{"id":21592,"date":"2009-04-15T07:39:38","date_gmt":"2009-04-15T07:39:38","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/04\/cross-marketing\/"},"modified":"2022-06-09T23:27:16","modified_gmt":"2022-06-09T21:27:16","slug":"cross-marketing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/04\/cross-marketing\/","title":{"rendered":"Cross-Marketing"},"content":{"rendered":"\n<p><em>&#8222;Meine Eltern sind \u00fcbrigens durch einen IKEA Prospekt auf das Buch gesto\u00dfen, sagen sie. Es sei dort als Kaufempfehlung drin gewesen und sie h\u00e4tten es daraufhin im \u00f6rtlichen Buchhandel bestellt.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das schreibt Nina in einem \u2192<a href=\"http:\/\/www.blogs.uni-osnabrueck.de\/kristine\/2009\/04\/11\/kk-173-ralf-strackbein-der-billy-code\/#comments\">Kommentar zu ihrer Besprechung <\/a>von Ralf Strackbeins Krimi &#8222;Der Billy-Code&#8220; bei der &#8222;Krimikiste&#8220;. Ein Buch, in dem ein Mord geschieht und sich alle Beteiligten \u2013 wegen eines Schneesturms \u2013 bis zum Showdown in einem &#8222;M\u00f6belgesch\u00e4ft&#8220; aufhalten. H\u00fcbsch.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Man nennt so etwas wohl &#8222;Cross-Marketing&#8220; und fragt sich, warum es nicht \u00f6fter angewandt wird. Mord bei IKEA \u2013 und IKEA empfiehlt das Buch. Typische &#8222;Win-Win-Situation&#8220;, wie der Neudeutsche sagt. Bei den sogenannten Regionalkrimis l\u00e4ge es nahe: &#8222;Die Gemeinde W\u00fcrselen empfiehlt dringend die Lekt\u00fcre des neuen W\u00fcrselenkrimis von Frauke M\u00fcller-Buttschwarte.&#8220; \u2013 und hat das Teil auch gleich im Fremdenverkehrsb\u00fcro ausliegen. Oder Bierkrimis: &#8222;Die Hopfenbrauerei Ingolstadt w\u00fcnscht spannende Lesestunden mit Ingo Laschners &#8218;Die Pilsverschw\u00f6rung'&#8220; \u2013und mit was man sich besaufen sollte, um den Schmonzes zu ertragen, braucht kaum hinzugef\u00fcgt zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein realer Fall von Cross-Marketing \u2013 besser wohl: Cross-Promotion &#8211; gibt es bei den B\u00fcchern aus dem Hause Ullstein zu beobachten. Sie schm\u00fcckt ein Aufkleber mit der wichtigen Botschaft &#8222;Empfohlen von Klassik-Radio&#8220; (manchmal auch nur &#8222;Klassik-Radio&#8220;). Ha! Das muss einem aber erst mal gesagt werden, dass die Krimikoryph\u00e4en nicht in den Zeitungsredaktionen sitzen, sondern bei Klassik-Radio! Richtig, irgendwo m\u00fcssen sie ja sein. Hinten im Buch ist denn auch immer eine Seite Werbung f\u00fcr Klassik-Radio; man r\u00e4tselt nur: Wer bezahlt hier wem etwas f\u00fcr die Werbung? Wohl auch hier: Cross-Marketing, Win-Win. Wer gerne Klassik-Radio h\u00f6rt (gibt es solche Menschen \u00fcberhaupt? Wir f\u00fcrchten: ja), springt auf Krimis, die von diesem Sender &#8222;empfohlen&#8220; werden, besser an. Hofft man. Wer gerne Krimis aus dem Hause Ullstein liest, schaltet des \u00f6fteren auch mal Klassik-Radio ein, Herr Vivaldi wetzt schon seine Geigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, es gibt auch subtilere Formen dieser Cross-Promotion. Die Blurbs etwa, also jene hei\u00dfen Kauftipps auf der Coverr\u00fcckseite. Ich zweifele, dass noch viele Leute w\u00fcssten, wer Stephen King ist, w\u00fcrde er nicht auf jedem zweiten Buch lauthals &#8222;Roman des Jahres!&#8220; rabauken. Und k\u00e4me tats\u00e4chlich jemand auf die abwegige Idee, die Zeitschrift &#8222;Brigitte&#8220; sei ein krimikritikrelevantes Medium, tauchten nicht hier und da Blurbs \u00e0 la &#8222;Bewegend! Liest sich toll!&#8220; auf?<\/p>\n\n\n\n<p>Okay, mich schreckt so etwas eher ab. Aber die Leutchen in den Marketingabteilungen werden schon wissen, was sie tun. Und wenn\u2019s schiefgeht, sind halt die hartleibigen Leserlein dran schuld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Meine Eltern sind \u00fcbrigens durch einen IKEA Prospekt auf das Buch gesto\u00dfen, sagen sie. Es sei dort als Kaufempfehlung drin gewesen und sie h\u00e4tten es daraufhin im \u00f6rtlichen Buchhandel bestellt.&#8220; Das schreibt Nina in einem \u2192Kommentar zu ihrer Besprechung von Ralf Strackbeins Krimi &#8222;Der Billy-Code&#8220; bei der &#8222;Krimikiste&#8220;. 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