{"id":21680,"date":"2009-06-16T15:13:41","date_gmt":"2009-06-16T15:13:41","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/06\/zwischen-den-genres\/"},"modified":"2022-06-13T02:07:33","modified_gmt":"2022-06-13T00:07:33","slug":"zwischen-den-genres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/06\/zwischen-den-genres\/","title":{"rendered":"Zwischen den Genres"},"content":{"rendered":"\n<p><em>&#8222;Was Krimis und Phantastik gemeinsam haben&#8220;<\/em> nennt der Blogger molosovsky die \u2192<a href=\"http:\/\/molochronik.antville.org\/stories\/1910326\/\">kleine Betrachtung der Genres<\/a>, zu der ihn mein Gespr\u00e4ch mit Thomas Klingenmaier f\u00fcr die &#8222;Stuttgarter Zeitung&#8220; angeregt hat. Tats\u00e4chlich finden sich diese Gemeinsamkeiten; so scheint etwa auch die Phantastik Schwierigkeiten zu haben, sich zu organisieren. Es gibt allerdings auch Unterschiede, die in der sich anschlie\u00dfenden Diskussion betont werden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nun bin ich kein Kenner der &#8222;Phantastik&#8220;, mutma\u00dfe jedoch, dass sie allenfalls eine Schnittmenge zum spontan assoziierten Fantasy-Genre besitzt, auch Elemente der Science Fiction in sich birgt und von klassischen Einfl\u00fcssen (ETA Hoffmann, Poe, Verne etc.) nicht frei ist. Ein flie\u00dfendes Genre also, was eine weitere Gemeinsamkeit mit Kriminalliteratur herstellt. <em>&#8222;Aber die Sache ist hier um vieles verwickelter, da Phantastik per se breiter als der Krimi ist (und w\u00e4hrend die Geburt des modernen Krimis relativ genau bestimmbar ist, wird das bei der Phantastik schon sehr viel schwieriger).&#8220; <\/em>\u2013 schreibt Kommentator &#8222;simifilm&#8220; und legt damit unbeabsichtigt einen Finger in offene Wunden. Denn bei allen gut begr\u00fcndeten Spekulationen (Poe? Conan Doyle? Oder doch Wilkie Collins \/ Charles Dickens? Oder Romantik? Oder Adolph M\u00fcllner?) \u00fcber das Geburtsdatum, bleibt es bis heute offen. Vielleicht weil \u2013 und das w\u00e4re nun beinahe ein Sujet f\u00fcr die Phantastik \u2013 Krimi gar nicht geboren wurde, sondern schon immer da war und sich zeitbedingt nur in eine bestimmte, irgendwann einmal &#8222;Krimi&#8220; genannte Richtung entwickelt hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam haben beide Genres auch das Problem, sich selbst Grenzen zu setzen. Das f\u00fchrt nicht nur zu den oben erw\u00e4hnten Schnittmengen, sondern auch zu gegenseitigen \u00dcberschneidungen. Von Edgar Poe \u00fcber Leo Perutz bis Matt Ruff haben Autoren flei\u00dfig auf beiden Terrains geackert. Ob molosovskys \u00dcberlegung <em>&#8222;Krimi bezeichnet eine Handlungsstruktur und Phantastik die \u203aontologische\u2039 Beschaffenheit&#8220; <\/em>so glasklar und unumstritten ist, m\u00f6chte ich allerdings bezweifeln. Denn auch Krimi wirkt ontologisch, weltenerschaffend, das ist nun einmal das strikteste Naturgesetz der Literatur. Selbst die phantastischste Erz\u00e4hlung rekurriert in irgendeiner Weise auf die n\u00fcchterne &#8222;Ist-Welt&#8220; (die sich vorzustellen ebenfalls Phantasie voraussetzt) und der dokumentarischste Kriminalroman hantiert mit fiktionalen Annahmen. Richtig ist sicher, dass Kriminalprodukte die Vorhandensein von Verbrechen voraussetzen. Wie die Einengung aber zu einer Ausbreitung der k\u00fcnstlerischen Ambitionen und Mittel wird, das lehrt uns das Genre Krimi ebenfalls, wenn man seine Entwicklung aufmerksam verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie gesagt: Ich bin kein Phantastik-Experte. Aber befruchtend sind solche genre\u00fcbergreifenden Diskussionen schon. Mehr davon.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Was Krimis und Phantastik gemeinsam haben&#8220; nennt der Blogger molosovsky die \u2192kleine Betrachtung der Genres, zu der ihn mein Gespr\u00e4ch mit Thomas Klingenmaier f\u00fcr die &#8222;Stuttgarter Zeitung&#8220; angeregt hat. Tats\u00e4chlich finden sich diese Gemeinsamkeiten; so scheint etwa auch die Phantastik Schwierigkeiten zu haben, sich zu organisieren. 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