{"id":21899,"date":"2010-06-17T11:23:42","date_gmt":"2010-06-17T11:23:42","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2010\/06\/endlose-geschichten\/"},"modified":"2022-06-16T04:39:47","modified_gmt":"2022-06-16T02:39:47","slug":"endlose-geschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2010\/06\/endlose-geschichten\/","title":{"rendered":"Endlose Geschichten"},"content":{"rendered":"\n<p>Manche B\u00fccher sind wie manche Menschen. Man h\u00f6rt ihnen gerne zu, sie erz\u00e4hlen nicht brillant, aber durchaus fl\u00fcssig, was sie erz\u00e4hlen hat Unterhaltungswert und man weiss, wenn sie aufh\u00f6ren zu erz\u00e4hlen, dann ist das Erz\u00e4hlte auch schon l\u00e4ngst im gro\u00dfen H\u00e4cksler von Erinnern und Vergessen verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Manche Menschen jedoch erz\u00e4hlen und erz\u00e4hlen und irgendwann wirft man einen Blick auf die Uhr und dann noch einen und verflucht die Zeit, die nicht vergehen will. Man denkt an ein Fu\u00dfballspiel, den n\u00e4chsten Steuerbescheid oder sehnt sich nach der Lerche, die sich abends auf die Tannenspitze setzt und in die beginnende Nacht hinein singt. Sch\u00f6n ist das.<\/p>\n\n\n\n<p>So wie manche Menschen geriert sich Michael Stanleys &#8222;Kubu und der Tote in der W\u00fcste&#8220;: Doch, man liest die Geschichte des dicken Detektivs Kubu aus Botswana gerne. Es geht, wen wundert&#8217;s, um Mord und Intrigen, Geheimnisse und Gefahren, doch irgendwann hat man den Verdacht, es ginge um immer mehr Morde und Intrigen, Geheimnisse und Gefahren, 530 Seiten lang. Das ist der Erz\u00e4hler, der sich an seinem Erz\u00e4hlten berauscht und gleichzeitig \u00e4ngstlich die Reaktionen seiner Zuh\u00f6rerschaft \u00fcberpr\u00fcft. Schlafen sie ein? Langweilen sie sich? Sollte ich noch einen Haken schlagen, noch etwas sehr Gef\u00e4hrliches inszenieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Leider tut er das. Und aus der F\u00fclle von Geheimnissen sch\u00e4lt sich irgendwann heraus, dass das, was man das liest, so \u00fcberhaupt kein Geheimnis mehr hat. Nicht nur, weil man die genialen Tricks der Verbrecher genau in dem Moment erahnt, in dem sie dazu ansetzen, uns zu verwirren. Noch 50 Seiten, denkt man, und ich lese schwarz auf wei\u00df, was ich l\u00e4ngst wei\u00df \u2013 und \u00e4rgere mich schwarz.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, geschw\u00e4tzig ist das Autorengespann, das sich Michael Stanley nennt, nicht. Sie sagen, was man sagen muss, aber sie haben ihre Geschichte in zu viele Windungen gelegt. Das schl\u00e4ngelt sich so durch und der Leser mit ihnen, so mag das Leben zwar manchmal sein, ein Kriminalroman aber bitte nicht, da w\u00fcnscht man sich Struktur und Konzentration, da ist manche Leiche eine Leiche zu viel, mancher Dialog nett, aber \u00fcberfl\u00fcssig. Wie die Sache ausgeht, weiss man ja eh. Und wird die Geschichte vergessen. H\u00e4tte man auch, wenn sie nur 350 Seiten lang w\u00e4re, dass sie 530 lang ist, macht die Sache ein wenig \u00e4rgerlich. So wie einen manche Menschen \u00e4rgerlich machen, die nicht auf den Punkt kommen und erz\u00e4hlen, erz\u00e4hlen, erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>dpr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche B\u00fccher sind wie manche Menschen. 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