{"id":21882,"date":"2010-04-08T08:34:50","date_gmt":"2010-04-08T08:34:50","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2010\/04\/killing-helgoland\/"},"modified":"2022-06-07T17:25:23","modified_gmt":"2022-06-07T15:25:23","slug":"killing-helgoland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2010\/04\/killing-helgoland\/","title":{"rendered":"Killing Helgoland"},"content":{"rendered":"\n<p>B\u00e4nde mit kriminellen Kurzgeschichten, die den Rezensenten gelegentlich erreichen, werden von diesem selten an einem St\u00fcck gelesen. Er sucht sich zuerst die Arbeiten von Autorinnen aus, weil er aus Erfahrung weiss, dass ihm die Geschichten von Frauen besser gefallen als die von M\u00e4nnern, nur Gott oder wer auch immer kennt den Grund.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich liest er zuerst die Geschichten ihm pers\u00f6nlich bekannter Frauen. Das ist immer von Vorteil. Gefallen sie ihm nicht, schweigt er und weiss, dass er nun gar nicht erst den Versuch zu machen braucht, den ganzen Band zu besprechen. Weglegen das Ding. Gefallen ihm hingegen die Geschichten, bringt ihn das gegen\u00fcber den Frauen in eine strategisch nicht ung\u00fcnstige Position. Er LOBT sie und wird sie sich also nicht zu Feindinnen machen. Das ist existentiell. Denn einen Mann zum Feind zu haben bedeutet nur: Wieder einer weniger, der mich m\u00f6glicherweise anpumpt oder mir in langen Mails sein neuestes Buch ans Herz zu legen gedenkt. Frauen als Feindinnen, das hingegen bedeutet: Sie werden dir bei der n\u00e4chsten Begegnung auf der Buchmesse einen Blick zuwerfen, der dich bis zum n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr garantiert impotent macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir also zum neuen Kurzgeschichtenband aus dem Hause Pendragon. Er heisst &#8222;Morden zwischen den Meeren. Kleine Verbrechen aus Schleswig-Holstein&#8220;. Darin die Geschichten von Henrike Heiland und Christiane Geldmacher.<\/p>\n\n\n\n<p>Henrike Heiland hat ihre Story wortspielstark &#8222;Hell-go-land&#8220; \u00fcbertitelt, eine subtile Rache daf\u00fcr, dass sie selbst ihren Namen bisweilen als &#8222;High-land&#8220; verunglimpft sehen muss. Wir lernen den gro\u00dfst\u00e4dtischen Xaver kennen, den pure Gier auf die Insel gef\u00fchrt hat. Irgendwo hier gibt es n\u00e4mlich einen Schatz. Xaver hasst Helgoland, und w\u00e4re er einem nicht ganz so unsympathisch, man w\u00e4re auf der Stelle versucht, ihm beizupflichten. Doch nebenbei ist Xaver auch ein M\u00f6rder&#8230; das ihm von Frau Hai-land in die weitere Biografie geschriebene Schicksal ist indes schlimmer als der Tod&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Autorenbio erfahren wir, dass Henrike Hi!-land auch &#8222;ChickLit&#8220; verfasst (u.a. wohl auch einen ber\u00fcchtigten M\u00e4nnerhasserroman). Nein, f\u00fcr die H\u00fchner w\u00e4re &#8222;Hell-go-land&#8220; definitiv zu schade, man m\u00f6chte die Eier nicht essen, die sie nach der Lekt\u00fcre legen. Anderen Zweibeinern hingegen legen wir die kurze Geschichte getrost ans Herz.<\/p>\n\n\n\n<p>Weniger Chicklit als Zicklit schreibt die Nachwuchsautorin Christiane Geldmacher (50). Esther ist Lehrerin in Flensburg, lebt aber, wie die Autorin bisweilen, in Gl\u00fccksburg. Sie ist 46 und sucht einen Lover. Brigitte Balthus, BB genannt, HAT Lover. Und zwar eine ganze Menge. Das mag Esther nicht leiden und so kommt es zum Zickenkrieg und \u00fcberhaupt wie es kommen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Fast. Denn Mord ist nicht immer die ultima ratio, &#8222;Killing Brigitte Bardot&#8220; (so der Titel) bringt die Sache auch ohne hinter sich und, wie immer bei La Geldmacher, mit jener nonchalanten Grausamkeit, zu der nur Frauen in den besten Jahren f\u00e4hig sind. Man \u00fcberlege es sich also zwei Mal, die Autorin negativ zu kritisieren. Bei dieser Geschichte allerdings muss man gar nicht \u00fcberlegen und winkt sie schmunzelnd durch. Weiter so, ihr schrecklichen Frauen!<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Gesamtschau des Bandes bei Gelegenheit.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Butkus \/ Schlennstedt (Hrg.): <br \/>Morden zwischen den Meeren. Kleine Verbrechen aus Schleswig-Holstein. <br \/>Pendragon 2010. 352 Seiten. 12,95 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00e4nde mit kriminellen Kurzgeschichten, die den Rezensenten gelegentlich erreichen, werden von diesem selten an einem St\u00fcck gelesen. Er sucht sich zuerst die Arbeiten von Autorinnen aus, weil er aus Erfahrung weiss, dass ihm die Geschichten von Frauen besser gefallen als die von M\u00e4nnern, nur Gott oder wer auch immer kennt den Grund.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-21882","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21882","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21882"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21882\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}