{"id":2141,"date":"2009-11-13T05:32:01","date_gmt":"2009-11-13T04:32:01","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=2141"},"modified":"2009-11-13T05:49:44","modified_gmt":"2009-11-13T04:49:44","slug":"interview-biffy-clyro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/11\/interview-biffy-clyro\/","title":{"rendered":"Interview: Biffy Clyro"},"content":{"rendered":"<p>Dem schottischen Trio Biffy Clyro gelingt der Spagat zwischen dem Stadion-Alternative Rock der Foo Fighters und dem Rock-Wahnwitz ihrer englischen Kollegen Muse immer besser. Der aktuelle Beweis ist ihr mittlerweile f\u00fcnftes Album &#8222;Only Revolutions&#8220;,dessen Titel von dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Schriftstellers Mark Z. Danielewski entlehnt wurde. Wie schon der Vorg\u00e4nger &#8222;Puzzle&#8220; wurde das Album mit Garth &#8222;GGGarth&#8220; Richardson aufgenommen \u2013 allerdings nicht wie zuletzt in Kanada, sondern im sonnigen Los Angeles. Und das hatte seine ganz speziellen Gr\u00fcnde, wie Hinter-Net! im Interview mit Schlagzeuger Ben Johnston erfuhr.<\/p>\n<p><strong><!--more-->Hinternet: <\/strong>Sie haben das Album in den Ocean Way Studios in Los Angeles aufgenommen. Dort nahm schon Frank Sinatra seinen Hit &#8222;My Way&#8220; auf. Waren sie sich bei der Arbeit dessen bewusst?<\/p>\n<p><strong>Ben Johnston:<\/strong> Nat\u00fcrlich. Das sp\u00fcrt man irgendwie, zumal \u00fcberall im Studio Fotos aus dieser Zeit h\u00e4ngen. Sowas erh\u00f6ht nat\u00fcrlich auch den Druck, ist aber ebenso eine Inspiration.<\/p>\n<p><strong>Hinternet: <\/strong>Warum haben Sie das Album \u00fcberhaupt in Los Angeles aufgenommen?<\/p>\n<p class=\"zitat_rechts\">Nur weil wir Schotten sind, hei\u00dft das nicht, dass wir Regen m\u00f6gen.<\/p>\n<p><strong>Ben Johnston: <\/strong>Haupts\u00e4chlich wegen des Studios, das auf eine beeindruckend gro\u00dfe Auswahl an Mikrofonen zur\u00fcckgreifen kann. In Los Angeles gibt es zudem exzellente Studiotechniker. Au\u00dferdem ist das Wetter dort so gut. Man wacht auf, sieht das tolle Wetter und freut sich auf die Arbeit. &#8218;Puzzle&#8216; hatten wir ja in Kanada aufgenommen, wo es wochenlang ohne Unterlass regnete. Dieser st\u00e4ndige Platzregen kann einen schon depressiv machen und sich auf den Aufnahmeprozess und letztlich die Musik auswirken.<\/p>\n<p><strong>Hinternet: <\/strong>Aber Sie sind doch Schotten, Sie sollten sich nicht am Wetter st\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Ben Johnston: <\/strong>(lacht) Nur weil wir Schotten sind, hei\u00dft das nicht, dass wir Regen m\u00f6gen. (lacht) Ich glaube, niemand liebt Regen. Wenn man lange in Los Angeles lebt, genie\u00dft man es vielleicht, wenn es zwischendurch mal einen Tag Regen gibt. Aber ein Tag Regen pro Monat reicht v\u00f6llig.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"\/blog\/2009\/images\/BiffyClyro2.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"291\" \/><\/p>\n<p><strong>Hinternet: <\/strong>Es hei\u00dft, Josh Homme von den Queens Of The Stone Age, der heutzutage auf nahezu allen Rockalben mitzuwirken scheint, habe Sie im Studio besucht. Stimmt das?<\/p>\n<p><strong>Ben Johnston: <\/strong>Wir sind in der Vergangenheit mit Queens Of The Stone Age durch die USA und Europa getourt und wurden so Freunde von Homme. Wir sagten ihm, wir w\u00fcrden in LA aufnehmen. Woraufhin er erkl\u00e4rte, vorbeikommen zu wollen. Wir tauschten die Telefonnummern aus. Erst glaubten wir ihm nicht. Doch dann riefen wir ihn an und ein paar Tage sp\u00e4ter stand er in der T\u00fcr und schenkte uns f\u00fcr den Song &#8218;Bubbles&#8216; ein beeindruckendes Gitarrensolo.<\/p>\n<p><strong>Hinternet: <\/strong>Ist es denn eine Herausforderung, mit Gastmusikern zu arbeiten? Schlie\u00dflich haben die mitunter einen ganzen Blick auf einen Song.<\/p>\n<p><strong>Ben Johnston: <\/strong>Was die Sache mit Homme betrifft, da war es so, dass der Song bereits fertig war und er nur das Solo als kleines Extra beisteuerte. So lief das bei diesem Album eigentlich auch mit allen anderen. Es trafen keine verschiedenen Ansichten oder Ideen aufeinander, denn alle Ideen stammen von uns.<\/p>\n<p><strong>Hinternet: <\/strong>&#8222;Only Revolutions&#8220; erscheint bei 14th Floor, einem Sublabel von Warner Music. Sind die anderen Bands und Musiker aus dem von ihrer Heimatstadt Ayr nicht fern gelegenen Glasgow neidisch darauf, dass Sie einen Majorvertrag haben?<\/p>\n<p><strong>Ben Johnston: <\/strong>(lacht) Nicht, dass ich w\u00fcsste. Wir leben aber auch nicht in Glasgow. Wir leben auf dem Land und haben unseren Proberaum auf einem Bauernhof. Mit anderen Bands haben wir keinen Kontakt. Wir sind wir und kein Teil einer Bandclique.<\/p>\n<p><strong>Hinternet: <\/strong>Sie wollen nicht zur dortigen Bandszene dazugeh\u00f6ren?<\/p>\n<p><strong>Ben Johnston: <\/strong>Auf gar keinen Fall. Wenn man auf eigenen Beinen steht, l\u00e4uft man nicht Gefahr, dass wenn eine Szene stirbt, die eigene Band auch stirbt.<\/p>\n<p><strong>Hinternet: <\/strong>Im Sommer 2008 erreichte die Non Album-Single &#8222;Mountains&#8220;, die auch auf &#8222;Only Revolutions&#8220; enthalten ist, die britische Top 5. Das war sicherlich eine faustdicke \u00dcberraschung?<\/p>\n<p><strong>Ben Johnston: <\/strong>Und was f\u00fcr eine. Wir hatten den Song schon l\u00e4nger fertig und dachten, es w\u00e4re eine gute Idee, ihn weit vor dem Album zu ver\u00f6ffentlichen, um den Leuten zu zeigen, dass es uns noch gibt. Und dann kam die Single nicht nur in Gro\u00dfbritannien, sondern auch in Australien, Japan, Israel und Deutschland bestens an. Das war weit mehr, als wir erwartet hatten. Wir sind ja keine Chartband.<\/p>\n<p><strong>Hinternet: <\/strong>Aber sicherlich sind dadurch die Erwartungen an &#8222;Only Revolutions&#8220; noch h\u00f6her?<\/p>\n<p><strong>Ben Johnston: <\/strong>Von Label-Seite aus sicherlich. Doch wir machen nicht Musik, um in den Charts zu landen. Nat\u00fcrlich ist es sch\u00f6n, oben in den Charts aufzutauchen. Aber das ist nicht unsere Intention. Selbst wenn das Album ein kommerzieller Flop werden w\u00fcrde, w\u00e4ren wir gl\u00fccklich.<\/p>\n<p id=\"kommentare\">[Fotos: (c) Warner Music Group]<\/p>\n<p>(kfb)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem schottischen Trio Biffy Clyro gelingt der Spagat zwischen dem Stadion-Alternative Rock der Foo Fighters und dem Rock-Wahnwitz ihrer englischen Kollegen Muse immer besser. Der aktuelle Beweis ist ihr mittlerweile f\u00fcnftes Album &#8222;Only Revolutions&#8220;,dessen Titel von dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Schriftstellers Mark Z. Danielewski entlehnt wurde. 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