{"id":21285,"date":"2008-10-01T08:11:51","date_gmt":"2008-10-01T08:11:51","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/10\/der-doppelte-schiele\/"},"modified":"2022-06-13T02:24:44","modified_gmt":"2022-06-13T00:24:44","slug":"der-doppelte-schiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/10\/der-doppelte-schiele\/","title":{"rendered":"Der doppelte Schiele"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2008\/cover\/cayre_wieninger.jpg\" alt=\"cayre_wieninger.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Und da sah ich es zum ersten Mal. Ein herrliches Bild von Egon Schiele, meinem Lieblingsmaler: eine Jugendliche mit langen roten Haaren, der Rock gesch\u00fcrzt. Sie tr\u00e4gt keinen Schl\u00fcpfer. Ihre Beine sind leicht gespreizt, gerade so viel wie n\u00f6tig, um einen fl\u00fcchtigen Blick ins Innere ihres Geschlechts zu er\u00f6ffnen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>(&#8230;) offensichtlich irgendeine Schmierage f\u00fcr ein pornografisches Altherrenkabinett: Ein liegendes rothaariges M\u00e4dchen in grasgr\u00fcnem Rock und Resten gelblicher Unterw\u00e4sche reckte dem Betrachter ein in Orange und Rott\u00f6nen gehaltenes, perspektivisch \u00fcberdimensioniertes Genital entgegen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Zwei reichlich heruntergekommene Gestalten erg\u00f6tzen sich an \u00fcberraschenden Funden in Schlie\u00dff\u00e4chern: der Advokat Leibowitz in Hannelore Cayres &#8222;Das Meisterst\u00fcck&#8220; erkennt &#8222;seinen&#8220; Schiele sofort, Privatdetektiv Marek Miert braucht in &#8222;Falsches Spiel mit Marek Miert&#8220; die Hilfe eines Auktionators, um zu erfahren, f\u00fcr was das &#8222;S&#8220; auf dem Portr\u00e4t steht. Was aber bei einem Mann nicht verwundert, der <em>&#8222;einen Renoir nicht von einem Renault unterscheiden&#8220;<\/em> kann. Also keinesfalls Schmierage.<\/p>\n\n\n\n<p>Um welche Bilder es sich hier genau handeln k\u00f6nnte \u2013 gar um ein und dasselbe Bild? \u2013 habe ich auf die Schnelle nicht rauskriegen k\u00f6nnen. Der auf dem Cover von &#8222;Das Meisterst\u00fcck&#8220; abgedruckte &#8222;Akt gegen farbigen Stoff&#8220; von 1911 ist es wohl nicht, aber Schiele hat eine Reihe solcher Bilder gemalt. Beim \u00d6sterreicher Wieninger stammt es \u00fcbrigens aus dem Jahr 1910.<\/p>\n\n\n\n<p>Merkw\u00fcrdig ist es aber doch, dass Cayre 2005 einen Schiele verwendet, den Wieninger bereits 2001 auftauchen l\u00e4sst. In beiden F\u00e4llen geht es auch noch um &#8222;Arisierung&#8220; und alte Nazis. Ob Cayre Wieningers Buch gelesen hat? Ausschlie\u00dfen sollte man es nicht, es ist aber eher unwahrscheinlich. Obwohl<em>&#8230;&#8220;Tochter eines tunesischen Vaters und einer \u00d6STERREICHISCHEN Mutter&#8220;<\/em>&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei: F\u00fcr beide B\u00fccher ergeht hiermit absoluter Lesebefehl, &#8222;Falsches Spiel mit Marek Miert&#8220; ist aber zur Zeit nur antiquarisch zu bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Und da sah ich es zum ersten Mal. Ein herrliches Bild von Egon Schiele, meinem Lieblingsmaler: eine Jugendliche mit langen roten Haaren, der Rock gesch\u00fcrzt. Sie tr\u00e4gt keinen Schl\u00fcpfer. 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