und das, obwohl das gemeinsame Eigenheim noch seiner endg\u00fcltigen Abbezahlung harrte. 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