{"id":21697,"date":"2009-07-02T15:38:27","date_gmt":"2009-07-02T15:38:27","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/07\/frank-goehre-seelenlandschaften\/"},"modified":"2022-06-12T22:05:08","modified_gmt":"2022-06-12T20:05:08","slug":"frank-goehre-seelenlandschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/07\/frank-goehre-seelenlandschaften\/","title":{"rendered":"Frank G\u00f6hre: Seelenlandschaften"},"content":{"rendered":"\n<p>Manchmal ist es schon sinnvoll, die im Laufe eines Schriftstellerlebens verstreuten Kleinigkeiten in einem B\u00e4ndchen zu sammeln. Schon, damit nun klar ist, dass die Kleinigkeiten gar nicht so klein sind. &#8222;Seelenlandschaften&#8220; hat Frank G\u00f6hre seine Sammlung von Vor- und Nachworten, Glossen, Reportagen und Portr\u00e4ts genannt, im Untertitel &#8222;Ann\u00e4herungen, R\u00fcckblicke&#8220;, alle der Kriminalliteratur und ihren Protagonisten gewidmet, aber auch immer: Ann\u00e4herungen an Frank G\u00f6hre, R\u00fcckblicke auf sein bisheriges Schaffen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Schon der Eingangstext &#8222;Friedrich Glauser \u2013 Eine Ann\u00e4herung&#8220;, anl\u00e4sslich der Arche-Edition als Nachwort entstanden, macht deutlich, was wir von G\u00f6hre zu erwarten haben. Hier schreibt kein Literaturwissenschaftler, sondern ein Schriftsteller, der sein Instrumentarium anwendet. Pers\u00f6nliches umschlingt Faktisches, die poetische Imagination perforiert den n\u00fcchternen Bericht. Das ist wahrhaft eine Ann\u00e4herung, kein starres Umrei\u00dfen, kein lexikalisches Konturieren. Sp\u00e4ter wurde daraus &#8222;Mo \u2013 Der Lebensroman des Friedrich Glauser&#8220;, in dem wir G\u00f6hres Technik dann im Gro\u00dfen bewundern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch im Kleinen funktioniert es. Etwa in der Reportage \u00fcber Charles Willeford und seinen Protagonisten Hoke Moseley und beider Miami, wo Frank G\u00f6hre und sein St. Pauli nicht fehlen darf. Das steht nicht nebeneinander, das verschr\u00e4nkt sich und erz\u00e4hlt uns eine Menge \u00fcber Charles Willeford \u2013 und Frank G\u00f6hre.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, er erz\u00e4hlt auch \u00fcber sich selbst. \u00dcber sein Buch &#8222;St. Pauli Nacht&#8220; und dessen Verfilmung, \u00fcber den Film &#8222;Abw\u00e4rts&#8220; und dessen &#8222;Verb\u00fccherung&#8220;. F\u00fcnf Beitr\u00e4ge sind Nachworte zur zehnb\u00e4ndigen Reihe &#8222;Kriminelle Sittengeschichte&#8220; der Edition K\u00f6ln, in der Krimis aus der Nachkriegszeit \u00fcber diese Zeit selbst erz\u00e4hlen. Und diese Nachworte tun es eben auch. Portr\u00e4ts von, Unterhaltungen mit Autoren, immer auch Geschichten \u00fcber die Bedingungen, unter denen Kriminalliteratur lebte, leben musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt also viel zu entdecken. Hans Herbst etwa, Edward Bunker auch, beide skizziert G\u00f6hre knapp und doch eindringlich. Dass er uns auch komisch kommen kann, beweist er in &#8222;Albernheiten, Alltagsgeschw\u00e4tz&#8220; (Erstdruck: Krimijahrbuch 2009, soviel Werbung muss sein), wo das Lustige eben nicht nur lustig ist, sondern irgendwie auch tr\u00fcber Einblick in noch tr\u00fcbere Provinz.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6n also, dass die Kleinigkeiten zwischen zwei Buchdeckeln jetzt ihre Gr\u00f6\u00dfe zeigen k\u00f6nnen. Ob da noch mehr zu holen ist? In der hintersten Schreibtischschublade etwa? Nachschauen, Frank G\u00f6hre, sofort!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Frank G\u00f6hre: Seelenlandschaften. <br \/>Ann\u00e4herungen. R\u00fcckblicke. Pendragon 2009. 222 Seiten. 9,90 \u20ac<\/pre>\n\n\n\n<p>(Der Rezensent steht in gesch\u00e4ftlichen Beziehungen zu Pendragon.)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal ist es schon sinnvoll, die im Laufe eines Schriftstellerlebens verstreuten Kleinigkeiten in einem B\u00e4ndchen zu sammeln. 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