{"id":21436,"date":"2009-01-13T08:55:19","date_gmt":"2009-01-13T08:55:19","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/01\/das-eindringen-der-wirklichkeit-in-den-kriminalroman\/"},"modified":"2022-06-07T00:26:35","modified_gmt":"2022-06-06T22:26:35","slug":"das-eindringen-der-wirklichkeit-in-den-kriminalroman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/01\/das-eindringen-der-wirklichkeit-in-den-kriminalroman\/","title":{"rendered":"Das Eindringen der Wirklichkeit in den Kriminalroman"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Ich bin mal gespannt&#8220;, sagte ich auf der letzten Frankfurter Buchmesse zu einem befreundeten Kollegen, &#8222;ob der deutschsprachige Kriminalroman weiterhin die Augen vor der Wirklichkeit verschlie\u00dft. Finanzkrise, Armut &#8211; man kann es doch nicht mehr \u00fcbersehen, oder?&#8220; Der Kollege, ein weiser Mann, schnaufte h\u00f6rbar. &#8222;Ja&#8220;, sagte er schlie\u00dflich, &#8222;es ist zu bef\u00fcrchten, dass auch der Deutschkrimi die \u00f6konomische Realit\u00e4t thematisieren wird. Machen wir uns auf Unmengen Peinlichkeiten gefasst.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aber seien wir nicht zu pessimistisch. Schauen wir lieber in einige &#8211; nicht alle &#8211; Verlagskataloge und fahnden dort nach der Wirklichkeit. Gewiss, es gibt wie gehabt eine Menge Krimis zum Thema Politik &amp; Filz, aber nicht darum soll es gehen. Auch die &#8222;Wirtschaftskrimis&#8220; wollen wir beiseite lassen. Was aber ist mit Arbeitslosigkeit, dem m\u00f6glichen Kollaps des Sozialstaates, der Mehrung des Reichtums weniger auf Kosten der Mehrheit?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcndig wird man bei dtv. Hier f\u00fcr Mai angek\u00fcndigt: Andreas Laudans &#8222;Pharmakos&#8220;, trotz des etwas bildungsb\u00fcrgerlich altgriechischen TItels ein Werk aus der Gegenwart &#8211; das in der nahen Zukunft spielt: <em>&#8222;Deutschland 2019: Der Sozialstaat steht kurz vor dem Zusammenbruch. Eine inoffizielle Organisation hat begonnen, angebliche Sozialschmarotzer zu t\u00f6ten.&#8220;<\/em> Klingt rei\u00dferisch, kann aber dennoch gelungen sein. Titel ist bestellt und wird genauestens unter die Lupe genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Thema geh\u00f6ren k\u00f6nnte auch Uta-Maria Heims &#8222;Wespennest&#8220;, f\u00fcr Februar bei Gmeiner avisiert. <em>&#8222;Mit 86 haut der rote Karle noch einmal richtig auf den Tisch. Vom Nazi-Terror \u00fcber den RAF-Terrorismus bis zum weltweiten Wirtschaftskollaps &#8211; Furcht, Schrecken und Dummheit sind einfach nicht totzukriegen.&#8220; <\/em>Wohl wahr. Und auch diesem Werk schauen wir gespannt entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schl\u00fcsselwort &#8222;arbeitslos&#8220; f\u00e4llt gleich zweimal im Fr\u00fchjahrsprospekt des Emons Verlags. <em>&#8222;Das Dreamteam aus Paderborn: Die eine ist Beamtin, die andere arbeitslos.&#8220;<\/em> hei\u00dft es \u00fcber Barbara Meyers &#8222;Fastenzeit&#8220;, einen &#8222;Westfalen Krimi&#8220;. Auch in &#8222;Frauen schwimmen &#8220; (&#8222;Rhein-Main Krimi&#8220; mit wenigstens einem Bindestrich) von Uli Aechtner und Belinda Vogt begegnen wir einem Dauergast bei der Arbeitsagentur: <em>&#8222;Juliane Bach, eine arbeitslose Journalistin, begibt sich auf die Spur der Toten.&#8220; <\/em>Ob auch auf die Spur der sozialen Realit\u00e4t, bleibt dahingestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>So, dies die erste Sichtung. Wir bleiben am Ball. Hinweise auf weitere Werke mit Bezug zur sozialen Lage werden gerne entgegengenommen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ich bin mal gespannt&#8220;, sagte ich auf der letzten Frankfurter Buchmesse zu einem befreundeten Kollegen, &#8222;ob der deutschsprachige Kriminalroman weiterhin die Augen vor der Wirklichkeit verschlie\u00dft. 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