{"id":21341,"date":"2008-10-31T07:59:03","date_gmt":"2008-10-31T07:59:03","guid":{"rendered":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/10\/so-ist-das\/"},"modified":"2022-06-05T23:38:33","modified_gmt":"2022-06-05T21:38:33","slug":"so-ist-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/10\/so-ist-das\/","title":{"rendered":"So ist das"},"content":{"rendered":"\n<p>Als in Theorie und Praxis der Kriminalliteratur T\u00e4tiger kann ich mich \u00fcber einen Mangel an Arbeit nicht beklagen. Ein wenig anders sieht es beim materiellen Lohn f\u00fcr diese Arbeit aus. Fl\u00fcchtig \u00fcberschlagen, hat mir die Produktion von drei Krimijahrb\u00fcchern, einem Kriminalroman, mehreren herausgegebenen &#8222;alten Krimis&#8220;, etlichen Petitessen in Sammelb\u00e4nden sowie gesch\u00e4tzten 2000 Blogartikeln inzwischen eine Summe eingebracht, die sich an zwei Abenden in einem durchschnittlichen Restaurant m\u00fchelos verbraten lie\u00dfe. Vorausgesetzt, ich speise dort alleine.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Soviel zum &#8222;Wert der Arbeit&#8220; und zur Debatte um Mindestl\u00f6hne. Aber ich beklage mich ja gar nicht und f\u00fchle mich auch nicht ausgenutzt oder gar dazu animiert, mein Tun ob seines offensichtlich desastr\u00f6sen materiellen Effekts als ein entw\u00fcrdigendes zu bezeichnen. Allerdings: Etwas anderes bleibt mir auch kaum \u00fcbrig, will ich die Herausforderungen der n\u00e4chsten Monate bew\u00e4ltigen. Weitere alte Krimis warten darauf, gut editiert und kommentiert das Licht der Welt zu erblicken (und was gibt es Sch\u00f6neres, als sich sagen zu k\u00f6nnen: Da hast du wieder eine \/ einen aus dem Vergessensein gerissen); das Krimijahrbuch 2009 muss unter Hochdruck produziert werden (und es WIRD produziert); das just abgeschlossene Krimimanuskript ist nat\u00fcrlich noch gar nicht abgeschlossen; mir graut schon vor dem n\u00e4chsten Lekt\u00fcredurchgang. Und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Trost lie\u00dfe sich noch anmerken: Auch diejenigen, die von meiner so ziemlich unentgeltlichen Arbeit profitieren, profitieren davon nur SYMBOLISCH, nicht in Geldeswert. An mir ist noch keiner reich geworden, wer mich ausbeutet, beutet zugleich sich selbst aus. Wir alle leben von ideellem Manna, trinken den berauschenden Wein des Geistes \u2013 und wachen jeden Morgen mit einem f\u00fcrchterlichen Kater auf. So ist das. So muss es wohl sein. So etwas \u00e4ndert sich anscheinend nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Befindet man sich in guter Gesellschaft? Aber immer! Die Geschichte platzt vor Menschen, die sich totgearbeitet haben, nur damit sie nicht verhungern mussten. Heute stehen sie in h\u00fcbsch aufgebundenen Literaturgeschichten, m\u00fcssen f\u00fcr Dissertationen herhalten, die jemand anzufertigen hat, um in den Staatsdienst zu gelangen und dort sein Auskommen zu finden. Auch die wenigsten, wie man inzwischen wei\u00df. Noch einmal: So ist das. Und weil das so ist, begebe ich mich nun, nach meinem gesch\u00e4tzt 2001. Blogeintrag (vielleicht auch erst der 1894.), wieder an die brotlose Kunst. Gib dem Herrn Temme ein Gesicht, ruft es in mir, schreib ein sch\u00f6nes Nachwort, werde dem Mann gerecht. Er hat nichts mehr davon, du auch nicht. So ist das.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als in Theorie und Praxis der Kriminalliteratur T\u00e4tiger kann ich mich \u00fcber einen Mangel an Arbeit nicht beklagen. Ein wenig anders sieht es beim materiellen Lohn f\u00fcr diese Arbeit aus. 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