{"id":21550,"date":"2009-03-18T07:46:47","date_gmt":"2009-03-18T07:46:47","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/03\/aus-der-werkstatt-2\/"},"modified":"2022-06-12T23:45:59","modified_gmt":"2022-06-12T21:45:59","slug":"aus-der-werkstatt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/03\/aus-der-werkstatt-2\/","title":{"rendered":"Aus der Werkstatt, 2"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Zeit des literarischen Brezelbackens ist angebrochen. \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2009\/03\/aus-der-werkstatt-1.php\">Die Arbeit am Manuskript<\/a> schreitet voran, der entscheidende Einfall kam \u2013 wie so oft \u2013 beim morgendlichen Geschirrsp\u00fclen. Zeit, die Konzeption des neuen Kriminalromans kritisch an den \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2009\/03\/fuenf-todsuenden-beim-verfassen-von-kriminalromanen.php\">f\u00fcnf Kriterien<\/a> f\u00fcr das Vermeiden von Tods\u00fcnden zu messen..<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Alles beginnt mit einem Toten. Der Kriminalrichter begibt sich zwecks Ermittlungen in ein kleines, abgelegenes Dorf. Ein Toter also \u2013 ganz schlecht. Oder doch mehrere? Gut, man k\u00f6nnte noch jemanden&#8230; aber die Sache ist weitaus komplizierter. Vielleicht ist n\u00e4mlich der Tote zwei Tote. Sehr verwirrend. Notieren wir: Die Tods\u00fcnde des Ein-Mord-Buches begeht der Autor m\u00f6glicherweise nicht. Aufatmen. Oder doch. Luft anhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber dann! Aus wie vielen Perspektiven schreibt der Autor? Aus zwei! Und beide sagen &#8222;ich&#8220;! \u2013 Dar\u00fcber war ich mit mir lange Zeit uneins. Jedoch \u2013 siehe Geschirrsp\u00fclen \u2013 jetzt MUSS es sein. Und es wird noch schlimmer kommen, viel schlimmer. Ganz klar: Eine Tods\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p>Arbeite ich mit Sprache? Versch\u00e4mtes Gest\u00e4ndnis: Und ob. Ihr werdet euch umgucken. An dieser Tods\u00fcnde komme ich nicht vorbei, no way.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist mein Protagonist sympathisch? Ho, ho! Sind es nicht zwei? \u00c4h&#8230; Aber sie sind farblos. Schemen. Beide haben nicht einmal Namen, der Kriminalrichter hei\u00dft einfach Kriminalrichter, der andere hei\u00dft noch nicht einmal Schafhirte, obwohl er einer ist. Unter anderem. Darf man das? Hier schon. Zum Beispiel, weil in der Ich-Form geschrieben wird, es also nicht st\u00e4ndig hei\u00dft &#8222;Der Kriminalrichter geht den Berg hoch, der Kriminalrichter speist, der Kriminalrichter wird m\u00fcde&#8230;&#8220;. Dennoch: Er verk\u00f6rpert das Gute, eindeutig. Mithin d\u00fcrfte er \u2013 auch hier wieder in Verbindung mit der Ich-Form \u2013 ein ziemlich netter Kerl sein, zumal sich der Leser emphatisch (!) an den Ermittlungen beteiligen kann. Aber ob das so bleibt? \u2013 Wir sind gespannt. Und sagen: Nee, DIE Tods\u00fcnde muss erst noch bewiesen werden&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber jetzt: Endet der Krimi mit einer Aufl\u00f6sung? \u00c4h: ja. Die Frage ist indes eine andere: Endet der Krimi \u00fcberhaupt?<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenz\u00e4hlen: Zwei eindeutige Tods\u00fcnden. Zwei, die dazukommen k\u00f6nnten. Oder gar drei? Dann h\u00e4tten wir es wieder einmal geschafft. Kein Mensch wird diesen Krimi m\u00f6gen, kein Verlag, kein Lektor, kein Leser, keine Leserin. Vielleicht gelingt es mir, nur mit zwei Tods\u00fcnden auszukommen. Das ist l\u00e4sslich, dann werden wenigstens die Kritiker das Buch, so es denn erscheint, lieben. Und wenn\u2019s doch f\u00fcnf werden, hab ich wenigstens das Krimigenre revolutioniert. Aber dann erscheints ja nicht&#8230;<br \/>Wenigstens hat er inzwischen einen Titel, aber den verrate ich noch nicht. Wozu auch. Wenns ja eh nicht ver\u00f6ffentlicht wird&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeit des literarischen Brezelbackens ist angebrochen. \u2192Die Arbeit am Manuskript schreitet voran, der entscheidende Einfall kam \u2013 wie so oft \u2013 beim morgendlichen Geschirrsp\u00fclen. 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