{"id":21488,"date":"2009-02-09T07:54:09","date_gmt":"2009-02-09T07:54:09","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/02\/bunker-vs-bunker\/"},"modified":"2022-06-09T23:19:11","modified_gmt":"2022-06-09T21:19:11","slug":"bunker-vs-bunker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/02\/bunker-vs-bunker\/","title":{"rendered":"Bunker vs Bunker"},"content":{"rendered":"\n<p>Welches Buch wird heuer als &#8222;Deutschlands beste Krimifr\u00fchjahrsnovit\u00e4t 2009 aller Zeiten&#8220; re\u00fcssieren? Die Fachwelt sowie das interessierte Laien- und Lesertum befinden sich im Wettfieber. Hoher Favorit: Andrea Maria Schenkel mit &#8222;Bunker&#8220;. Krasser Au\u00dfenseiter: Edward Bunker mit &#8222;Lockruf der Nacht&#8220;. Im Viertelfinale treffen beide Titel aufeinander. Was erwartet uns?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Begegnung findet in der Klasse &#8222;D\u00fcnne Krimis&#8220; statt. Mit 122 Seiten kann &#8222;Bunker&#8220; von la Schenkel souver\u00e4n das Gewicht ihres ersten Triumphs, &#8222;Tann\u00f6d&#8220;, halten. Edward Bunkers &#8222;Lockruf&#8220; hingegen tangiert mit 220 Seiten exakt die Grenze zur n\u00e4chsth\u00f6heren Klasse. Bei Schenkel geht es diesmal um das als Stockholm-Syndrom bekannte Ph\u00e4nomen, dass dem Opfer der T\u00e4ter pl\u00f6tzlich sympathisch ist; Bunker seinerseits erz\u00e4hlt von einem Kleinganoven in einer Stadt, die darum bettelt, ausgenommen zu werden. Auch hier also kommt es zu merkw\u00fcrdigen Verbr\u00fcderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was spricht nun aber, abseits literarischer Kriterien, von Seiten der Urheber f\u00fcr die jeweiligen Titel? Gibt es Gemeinsamkeiten? Edward Bunker verbrachte einige Jahre im Knast. Andrea Maria Schenkel blieb dieses Schicksal trotz eines aufsehenerregenden Plagiatsprozesses erspart, sie konnte den Gerichtssaal als freie Frau verlassen. Daf\u00fcr hat sie zweimal hintereinander den Deutschen Krimipreis gewonnen, was man mit Fug und Recht einer langj\u00e4hrigen Haftstrafe gleichsetzen kann (und der Gewinn des Glauser kommt, zumindestens bei einigen Zeitgenossen, gar einem Todesurteil gleich).<\/p>\n\n\n\n<p>Anders sieht es bei der Pr\u00e4senz der beiden aus. Nicht daran zu zweifeln d\u00fcrfte sein, dass Frau Schenkel den Kampf ihres Werkes um die Krone medial \u00e4u\u00dferst aktiv unterst\u00fctzen wird. Lesungen, Fernsehauftritte, das Erscheinen auf der Buchmesse, wo es zu publikumswirksamen Interviews, Autogrammstunden und Fototerminen kommen m\u00fcsste. Dem kann Edward Bunker, der seit 2005 leider tot ist, wenig entgegensetzen, eigentlich \u00fcberhaupt nichts. \u2013 Ist dies das entscheidende Plus f\u00fcr Andrea Maria Schenkel?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen sehen. Schon des \u00f6fteren konnten wir Pferde beim Kotzen vor der Apotheke beobachten, pl\u00f6tzliche Paradigmenwechsel \u2013 &#8222;Mensch, die Schenkel schreibt ja wie&#8217;ne F\u00fcnfzehnj\u00e4hrige! Geil, das Cover von &#8222;Lockruf der Nacht&#8220; sieht aus wie aus der Hard Case Crime-Reihe geklaut! \u2013 sind im turbulenten Krimigewerbe st\u00fcndlich und damit unverhofft zu erwarten. Bunker w\u00e4re, w\u00fcrde er noch leben, ein ziemlich alter Knacker, k\u00f6nnte also vom Richard-Stark-Effekt des Vorjahres profitieren. Frau Schenkel ist eine Frau \u2013 was gegen sie, aber auch f\u00fcr sie sprechen kann. Jedenfalls: Es wird sauspannend! Bleiben Sie die n\u00e4chsten Wochen auf diesem Blog, der sie zuverl\u00e4ssig \u00fcber Verlauf und Ausgang dieses &#8222;Gigantentreffens&#8220; informieren wird.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welches Buch wird heuer als &#8222;Deutschlands beste Krimifr\u00fchjahrsnovit\u00e4t 2009 aller Zeiten&#8220; re\u00fcssieren? Die Fachwelt sowie das interessierte Laien- und Lesertum befinden sich im Wettfieber. Hoher Favorit: Andrea Maria Schenkel mit &#8222;Bunker&#8220;. Krasser Au\u00dfenseiter: Edward Bunker mit &#8222;Lockruf der Nacht&#8220;. Im Viertelfinale treffen beide Titel aufeinander. 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