{"id":21582,"date":"2009-04-01T21:08:39","date_gmt":"2009-04-01T21:08:39","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/04\/grundsaetzliches-zum-krimijahrbuch\/"},"modified":"2022-06-13T02:27:10","modified_gmt":"2022-06-13T00:27:10","slug":"grundsaetzliches-zum-krimijahrbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/04\/grundsaetzliches-zum-krimijahrbuch\/","title":{"rendered":"Grunds\u00e4tzliches zum Krimijahrbuch"},"content":{"rendered":"\n<p>Die erste Besprechung des Krimijahrbuchs 2009 findet sich in der Rezensionsabteilung der \u2192<a href=\"http:\/\/www.hammett-krimis.de\/neuerscheinung\/rezi_ausgabe.php?buch_id=12454\">Berliner Krimibuchhandlung Hammett<\/a>. Sie ist, was uns freut, im Grundtenor sehr wohlwollend, nennt aber \u2013 was uns ebenfalls freut \u2013 einige als Anregungen formulierte Kritikpunkte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Doch, wir brauchen die kritische Mitarbeit von Rezensenten und anderen Lesern, denn das Zusammenstellen der Themen des Krimijahrbuches ist stets ein Willk\u00fcrakt der Herausgeber, ein Willk\u00fcrakt, der sich auf ebendiese Reaktionen der &#8222;Zielgruppe&#8220; st\u00fctzt. Genau das bringt uns aber naturgem\u00e4\u00df immer wieder in Konflikte. W\u00fcrden wir n\u00e4mlich all das, was VERMISST wird, ber\u00fccksichtigen, n\u00e4hme das KJB leicht einen Umfang von 600 \u2013 800 Seiten an. W\u00fcrden wir andererseits all das, was einzelne Kritiker und Leser ENTBEHREN zu k\u00f6nnen glauben, aus dem KJB entfernen \u2013 bliebe bestenfalls eine f\u00fcnfzigseitige Brosch\u00fcre \u00fcbrig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anregungen von Heinz Scheffelmeier in der erw\u00e4hnten Hammett-Rezension m\u00f6gen dies illustrieren. Vermisst werden dort z.B. &#8222;eine &#8211; wie auch immer geartete \u2013 Jahresbibliographie der deutschen Kriminalliteratur&#8220; und &#8222;Thomas Przybilkas ausf\u00fchrliche Tipps zur Sekund\u00e4rliteratur&#8220; ebenso wie ein &#8222;\u00dcberblick \u00fcber die amerikanische, britische oder auch franz\u00f6sische Kriminalliteratur&#8220;. Abgesehen vom &#8222;eigentlich unentbehrlichen Blick auf Film und Fernsehen&#8220;. Das sind, \u00fcbern Daumen, ca. 200 Seiten, wenn wirs vern\u00fcnftig und ausf\u00fchrlich machen w\u00fcrden und w\u00e4re damit f\u00fcr die einen zu lang und f\u00fcr die anderen immer noch zu knapp, denn allein ein \u00dcberblick \u00fcber die amerikanische Kriminalliteratur k\u00f6nnte, zumal dann, wenn man wie gefordert auch noch die Krimipreise mit einbez\u00f6ge, leicht die 50-Seiten-Marke \u00fcberschreiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun w\u00e4re das theoretisch alles machbar. Etwa dadurch, dass man dann eben andere Themen herauskegelte oder dem Publikum ein nun wirklich ziegelsteinartiges Buch zumutete \u2013 zum entsprechend saftigen Preis. Ganz abgesehen von der Arbeit f\u00fcr die Herausgeber und Beitr\u00e4ger (die sich erst einmal finden m\u00fc\u00dften). Eine Arbeit, die, nebenbei gesagt, so gut wie unentgeltlich geleistet wird. Um jedem Beitr\u00e4ger auch nur 10 \u20ac Honorar f\u00fcr eine Seite zu zahlen (l\u00e4cherlich wenig), m\u00fcsste sich das Jahrbuch \u00fcber 3000 Mal verkaufen. V\u00f6llig unrealistisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn kommen wir zum n\u00e4chsten wunden Punkt: der Zielgruppe oder genauer: den Zielgruppen. Wir stehen hier vor einem weiteren unl\u00f6sbaren Problem: Machen wir unser KJB f\u00fcr den &#8222;harten Kern&#8220;, der ausf\u00fchrliche, meinetwegen auch wissenschaftlich relevante Texte lesen m\u00f6chte \u2013 oder f\u00fcr ein &#8222;breiteres Publikum&#8220;, das zwar ebenfalls auf fundierte Information aus ist, diese aber leicht lesbar, gelegentlich auch in feuilletonistischer, gar locker-humoristischer Art serviert haben m\u00f6chte? Aus meiner Erfahrung als nunmehr viermaliger Herausgeber kann ich sagen: Wie man es macht, macht man es falsch. Ich bekomme etwa genau so viele Reaktionen a la &#8222;Das ist nur f\u00fcr ein Gr\u00fcppchen Auserw\u00e4hlter&#8220; wie solche nach dem Motto &#8222;Das ist zu populistisch&#8220;. Wir halten uns daher an die gute alte Maxime, dass sowohl wissenschaftliche als auch eher feuilletonistische Texte in ein Krimijahrbuch geh\u00f6ren. Hauptsache, sie sind lesenswert und informativ.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sieht: Als Herausgeber eines KJB hat man es nicht leicht, und leicht soll es ja auch nicht sein, kann es nicht sein. Gerade deshalb aber sind wir auf die Reaktionen unserer Leserschaft angewiesen, ohne indes daf\u00fcr garantieren zu k\u00f6nnen, jeden Punkt in unserer k\u00fcnftigen Konzeption zu ber\u00fccksichtigen. Das geht \u2013 siehe oben \u2013 leider nicht. Zitieren wir noch einmal aus dem Hammett-Rezension:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Fazit: Auch das Krimijahrbuch 2009 bleibt insgesamt aufschlussreich, lesenswert und \u201egut\u201c. Und seine grunds\u00e4tzliche Leistung zur Bef\u00f6rderung und Orientierung in der Kriminalliteratur ist kaum gering zu sch\u00e4tzen. Dennoch kann das aber alles noch viel besser werden!&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Genau so ist es. Ohne das Krimijahrbuch, das sage ich jetzt mal mit aller erlaubten Arroganz, w\u00e4re eine &#8222;Krimiszene&#8220; hierzulande noch weniger vorhanden als sie es trotz Krimijahrbuch schon ist. Wir werden auch nie das optimale Krimijahrbuch zusammenstellen k\u00f6nnen. Aber, hoffentlich, jedes Jahr ein besseres. Was wir dazu brauchen: Weiterhin idealistisch selbstausbeuterische Herausgeber und Beitr\u00e4ger, wohlwollende und bei Bedarf uns scheltende Kritiker, vor allem aber: Leser. Das Ganze immer auch in der weiblichen Form.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Besprechung des Krimijahrbuchs 2009 findet sich in der Rezensionsabteilung der \u2192Berliner Krimibuchhandlung Hammett. 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