{"id":21511,"date":"2009-02-24T08:52:44","date_gmt":"2009-02-24T08:52:44","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/02\/bad-bad-bad\/"},"modified":"2022-06-06T17:01:15","modified_gmt":"2022-06-06T15:01:15","slug":"bad-bad-bad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/02\/bad-bad-bad\/","title":{"rendered":"Bad, bad, bad"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Krise ist bei den B\u00fcrgern angekommen. Aber auch bei den K\u00e4ufern und Lesern von Kriminalromanen? Wtd m\u00f6chte es genau wissen und befragt Herrn Professor Max Deutele, den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Gesellschaft f\u00fcr Krimikonsumforschung in Gie\u00dfen, einem sogenannten Spinn-out der Gesellschaft f\u00fcr allgemeine Literaturkonsumforschung, ebenfalls in Gie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wtd: Herr Professor Deutele \u2013 wie steht es in Zeiten der Krise um den Krimiabsatz? M\u00fcssen sich die Verlage Sorgen machen?<\/p>\n\n\n\n<p>Deutele: Nun, nat\u00fcrlich geht die allgemeine wirtschaftliche Lage auch am Segment der Kriminalliteratur nicht vorbei. Allerdings gibt es keine Umsatzeinbr\u00fcche, h\u00f6chstens marginale R\u00fcckg\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<p>Wtd: Prima! Dann ist ja alles in Ordnung. Herr Professor Deutele, wir danken Ihnen f\u00fcr die&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Deutele: &#8211; aber: Etwas anderes l\u00e4sst die Verlage sorgenvoll in die Zukunft blicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wtd: Wir verstehen: Der Siegeszug der E-Books.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutele: Ach was! Darauf sind die Verlage eingestellt. Nein, wesentlich schlimmer: Die Verlage werden ihre Schrottkrimis nicht mehr los.<\/p>\n\n\n\n<p>Wtd: Aber Sie sagten doch&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Deutele: Ich habe gar nichts gesagt. Sehen Sie: In der Vergangenheit haben die Verlage ihr Gesch\u00e4ft mit einem Anteil von ca. 80 % Schrottkrimis an der Gesamtproduktion gemacht. \u00dcbel zusammengehauenen, sprachlich ungen\u00fcgenden, plottechnisch l\u00e4cherlichen Mi\u00dfgeburten. Die aber flei\u00dfig abverkauft wurden. Hier erleben wir indes momentan einen dramatischen Einbruch. Es scheint so, als habe die Krise die Intelligenz der Leserschaft auf bisher noch nicht gekl\u00e4rte Weise erh\u00f6ht. Pl\u00f6tzlich liest man &#8222;Qualit\u00e4tskrimis&#8220;, &#8222;literarische Krimis&#8220; und all das Zeug, das sich die Verlage bisher nur aus Imagegr\u00fcnden leisteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wtd: Na, ist doch toll!<\/p>\n\n\n\n<p>Deutele: Das sagen Sie! Aber was machen die Verlage nun mit all ihren Schrottkrimis, die l\u00e4ngst zu toxischen Papieren geworden sind? Wohin damit?<\/p>\n\n\n\n<p>Wtd: Ob vielleicht eine Abwrackpr\u00e4mie&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Deutele: Nein, nein, das h\u00e4tte allenfalls einen kurzfristigen Effekt. Was wir brauchen, ist ein bad publisher, einen Verlag also, der diese toxischen Krimis aufkauft und abschreibt. Nat\u00fcrlich auf Kosten der Steuerzahler.<\/p>\n\n\n\n<p>Wtd: Und wer soll das machen? Welcher seri\u00f6se Verleger gibt sich f\u00fcr so etwas her?<\/p>\n\n\n\n<p>Deutele: Das ist ein Problem, f\u00fcrwahr. Wir haben allerdings einen geneigten Verlag im Auge, die Verhandlungen laufen. Ein Verlag mit gro\u00dfem Namen, gigantischer Backlist, k\u00fcnftig in der Hauptstadt, also sehr nahe bei den Geldt\u00f6pfen des Finanzministeriums.<\/p>\n\n\n\n<p>Wtd: Sie meinen \u2013 Moment mal \u2013 Sie meinen nicht allen Ernstes den Su&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Deutele: Keine Namen bitte!<\/p>\n\n\n\n<p>Wtd: \u00c4h&#8230; ja. Herr Professor Deutele, wir danken Ihnen f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Krise ist bei den B\u00fcrgern angekommen. Aber auch bei den K\u00e4ufern und Lesern von Kriminalromanen? 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