{"id":21948,"date":"2010-11-18T08:36:47","date_gmt":"2010-11-18T08:36:47","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2010\/11\/schlachteplatte-03-10\/"},"modified":"2022-06-18T02:26:00","modified_gmt":"2022-06-18T00:26:00","slug":"schlachteplatte-03-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2010\/11\/schlachteplatte-03-10\/","title":{"rendered":"Schlachteplatte 03.10"},"content":{"rendered":"\n<p><em>(Wieder ist Hausschlachtung angesagt, diesmal mit f\u00fcnf Damen. Vier liegen im brodelnden Kessel der Krimikritik, die f\u00fcnfte r\u00fchrt gekonnt in der Blut- und Buchstabensuppe. Anna Veronica Wutschel inmitten von Wellfleisch (Jenny Siler), Leberwurst (Anne Holt), Leberkn\u00f6del (Kathy Reichs) und Schweinef\u00fc\u00dfchen (Val McDermid). Wohl bekomm&#8217;s.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"mt-image-left\" style=\"float: left; margin: 0 20px 20px 0;\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2010\/cover\/sp3__.jpg\" alt=\"sp3__.jpg\" width=\"196\" height=\"300\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Welt im Gro\u00dfen <\/strong><br \/>und im Kleinen literarisch zu erfassen, ist eine Kunst, die Jenny Siler brillant beherrscht. Ein Junge, viel zu jung, wird in einem afghanischen Gef\u00e4ngnis, wo er nicht sein sollte, als Informant zwangsrekrutiert. Verstrickungen sollen vertuscht werden, und eine gef\u00e4hrlich undurchsichtige Jagd beginnt. Offene, uralte Rechnungen werden beglichen, wobei jede menschliche Regung den Tod herauszufordern scheint. \u201cVersch\u00e4rftes Verh\u00f6r\u201d erz\u00e4hlt von Kriegsschaupl\u00e4tzen, von Vietnam, Marokko, Afghanistan, von Folter, Terror, Dem\u00fctigung, Liebe und von Hoffnung. Was sich runterliest wie ein Rei\u00dfer, ist vielmehr eine komplex feinsinnige Studie \u00fcber \u00dcberlebensk\u00e4mpfe. In fast karger, dabei enorm effektvoll inszenierter Sprache f\u00fchrt Siler durch einen knallharten Albtraum, der schonungslos genial Welt(-Politik) schildert. Chapeau!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em>Jenny Siler: Versch\u00e4rftes Verh\u00f6r <\/em><br \/><em>(The prince of Bagram Prison, 2008). <\/em><br \/><em>Roman. Deutsch von Susanne Goga-Klinkenberg. <\/em><br \/><em>Frankfurt\/Main: Fischer Taschenbuch 2010. 311 Seiten. 8,95 Euro. <\/em><\/pre>\n\n\n\n<form class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"mt-image-left\" style=\"float: left; margin: 0 20px 20px 0;\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2010\/cover\/sp3__2.jpg\" alt=\"sp3__2.jpg\" width=\"183\" height=\"300\"\/><\/form>\n\n\n\n<p><strong>Religi\u00f6ser Fanatismus<\/strong><br \/>kennt seine Feinde genau und hat bisweilen durchaus kein Problem damit, diese zu eliminieren. In \u201cGotteszahl\u201d liquidiert ein derart unbekehrbarer Trupp, der sich aus Christen und Muslimen zusammensetzt, einen gemeinsamen Erzfeind. Warum diese Gruppe ihr Jagdrevier von den USA geradewegs nach Norwegen verlegt, erkl\u00e4rt der verdrehte finale Clou. Doch bis Kommissar Stub\u00f8 einen Zusammenhang zwischen den Morden an einer Bisch\u00f6fin, einem K\u00fcnstler und einigen anderen vermeintlichen Unfallopfern erkennen kann, hat seine Frau, die \u00fcber Hassverbrechen recherchiert, den Fall praktisch gel\u00f6st. Anne Holt verfolgt sehr liebenswerte Absichten, doch driftet die b\u00f6s erdachte Verschw\u00f6rung auf d\u00fcnner Logik, recht spannungsarm in breiter erz\u00e4hlerischer Beklommenheit alsbald einer seltenen Fadenscheinigkeit entgegen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em>Anne Holt: Gotteszahl. <\/em><br \/><em>Piper 2010 (Pengemannen, 2009. <\/em><br \/><em>Deutsch von Gabriele Haefs). 463 Seiten. 19,95 Euro. <\/em><\/pre>\n\n\n\n<form class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"mt-image-left\" style=\"float: left; margin: 0 20px 20px 0;\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2010\/cover\/sp3__3.jpg\" alt=\"sp3__3.jpg\" width=\"187\" height=\"299\"\/><\/form>\n\n\n\n<p><strong>Ein \u00fcberm\u00fctig ausgelebter<\/strong><br \/>Fall von Aquaerotik und ein doppelt Verstorbener f\u00fchren die forensische Anthropologin Tempe Brennan von Montreal nach Hawaii. In der dort ans\u00e4ssigen Beh\u00f6rde zur Auffindung vermisster US-Soldaten sortiert die fesche, blitzgescheite Tempe eine Menge alter Knochen um und stellt so die Identit\u00e4t einiger bislang unidentifizierter Toten fest. Nebenbei erz\u00fcrnt sie einen Drogenboss und findet doch immer gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr neckische Spielchen mit ihrer f\u00fcr auf ewig Jein-Beziehung Ryan. \u201cBlut vergisst nicht\u201d startet viel versprechend, stockt aber bald zwischen kokettem Gepl\u00e4nkel und vielen M\u00e4tzchen, um letztlich vornehmlich im Knochen-Identifizierungs-Karussell zu kreiseln. Das ist forensischer Jahrmarktzauber mit einer Prise hawaiianischem Aloha-Feeling. Unterhaltsam ist es nicht.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em>Kathy Reichs: Blut vergisst nicht <\/em><br \/><em>(Spider Bones, 2010). Roman. <\/em><br \/><em>Deutsch von Klaus Berr. M\u00fcnchen: Blessing 2010. 383 Seiten. 19,95 Euro. <\/em><\/pre>\n\n\n\n<form class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"mt-image-left\" style=\"float: left; margin: 0 20px 20px 0;\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2010\/cover\/sp3__4.jpg\" alt=\"sp3__4.jpg\" width=\"196\" height=\"300\"\/><\/form>\n\n\n\n<p><strong>Stolz den Kindern<\/strong><br \/>beim Gro\u00dfwerden zuschauen &#8211; das ist die Freude aller Eltern. Val McDermid scheint bei ihrem Z\u00f6gling, dem eigenwilligen klinischen Psychologen Tony Hill, alles richtig gemacht zu haben: Kaum erfunden, machte sich der Bub rasch selbstst\u00e4ndig und feierte Erfolge mit seiner TV-Serie \u201cHautnah &#8211; Die Methode Hill\u201d. Da die nun wegen zu hoher Produktionskosten nach der 6. Staffel eingestellt wurde, eilte Muttern McDermid herbei, um den Kr\u00e4nkelnden wieder aufzup\u00e4ppeln. Und das ist ihr aufs Pr\u00e4chtigste gelungen: Tony Hill und Carol Jordans Team ermitteln in einem Fall, in dem ein Psychopath Teenager entf\u00fchrt, t\u00f6tet und entsetzlich verst\u00fcmmelt. Doch eine sexuelle Motivation f\u00fcr die Morde schlie\u00dft der Profiler, der durch seine eigene Vergangenheit enorm abgelenkt wird, g\u00e4nzlich aus. Verquere Taten, verquere Motive gew\u00e4hren abgr\u00fcndige Blicke auf L\u00e4diertheiten der Seele und die Pathologie von Normalit\u00e4t. Nach dem schwachen Vorg\u00e4nger \u201cSchleichendes Gift\u201d \u00fcberrascht \u201cVatermord\u201d mit einer klugen Story, perfektem Timing und viel Spannung. Und so kommt die Serie mordsm\u00e4\u00dfig gut wieder auf Kurs.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><em>Val McDermid: Vatermord<\/em><br \/><em>(Fever of the Bone, 2009). Roman. Deutsch von Doris Styron. <\/em><br \/><em>M\u00fcnchen: Knaur 2010. 523 Seiten. 9,99 Euro.<\/em><\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Wieder ist Hausschlachtung angesagt, diesmal mit f\u00fcnf Damen. Vier liegen im brodelnden Kessel der Krimikritik, die f\u00fcnfte r\u00fchrt gekonnt in der Blut- und Buchstabensuppe. Anna Veronica Wutschel inmitten von Wellfleisch (Jenny Siler), Leberwurst (Anne Holt), Leberkn\u00f6del (Kathy Reichs) und Schweinef\u00fc\u00dfchen (Val McDermid). 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