{"id":25181,"date":"1998-05-20T11:11:00","date_gmt":"1998-05-20T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=25181"},"modified":"2022-07-06T02:42:30","modified_gmt":"2022-07-06T00:42:30","slug":"david-munyon-poet-wind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/05\/david-munyon-poet-wind\/","title":{"rendered":"David Munyon &#8211; Poet Wind"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/David-Munyon-Poet-Wind.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/David-Munyon-Poet-Wind.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-25184\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/David-Munyon-Poet-Wind.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/David-Munyon-Poet-Wind-145x145.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/David-Munyon-Poet-Wind-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/David-Munyon-Poet-Wind-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Neue Folge der Reihe &#8222;David Munyon &#8211; bester Singer-Songwriter der Welt&#8220;, heute: Wohin die Winde wehen\u2026 Nach seinem kargen solistischen Ausflug vor zwei Jahren hat Munyon nun wieder eine Band im R\u00fccken- und die tut seiner Musik gut &#8211; bei allem Respekt vor dem kompositorischen Talent des Meisters, aber so &#8222;ohne alles&#8220; sind die Songs wenig tragf\u00e4hig, mit Band klingt\u00b4s einfach satter!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;Singer-Songwriter&#8220; &#8211; das klingt nach Tradition und Wertkonservatismus. Qualit\u00e4tskriterium scheint eher Intensit\u00e4t statt Innovation zu sein. Singer-Songwriter-Fans wollen nichts &#8222;Neues&#8220;, sondern einfach nur tief ber\u00fchrt werden und ein paar nette, rustikale Harmonien h\u00f6ren &#8211; mal provokant gesagt. Falls ich irre, bitte ich um heftigen Protest und dessen n\u00e4here Erl\u00e4uterung. Jedenfalls trachtet auch Munyon nicht nach revolution\u00e4ren musikalischen Neuerungen. Vom Country-Pfad ist er abgekommen, segelt aber gleichwohl zu neuen Ufern. &#8222;Poet wind&#8220; steht im Zeichen des Fisches: verlegt beim &#8222;Stockfisch&#8220;-Label (echt wahr!), die Lieder erz\u00e4hlen von Piraten, Walen, fernen L\u00e4ndern etc. Und was einige wahnsinnige Kritiker (die sicher bald der Klabautermann holt) unter &#8222;Bistro-Kl\u00e4ngen&#8220; ablegen, sind in Wirklichkeit traditionelle Shantie-Elemente: der einsame Matrose, mit seinem Schifferklavier lehnt er an der Reling\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Munyon ist also unter die Seeb\u00e4ren gegangen, das ist das Novum des j\u00fcngsten Werks des vietnamerfahrenen Ex-Soldaten. Ansonsten meldet das Logbuch (erleichtert): Alles beim Alten. Rauh aber herzlich singt der Amerikaner mit der sonoren Stimme (hoher G\u00e4nsehaut-Faktor!) seine wunderbar melodisch flie\u00dfenden, ziemlich melancholischen Songs, zwar ohne Pedal Steel Guitar, aber immer noch in solider Akustik-Handarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Townes Van Zandt-Cover &#8222;Snowin\u00b4 on raton&#8220; zollt er dem Anfang 1997 verstorbenen Kollegen Tribut, von dem er sich zwar nicht im Pathos unterscheidet, diese Inbrunst aber anders als Van Zandt nicht gegen sich selbst, sondern gegen seine Umwelt, die &#8222;Gesellschaft&#8220; und sein Land richtet. Zugegeben, der narbengesichtige, wettergegerbte und irgendwie authentisch wirkende Munyon hat was von rebellischen, gel\u00e4uterten Veteranen \u00e0 la &#8222;Geboren am 14. Juli&#8220;. Er wirkt einfach &#8222;redlich&#8220; &#8211; um es mit dem Lieblingswort des Sangeskollegen Reinhard Mey zu sagen &#8211; womit wir beim Punkt w\u00e4ren: Stichwort &#8222;Gutmensch&#8220;. Und diese ganze Hinleitung nur, um auf Munyons peinlichen Weltverbesser-Song &#8222;Save the world&#8220; zu kommen, wo zu allem \u00dcberflu\u00df auch noch ein Kinderchor zum Einsatz kommt. Herr Zuckowski l\u00e4\u00dft gr\u00fc\u00dfen. Hilfe!<\/p>\n\n\n\n<p>Das war\u00b4s aber auch schon an Kritik. &#8222;Poet wind&#8220; ist ein sch\u00f6nes solides Singer-Songwriter-Album, das meist akustisch swingt, gelegentlich auch rockt. Ruhig und ohne M\u00e4tzchen, daf\u00fcr mit viel Tiefgang und Schwermut &#8211; in Abwandlung des Blues-Mottos: &#8222;Sailing round the world, feeling bad&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich lohnt auch diesmal wieder ein Blick in die zweiseitigen(!) Credits des Meisters (ja, ich wei\u00df, der Begriff wird momentan ziemlich inflation\u00e4r gebraucht, aber der joviale Munyon hat einfach etwas von einem &#8222;Meister&#8220;!): diesmal finden sich unter anderem Danksagungen an die Heilige Dreifaltigkeit und die himmlischen Heerscharen, an Krishna, Vishnu, Brahma, Shiva, Buddha, Allah, Mohammed, Jessie und Joshua, Ghandi, Walt Disney, Arnie, Amy Grant, John, Paul, George und Ringo, an U2, Elvis und &#8222;you, Babe&#8220;. Sei\u00b4s drum.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">David Munyon<br \/>Poet Wind<br \/>Stockfisch<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Folge der Reihe &#8222;David Munyon &#8211; bester Singer-Songwriter der Welt&#8220;, heute: Wohin die Winde wehen\u2026 Nach seinem kargen solistischen Ausflug vor zwei Jahren hat Munyon nun wieder eine Band im R\u00fccken- und die tut seiner Musik gut &#8211; bei allem Respekt vor dem kompositorischen Talent des Meisters, aber so &#8222;ohne alles&#8220; sind die Songs [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[12],"tags":[3524,2930,662],"class_list":["post-25181","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik","tag-david-munyon","tag-singer-songwriter","tag-usa"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Katja Preissner","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/kp-2\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25181"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25181\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}