{"id":21388,"date":"2008-12-01T10:48:23","date_gmt":"2008-12-01T10:48:23","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/12\/krimijahr-2008-ein-rueckblick-ii\/"},"modified":"2022-06-13T02:00:44","modified_gmt":"2022-06-13T00:00:44","slug":"krimijahr-2008-ein-rueckblick-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/12\/krimijahr-2008-ein-rueckblick-ii\/","title":{"rendered":"Krimijahr 2008 &#8211; ein R\u00fcckblick II"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>2. Die im Dunkeln<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Den alten Bertolt zu paraphrasieren, erg\u00e4be auch dieses Jahr wieder Sinn. Die im Lichte sieht man eben, die im Dunkeln leider nicht. Eher solider Durchschnitt vom durchaus gesch\u00e4tzten John le Carr\u00e9 entert die Bestenlisten, &#8222;Am Rand der Welt&#8220; des nicht weniger zu r\u00fchmenden Klassikers Ross Thomas verbleibt auch am Rande des \u00f6ffentlichen Interesses.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Oder nehmen wir Henning Mankell. Welche Zeitung st\u00fcrzte sich nicht auf &#8222;Der Chinese&#8220;? Dass Schwedenkrimi auch etwas anderes, \u00dcberraschendes, h\u00f6chst Unkonventionelles und dennoch Unterhaltendes sein kann, hat in diesem Jahr Mikael Niemi mit &#8222;Der Mann, der starb wie ein Lachs&#8220; bewiesen. Rezeption? Mager wie ein ausgezehrter Lachs.<\/p>\n\n\n\n<p>Linus Reichlins &#8222;Die Sehnsucht der Atome&#8220;, von \u00e4hnlichem Kaliber wie Niemis Buch, fand wenigstens bei den Krimikritikern die verdiente Resonanz. \u00dcber die Kassen der Buchhandlungen schob man aber Sebastian Fitzeks &#8222;Der Seelenbrecher&#8220;. Clever verkaufte Schnellnahrung, zielgruppengerecht zugeschnitten, Fischst\u00e4bchen. Die schmecken ja manchmal auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Leonardo Paduras &#8222;Der Nebel von gestern&#8220; im Rampenlicht stehen w\u00fcrde \u2013 geschenkt. Amir Valles kubanische Sicht in &#8222;Freistatt der Schatten&#8220; jedoch v\u00f6llig in denselben zu belassen \u2013 ein unentschuldbares Vers\u00e4umnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut, mancher, von dem man es nicht vermutet h\u00e4tte, konnte sich aus dem medialen Dunkel l\u00f6sen. &#8222;Fettsack&#8220; von Rex Miller beispielsweise, der Bestenliste sei Dank. Auch Tana Frenchs &#8222;Grabesgr\u00fcn&#8220; wurde, obwohl doch nicht alle F\u00e4lle genrevertragsm\u00e4\u00dfig aufgel\u00f6st wurden, gelobt und gekauft. Was hoffentlich auch auf Thor Kunkels &#8222;Kuhls Kosmos&#8220; und Hannelore Cayres &#8222;Das Meisterst\u00fcck&#8220; zutreffen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass indes ein \u00e4rgerlicher und peinlicher Schmarren wie Mickey Spillanes &#8222;Das Ende der Stra\u00dfe&#8220; \u00fcberhaupt gedruckt wurde und das auch noch in einer Reihe, die angeblich die guten alten Zeiten des Pulp, des Hardboiled, ja, wie ich zu meiner nicht gelinden \u00dcberraschung vernehmen musste, gar des Noir wiederbeleben will \u2013 unglaublich. Derweil Hans Leberts &#8222;Wolfshaut&#8220;, erstmals 1960 ver\u00f6ffentlicht und Musterbeispiel f\u00fcr die Wirkm\u00e4chtigkeit von Sprache im Kriminalroman, mit Mann und Maus unterging. Noch unglaublicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Rufen wir deshalb f\u00fcr morgen den Tag des stillen Gedenkens an die zu Unrecht im Dunkeln verbliebenen Werke des Jahres aus. Lassen wir die Arbeit ruhen &#8211; auch in diesem Blog.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Die im Dunkeln Den alten Bertolt zu paraphrasieren, erg\u00e4be auch dieses Jahr wieder Sinn. Die im Lichte sieht man eben, die im Dunkeln leider nicht. 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