{"id":21233,"date":"2008-09-04T07:57:50","date_gmt":"2008-09-04T07:57:50","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/09\/reginald-hill-ins-leben-zurueckgerufen\/"},"modified":"2022-06-07T18:45:44","modified_gmt":"2022-06-07T16:45:44","slug":"reginald-hill-ins-leben-zurueckgerufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/09\/reginald-hill-ins-leben-zurueckgerufen\/","title":{"rendered":"Reginald Hill: Ins Leben zur\u00fcckgerufen"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt ja Autoren (und Autorinnen), die k\u00f6nnen selbst dann, wenn sie schlecht drauf sind, keine wirklich schlechten B\u00fccher schreiben. Reginald Hill ist so einer. Als er sich mit &#8222;Ins Leben zur\u00fcckgerufen&#8220; besch\u00e4ftigte, war er offensichtlich nicht gut drauf. Das ist schon eine Weile her, denn das Buch ist bereits 1992 im Original erschienen. Und es ist nicht schlecht. Es ist nur um einiges schw\u00e4cher als der Hill-Standard.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Was geschah an einem Wochenende des Jahres 1963 in Mickledor Hall? Feststeht: Eine Frau wird erschossen in der Waffenkammer des noblen Landsitzes aufgefunden, der Hausherr sowie ein Kinderm\u00e4dchen des gemeinschaftlichen Mordes angeklagt, ersterer endet am Galgen, letztere f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte im Gef\u00e4ngnis. Jetzt aber gibt es neue Beweise, die belegen, dass das Kinderm\u00e4dchen Cissy Kohler, Amerikanerin, unschuldig sein d\u00fcrfte. Die Dame kommt auf freien Fu\u00df. Schlecht f\u00fcr Andy Dalziel, der als junger Polizeibeamter den Fall bearbeitet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich setzt der dicke Andy alles daran zu beweisen, dass er und sein inzwischen verstorbener Chef sich nicht geirrt hatten. Die Spur f\u00fchrt nach Amerika, und wie Dalziel die Amis aufmischt, geh\u00f6rt zu den vielen St\u00e4rken des Buches, das aber sp\u00e4testens 50 Seiten vor Ende seine gro\u00dfe Schw\u00e4che nicht verbergen kann: die L\u00f6sung des R\u00e4tsels. Es tut beinahe weh, Hill dabei zuzuschauen, wie er seine Protagonisten eine m\u00f6glichst plausible L\u00f6sung konstruieren l\u00e4sst. Es gelingt nicht. Man folgt den Varianten, die da ins Spiel gebracht werden, nur mit M\u00fche, die &#8222;h\u00f6heren M\u00e4chte im Hintergrund&#8220;, das ganze CIA- und Secret Service-Geraune erm\u00fcdet, und es passiert, was ansonsten bei einer Hill-Lekt\u00fcre nie passiert: Man ist froh, als es vorbei ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles andere stimmt nat\u00fcrlich wieder. Hills souver\u00e4n hinterh\u00e4ltige Sprache, das Durchsetztsein mit literarischen Querverweisen (diesmal: Charles Dickens, &#8222;Eine Geschichte zweier St\u00e4dte&#8220;, und wie gehabt a lot of Shakespeare), der wunderbar grobe Andy und der sensible Pescoe, der Wort- und Szenewitz&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Hill-Abh\u00e4ngiger werden m\u00f6chte, der beginne bitte nicht mit diesem Buch, sonst wird das n\u00e4mlich nichts mit der Sucht. Wer schon s\u00fcchtig ist, nehme &#8222;Ins Leben zur\u00fcckgerufen&#8220; als literarisches Drogenersatzprogramm. Hilft irgendwie \u00fcber den Tag, macht aber nicht high.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Reginald Hill: Ins Leben zur\u00fcckgerufen. <br \/>Knaur 2008 (Deutsche EA: Europa 2004). 524 Seiten. 8,95 \u20ac<br \/>(Recalled to Life, 1992. Deutsch von Xenia Osthelder)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt ja Autoren (und Autorinnen), die k\u00f6nnen selbst dann, wenn sie schlecht drauf sind, keine wirklich schlechten B\u00fccher schreiben. Reginald Hill ist so einer. Als er sich mit &#8222;Ins Leben zur\u00fcckgerufen&#8220; besch\u00e4ftigte, war er offensichtlich nicht gut drauf. Das ist schon eine Weile her, denn das Buch ist bereits 1992 im Original erschienen. Und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-21233","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21233"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21233\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}