{"id":21829,"date":"2009-12-13T13:08:35","date_gmt":"2009-12-13T13:08:35","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/12\/robert-b-parker-hundert-dollar-baby\/"},"modified":"2022-06-12T22:06:45","modified_gmt":"2022-06-12T20:06:45","slug":"robert-b-parker-hundert-dollar-baby","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2009\/12\/robert-b-parker-hundert-dollar-baby\/","title":{"rendered":"Robert B. Parker: Hundert Dollar Baby"},"content":{"rendered":"\n<p>Ist es Lob oder Tadel, einem Kriminalroman zu bescheinigen, er lese sich &#8222;nett&#8220;? Wohl beides. Robert B. Parkers Spenser-Romane um den Schn\u00fcffler aus Boston und seine skurrilen Helfershelfer geh\u00f6ren jedenfalls in diese Schublade der netten Krimis, bei deren Lekt\u00fcre man vor Entt\u00e4uschungen sicher ist, aber auch keine wirklich aufregenden Erkenntnisse erwarten darf. Das liest sich eben. Routiniert, flott, mit ein wenig Tiefgang, pointierten Dialogen und der \u00fcblichen Action der Sorte &#8222;Spenser und Co. haben immer den letzten Schlag&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;Hundert Dollar Baby&#8220; beschert uns ein Wiederlesen mit April Kyle, dem einst von Spenser vor brutalen Zuh\u00e4ltern geretteten M\u00e4dchen, das inzwischen eine Frau und selbst eine Zuh\u00e4lterin ist. Sie f\u00fchrt ein Luxusbordell, aber es gibt Probleme. B\u00f6se M\u00e4nner, die auch ihr St\u00fcck vom Kuchen abhaben wollen. Freund Spenser, mit v\u00e4terlichen Gef\u00fchlen ausgestattet, hilft April aus der Patsche, muss dann aber erkennen, dass die Sache nicht so geradlinig ist, wie April sie dargestellt hat. Ein Gangster wird ermordet, ein weiterer taucht auf, die Geschichte verlagert sich nach New York, doch wo auch immer: Spenser kennt gen\u00fcgend hilfsbereite Detectives, die ihn, wenn auch manchmal knurrend, ermitteln lassen, als w\u00e4re er ein richtiger Polizist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich endet das Ganze tragisch. Kaum anders zu erwarten, entwickelt Parker doch eine Art psychologisches Lehrst\u00fcck \u00fcber Prostitution. Da kommt es gerade recht, dass Spensers Freundin Susan in der Seelenklempnerbranche t\u00e4tig ist und manch tiefe Weisheiten zum Besten gibt. Andererseits aber ist &#8222;Hundert Dollar Baby&#8220; keine zum Krimi aufgepustete Binsenweisheit. Alles ist ambivalent, schon dass Spenser die kleine April damals den Zuh\u00e4ltern entzog, um sie &#8222;seri\u00f6s&#8220; zur Prostituierten ausbilden zu lassen, darf man als ungew\u00f6hnlich bezeichnen. Und April selbst? Schwankt zwischen M\u00e4nnerhass und der Sehnsucht nach harmonischer Zweisamkeit, wird von M\u00e4nnern benutzt und benutzt ihrerseits M\u00e4nner.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist zun\u00e4chst mal ganz in Ordnung, wirkt in seiner leicht aufdringlichen Art aber auf Dauer ein wenig l\u00e4stig. Insgesamt spult Spenser nat\u00fcrlich das ganze bekannte Programm ab, mit coolen Jungs und harten Ganoven, flotten Spr\u00fcchen und lockerer Analyse. So liebt es der Spenser-Freund. Ist eben alles sehr nett, in guten Dosierungen witzig, manchmal nervig, im Ganzen jedoch unterhaltsamer als vieles andere.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Robert B. Parker: Hundert Dollar Baby. <br \/>Pendragon 2009. 206 Seiten. 9,90 \u20ac<br \/>(Hundred-Dollar Baby, 2006. Deutsch von Emanuel Bergmann)<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist es Lob oder Tadel, einem Kriminalroman zu bescheinigen, er lese sich &#8222;nett&#8220;? Wohl beides. Robert B. 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