{"id":21743,"date":"2009-08-23T21:02:47","date_gmt":"2009-08-23T21:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/08\/krimileseleben-6\/"},"modified":"2022-06-16T04:37:42","modified_gmt":"2022-06-16T02:37:42","slug":"krimileseleben-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/08\/krimileseleben-6\/","title":{"rendered":"Krimileseleben -6-"},"content":{"rendered":"\n<p>Und wieder mit vier neuen Krimileseleben in die Woche. Folge 5 gibts \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2009\/08\/krimileseleben-5.php\">hier<\/a>, und dann immer sch\u00f6n zur\u00fcck&#8230;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Ingrida, 55<br \/>Frank, 39<br \/>Peter, 41<br \/>Susannah, 22<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie und wann bist du zum Krimi gekommen und was waren deine ersten pr\u00e4genden Leseerlebnisse im Genre?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ingrida:<\/strong> So, nun habe ich endlich mein erstes pr\u00e4gendes Krimileseerlebnis hervorgekramt und auch noch durchst\u00f6bert. Es war ein Fernsehjugendbuch, Erscheinungsjahr 1963, und hie\u00df &#8222;Funkstreife Isar 12&#8220;. Die Schilderung des Wachtmeisters Huber zur echten Polizeiarbeit und Verbrecherjagd, gespickt mit einer Prise Humor und bayrischem Dialekt haben mich begeistert, so auch heute noch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frank:<\/strong> Der typische Weg der 70\/80er nehme ich mal an. Schon fr\u00fch vom Lesen begeistert, waren die ersten Autoren\/Autorinnen an die ich mich erinnere Enid Blyton, Doyle sowie die (ja, auch ich) Romane um die 3 ???. Vermutlich war ich damals so um die 8 Jahre alt. Sp\u00e4ter ging es dann an die Regalwand meines Vaters, der von den Klassikern bis zu den damaligen Neuerscheinungen mit fast allem aufwarten konnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peter:<\/strong> Ich lese schon, seit ich denken kann. Im Kindesalter halt die Klassiker wie Enid Blyton, die drei ??? und viele Schneider-Serien, z.B. Jan und Jens, Luc Lucas und \u00e4hnliche Dinge. Als ich \u00e4lter wurde, bin ich auf Heftromane im Bereich Horror umgestiegen (Stichwort John Sinclair). Gleichzeitig habe ich viel Science Fiction gelesen, aber das vermochte mich nicht nachhaltig zu fesseln.<br \/>Im Laden bin ich dann &#8211; das mu\u00df Anfang der 90er Jahre gewesen sein &#8211; zuf\u00e4llig auf den ersten Band von Inspektor Jury gesto\u00dfen, der mir wegen seiner sch\u00f6nen Gestaltung auffiel. Das Buch gefiel mir, und seitdem bin ich sozusagen krimi-abh\u00e4ngig.<br \/>Pr\u00e4gende Leseerlebnisse? So etwas ist mir jetzt nicht erinnerlich. Ich erinnere mich daran, da\u00df die 5 Freunde meine Lieblingsserie war, weil die Erz\u00e4hlungen immer super-spannend waren. Aber &#8222;pr\u00e4gend&#8220;&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Susannah:<\/strong> So seltsam es klingt &#8211; es liegt mir im Blut. Schon meine Mutter und meine beiden Gro\u00dfm\u00fctter sind begeisterte Krimifans. Besonders meine Mutter hat mich dann sehr sensibel an das Lesen herangef\u00fchrt. Allerdings hab ich anfangs stark im Histo- und im Horrorbereich gelesen. Dann kamem mit Harry Potter und dem Herrn der Ringe die Jahre, in denen ich viel Fantasy gelesen habe. Und seit etwa 4 Jahren lese ich auch verst\u00e4rkt Krimis, gerne auch mal historische Krimis. Mittlerweile stehen in meinem B\u00fccherregal mehr Krimis als alles andere.<br \/>Pr\u00e4gend in Sachen Krimi war allerdings meine Kindheit: egal ob TKKG oder die drei Fragezeichen &#8211; die Jugendserien haben mir den Spa\u00df am r\u00e4tseln, entdecken usw. gegeben. Aus dem Grunde empfinde ich Krimis, in denen der M\u00f6rder lange unbekannt bleibt und die durch Ermittlerarbeit gl\u00e4nzen, auch am besten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie hat sich dein Krimilesegeschmack im Lauf der Zeit entwickelt? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ingrida:<\/strong> Mein urspr\u00fcnglicher Lesegeschmack hat sich dann in den Krimis aus dem Grafit-Verlag, insbesondere Horst Eckert, wiedergefunden. Die Themen Polizei- und Ermittlungsarbeit, Korruption, politische und gesellschaftskritische Auseinandersetzungen sind f\u00fcr mich immer wieder interressante R\u00e4tselaufgaben. Blutr\u00fcnstige Gewalt ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frank:<\/strong> Hat er sich entwickelt?<br \/>Schwer zu beschreiben, da es sich nie &#8222;nur&#8220; auf Krimis beschr\u00e4nkte. Schon als Kind interessierte mich alles m\u00f6gliche, so dass halt auch alle m\u00f6glichen Genre(?S) schon damals interessant waren.<br \/>Ich erinnere mich allerdings, dass ich ganz zu Anfang auch Krimis von E. George gelesen hatte oder auch A. Christie. Heute ziehe ich f\u00fcr mich pers\u00f6nlich die etwas &#8222;h\u00e4rtere Gangart&#8220; vor.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peter:<\/strong> Angefangen habe ich &#8211; wie gesagt &#8211; mit Martha Grimes, also den sog. Landhaus-Krimis (&#8222;Cozy&#8220;). Im Laufe der Jahre hat sich mein Schwerpunkt verschoben zu &#8222;Hardboiled&#8220;-Krimis, also Romanen, in denen es h\u00e4rter zur Sache geht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Susannah:<\/strong> Anfangs waren es bei mir vor allem historische Krimis, quer durch alle Epochen: die r\u00f6mischen Krimis von Roberts, die Cadfael-Krimis von Ellis Peters, die Preu\u00dfen-Krimis von Tom Wolf. Dann habe ich, angesteckt durch Elizabeth George, viele britische Krimis gelesen: eben Elizabeth George, Ian Rankin, Deborah Crombie. In den letzten Monaten haben sich dann die Skandinavier sehr stark bei mir durchgesetzt: gerade die d\u00fcsteren Flairs, durch die sich die Werke von Mankell, Nesser, Indridason oder Larsson auszeichnen, gefallen mir sehr gut und \u00fcben einen enormen Reiz aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Gretchenfrage: Warum liest du Krimis? &#8222;Nur&#8220; zur Unterhaltung oder gibt es noch andere Motive?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ingrida:<\/strong> Ich lese Krimis \u00fcberwiegend zur Unterhaltung. Es ist ein weites Feld, denn ich mag nicht nur Regio-Krimis, sondern auch Schwedenkrimis, Britische, Italienische und Fred Vargas. Es ist mein Hobby und ich vergesse Zeit und Raum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frank:<\/strong> Reine Krimis lese ich tats\u00e4chlich nur zur Unterhaltung. Die menschlichen Abgr\u00fcnde scheinen also eine gewisse Faszination auf mich auszu\u00fcben (oder ist das jetzt schon ein weiteres Motiv&#8230;.?).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peter:<\/strong> Ich lese Krimis nur zur Unterhaltung. Dabei m\u00f6chte ich eben auch &#8222;nur&#8220; unterhalten werden. Romane, in denen es zwar einen Mord aufzukl\u00e4ren gilt, die sich aber ansonsten \u00fcber 300 Seiten nur \u00fcber die schlechte Welt beklagen, sind mir ein Graus. Wenn ich so etwas will, dann kann ich Zeitung lesen. Deswegen wirkt das Pr\u00e4dikat, das viele schwedische Krimis haben (&#8222;In der Tradition von Sj\u00f6wall \/ Wahl\u00f6\u00f6&#8220;), auf mich abschreckend statt verkaufsf\u00f6rdernd.<br \/>Auch Krimis, in denen seitenlang nur gelabert und \u00fcber Gott und die Welt philosophiert wird und nichts passiert, lege ich schnell aus der Hand (z.B. Martha Grimes in ihren &#8222;mittleren&#8220; Jury-Romanen).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Susannah:<\/strong> In erster Linie m\u00f6chte ich unterhalten werden, ja. Allerdings &#8211; und das liegt wohl daran, dass ich aus der Horror-\/Psychothriller-Ecke komme, fasziniert und interessiert mich auch die Bosheit des Menschen. Die menschliche Intelligenz als gr\u00f6\u00dfter Gewinn auf Ermittlerseite und als gr\u00f6\u00dfter Schrecken auf Seite des Verbechers &#8211; denn wo w\u00e4ren wir mit der Grausamkeit, ohne die Intelligenz, sie zu erfinden? Der Mensch geht in immer tiefere Abgr\u00fcnde &#8211; und nichts ist spannender, als das wahrhaft B\u00f6se, gleichzeitig das wahrhaft Menschliche.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie informierst du dich \u00fcber das Angebot? Liest du auch Rezensionen \u2013 und welchen Wert haben sie f\u00fcr dich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ingrida:<\/strong> \u00dcber das Krimiangebot informiere ich mich regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die KC, wobei monatlich die Rezensionen nat\u00fcrlich dazugeh\u00f6ren. Auch Lesermeinungen, wenn sie nicht zuviel verraten. Buchbesprechungen in Tages- oder Wochenzeitungen, oder im WDR lese und h\u00f6re ich auch, aber etwas skeptischer. Bestsellerlisten sind wenig aussagekr\u00e4ftig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frank:<\/strong> Da ich bis vor kurzem fast 18 Jahre im Buchhandel gearbeitet habe, nat\u00fcrlich \u00fcber Verlagsvorschauen, Vertreter etc.<br \/>Aber (da ich ein Faible f\u00fcr Horror habe) auch durch Fanzines, Zeitschriften &#8211; und seit einigen Jahren dem Internet.<br \/>Rezensionen stehe ich h\u00e4ufig skeptisch gegen\u00fcber, da mir oft zuviel inhaltliches preisgegeben wird. Daher nutze ich sie meist erst nachdem ich das Buch selbst gelesen habe.<br \/>Insofern ist der &#8222;Wert&#8220; bez\u00fcglich einer Anschaffung bei mir nicht gegeben.<br \/>Ansonsten finde ich sie interessant, da ich sie mit meiner eigenen Meinung \u00fcber das gelesene vergleichen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Peter: <\/strong>Ich gehe regelm\u00e4\u00dfig in die Buchhandlung und schaue mir alte und neue B\u00fccher an und entscheide dann vor Ort, was mir gef\u00e4llt. Rezensionen lese ich kaum, da nun mal nur ich meinen Geschmack habe. Wenn irgendwem das Buch XY gef\u00e4llt, nutzt mir das noch nichts.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Susannah:<\/strong> Mein erster Ansprechpartner ist mittlerweile das Internet geworden: die krimi-couch und ihre Partnerseiten sind zum wichtigsten Medium der Buchinformation f\u00fcr mich geworden und lassen meinen Merkzettel ins Unermessliche wachsen. In dem Zusammenhang muss ich ein paar Worte zu Rezensionen sagen: ich habe schon h\u00e4ufig festgestellt, dass mein Geschmack nicht immer Mainstream ist. Viele hoch angepriesene Romane und Krimis lassen mich kalt; verstaubte und vergessene, weil einst geschasste Krimis sind f\u00fcr mich manchmal wahre Meisterwerke. Interessant sind f\u00fcr mich die Meinung anderer Internetnutzer: sobald ich deren Lesegeschmack einsch\u00e4tzen kann und wei\u00df, dass er mit meinem h\u00e4ufig \u00fcbereinstimmt, ist deren Meinung ein guter Ansatzpunkt. Aber in erster Linie gilt: was ich nicht gelesen habe, kenne ich nicht, und was ich nicht kenne, kann ich nicht beurteilen. Und schlie\u00dflich: vielleicht k\u00f6nnte man ja was verpassen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wieder mit vier neuen Krimileseleben in die Woche. 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