{"id":2512,"date":"2008-01-20T08:45:12","date_gmt":"2008-01-20T07:45:12","guid":{"rendered":"http:\/\/mitty.de\/frlc\/2008\/01\/20\/power-to-the-people\/"},"modified":"2022-09-10T02:54:30","modified_gmt":"2022-09-10T00:54:30","slug":"power-to-the-people","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/01\/power-to-the-people\/","title":{"rendered":"Power to the people"},"content":{"rendered":"\n<p>In der S\u00fcddeutschen Zeitung (\u2192 <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/artikel\/666\/153275\/\">Miss Molly<\/a>) sieht Andrian Kreye die Ehre der Cover-Version durch Cat Power und ihr neues Album <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B000YDJDHY\/hintenet\">&#8222;Jukebox&#8220;<\/a> gerettet. So weit, so gut, aber Kreyes Artikel (immerhin der Feuilleton-Aufmacher der Wochenendausgabe) hat mich wirklich aufgeregt. Nicht weil er die hier gerne geh\u00f6rten <a href=\"\/neu\/cdkritik\/2006\/nouvelle_vague_bande_a_part.php\">Nouvelle Vague<\/a> doof findet, sondern weil der Artikel voll ist von kleinen Unterstellungen und Ungenauigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Ein paar Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Man spielte l\u00e4ngst vergessene St\u00fccke von l\u00e4ngst vergessenen Stilpionieren wie Big Star, The Babys, oder den Replacements.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Big Star und The Replacements l\u00e4ngst vergessen? Nicht solange wir noch ein W\u00f6rtchen mitzureden haben, Herr Kreye. Und was haben, bitte, The Babys mit Stilpionieren zu tun?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wenn Travis &#8222;Oops!&#8230; I Did It Again&#8220; von Britney Spears als Zugabe spielen, oder die Donnas ein St\u00fcck von Kiss, war der Witz eindeutig.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ich habe Travis nie live gesehen und kann deswegen nichts zu ihrer Version von &#8222;Oops!&#8230;&#8220; sagen, aber bei den Donnas &#8211; die sich eben l\u00e4ngst von der Punkband in eine Hardrockcombo gewandelt haben &#8211; bin ich sicher, dass ein Kiss-Cover nicht als Wiz gemeint ist.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Was es bedeutet, wenn Sufjan Stevens ein St\u00fcck von R.E.M. singt, wissen nur noch Eingeweihte.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Vielleicht findet er einfach, dass &#8222;The One I Love&#8220; eines der sch\u00f6nsten REM-St\u00fccke ist.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Vor drei Jahren adelte kein geringerer als Johnny Cash die Covermanie mit seinem Album &#8222;American IV&#8220;, auf dem er unter anderen Nine Inch Nails, Depeche Mode und Sting interpretierte. Das allerdings war keine Ironie, sondern eine Anerkennung des jeweiligen Songschreiberhandwerks.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Adeln und Anerkennen begann bei Cash nicht vor drei sondern schon vor 14 Jahren mit dem ersten &#8222;American Recordings&#8220;-Album.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Egal ob das zornige &#8222;Too Drunk To Fuck&#8220; von den Dead Kennedys oder das tragische &#8222;Love Will Tear Us Apart&#8220; von Joy Division, alles war pl\u00f6tzlich so schmerzfrei hip wie eine Fotostrecke der M\u00f6belzeitschrift Wallpaper.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Jello Biafra, der alte Politrocker hat ja wirklich viele zornige Songs gegen die Unterdr\u00fcckung und Ungerechtigkeit in der Welt geschrieben, aber ausgerechnet &#8222;Too Drunk To Fuck&#8220; fand ich immer eine schlichtweg spa\u00dfig gemeinte Nummer. Sollte ich damit wirklich so falsch liegen?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Das Problem mit dem ironischen Zitat ist die Geste. Letztlich stehen im Hintergrund immer noch Jimi Hendrix mit seiner Fassung der amerikanischen Nationalhymne in Woodstock und Johnny Rottens respektlose Punkversion von Frank Sinatras &#8222;My Way&#8220;.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Au weia. Man kann ja zu Johnny Rotten stehen wie man will, aber ihn mit dem talentlosen Sid Vicious zu verwechseln ist schon peinlich. Und dessen Version von &#8222;My Way&#8220; hat nun wirklich nichts Hintergr\u00fcndiges.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Das alles hat die S\u00e4ngerin aus Georgia mit Studiomusikern eingespielt, die sie zu einem Teil aus Veteranen rekrutiert hat, die schon mit Neil Young, Janis Joplin und Al Green gespielt haben, teils mit Nachwuchs aus Bands wie Dirty Three, Delta 72 und der Jon Spencer Blues Explosion, die ihr schon bei den Konzerten zu ihrem letzten Album &#8222;The Greatest&#8220; eine g\u00fcltige Form der Zeitlosigkeit geschaffen hatten.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dirty Three und die Jon Spencer Blues Explosion gibt\u00b4s seit Anfang der 90er Jahre. Und trotzdem geh\u00f6ren die Musiker immer noch zum Nachwuchs?<br \/>P.S.: Ja, &#8222;Jukebox&#8220; ist ein tolles Album.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der S\u00fcddeutschen Zeitung (\u2192 Miss Molly) sieht Andrian Kreye die Ehre der Cover-Version durch Cat Power und ihr neues Album &#8222;Jukebox&#8220; gerettet. So weit, so gut, aber Kreyes Artikel (immerhin der Feuilleton-Aufmacher der Wochenendausgabe) hat mich wirklich aufgeregt. 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