{"id":2585,"date":"2007-06-06T08:55:25","date_gmt":"2007-06-06T08:55:25","guid":{"rendered":"http:\/\/mitty.de\/frlc\/2007\/06\/06\/the-sea-cake-everybody\/"},"modified":"2022-07-07T02:49:10","modified_gmt":"2022-07-07T00:49:10","slug":"the-sea-cake-everybody","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/06\/the-sea-cake-everybody\/","title":{"rendered":"The Sea &amp; Cake: Everybody"},"content":{"rendered":"\n<p>Chicago Revisited &#8211; Mach dein Ding! Die bereits im Jahre 1993 in der Bugwelle der so genannten Chicagoer-Post-Rock-Szene in Erscheinung getretene Band \u201eThe Sea &amp; Cake\u201c macht auf ihrem nunmehr 7. Album \u201eEverybody\u201c alles wie gewohnt \u201esophisticated\u201c, nichts wie erwartet und gar nichts wie erhofft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten 3 Alben von \u201eThe Sea &amp; Cake\u201c zeichneten sich durch eine innovative, unangestrengt und entspannt klingende \u00c4sthetisierung der Bez\u00fcge von Jazz und Folk auf Elemente und Kl\u00e4nge des konventionellen Rock aus (und damit im Sinne des Post Rock durch die \u00dcberwindung der traditionellen Rockkonventionen) &#8211; mit dahin gehauchtem Gesang und (teils) groovigen, afro-karibischen Gitarrensounds und Rhythmen. Ab Album Nummer 4 (\u201eThe Fawn\u201c) wurde dann ihr distinguiert-differenzierter Klang noch mit dem Zeitgeist entsprechenden elektronischen Texturen und Rhythmen erweitert, die den Sound \u00fcber das Album \u201eOui\u201c bis zum letzten Album \u201eOne Bedroom\u201c im Wesentlichen pr\u00e4gten. Letztlich lie\u00dfen jedoch die beiden vorgenannten Alben die erhoffte innovative musikalische Neuausrichtung vermissen, die man angesichts der musikalischen Sozialisierung und Historie der Bandmitglieder konsequenterweise erwartet und f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. Sie m\u00fcndeten doch zu sehr in (elektronisch verspielter) Gef\u00e4lligkeit, als dass sie aufregende Spannung und Reibungspunkte zu erzeugen wussten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eEverybody\u201c steht nun wie ein riesiger Pflock mitten auf dem Weg, den diese Band bisher beschritten hat. Eingerammt auf &#8211; auf die Anzahl der Ver\u00f6ffentlichungen bezogen &#8211; ungef\u00e4hr halbem Wege, genauer gesagt, 12 Jahre zur\u00fcck. Also eher eine Bilanz des eigenen Schaffens bis dahin und gleichzeitig auch ein deutliches Zeichen f\u00fcr alle musikalisch artverwandten Epigonen hinsichtlich der Relevanz des durch die Mitglieder von \u201eThe Sea &amp; Cake\u201c bereits in deren Vorl\u00e4uferbands skizzierten und nachfolgend ausbuchstabierten Musikstils. Also eher Konsolidierung und (eigene) Standortbestimmung unter Bezugnahme auf die eigene Fr\u00fchphase, als (die erwartete und erhoffte) avantgardistische Neuausrichtung und Fortf\u00fchrung Ihrer potentiell vorhandenen sowie bereits anderorts eindrucksvoll gezeigten und viel beachteten innovativen musikalischen Ausdrucksformen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sam Prekop (Gesang, Gitarre) und Eric Claridge (Bass) \u2013 ehemals \u201eShrimp Boat\u201c, Archer Prewitt (Gitarre) \u2013 ehemals \u201eThe Coctails\u201c und John McEntire (Schlagzeug, Percussion, Synthezisers) \u2013 auch \u201eTortoise\u201c, \u201eExploding Star Orchestra\u201c und ehemals \u201eBastro\u201c, \u201eThe Red Crayola\u201c und \u201eGastr del Sol\u201c, haben in vorgenannten Bands eindrucksvoll bewiesen, dass sie f\u00e4hig sind, vorhandene musikalische Genres zu erweitern, neu zu definieren und Meilensteine zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit ihrem aktuellen Album gehen sie jedoch wieder zur\u00fcck zu den Wurzeln ihres selbst gepr\u00e4gten Klangkosmos und &#8211; nach eigener Aussage &#8211; hin zu einem von \u201eThe Kinks\u201c inspirierten direkten (Live-) Rock-Sound, der vor allem die Einfl\u00fcsse der vielen anderen aktuellen \u2013 von Soundtracks, Jazz \u00fcber Rock bis Dub &#8211; musikalischen Unternehmungen John McEntires mit dem klassischen \u201eThe Sea &amp; Cake\u201c-Stil kombiniert. Daf\u00fcr stehen vor allem die Songs \u201cToo Strong\u201c, \u201eCrossing Line\u201c, \u201eMiddle Night\u201c, \u201eExact To Me\u201c, \u201eLightning\u201c und \u201cLeft on\u2019.<br \/>\u201cThe Sea &amp; Cake\u2019 schaffen es zweifelsohne, dieses von ihnen selbst in der Vergangenheit aufgeschlagene musikalische Kapitel gekonnt fortzuschreiben und in Form zu gie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Objektiv betrachtet ist \u201eEverybody\u201c im anvisierten Kontext und unter Ausblendung der aktuellen Zeitrechnung ein sch\u00f6nes Album geworden, mit dessen Erscheinen man jedoch gerade nach der Ver\u00f6ffentlichung von \u201eThe Biz\u201c im Jahre 1995 mehr Aufsehen h\u00e4tte erregen sowie eine beachtliche Duftmarke bez\u00fcglich des bis dahin geleisteten Schaffens setzen k\u00f6nnen. Was danach mit etwas mehr Mumm der Protagonisten m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, zeig(t)en zwischenzeitlich andere Musiker beziehungsweise regionale Cluster wie zum Beispiel \u201eVon S\u00fcdenfed\u201c (Mouse on Mars &amp; Mark E. Smith), \u201eRadiohead\u201c, \u201eBj\u00f6rk\u201c, \u201eDie Goldenen Zitronen\u201c, \u201eInternational Pony\u201c, \u201eTocotronic\u201c und Weilheim.<\/p>\n\n\n\n<p>Nevermind &#8211; \u201eThe C in Cake\u201c (Songtitel von \u201eGastr del Sol\u201c vom Album \u201eCrookt, Crackt, Or Fly\u201c, aus dem aufgrund eines Missverst\u00e4ndnisses und dessen absichtlicher Interpretation der Bandname entstand) nimmt \u201eThe Sea &amp; Cake sowieso schon lange keiner mehr. Aber etwas mehr Mut zu exotischeren Zutaten und Formen h\u00e4tten dem (ohnehin immer noch vorhandenen) sehr guten Geschmack noch eine ganz besonders individuelle Note hinzuf\u00fcgen k\u00f6nnen! Looking forward\u2026!!!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Alben:<br \/>The Sea and Cake (Thrill Jockey - 1994)<br \/>Nassau (Thrill Jockey - 1995)<br \/>The Biz (Thrill Jockey - 1995)<br \/>The Fawn (Thrill Jockey - 1997)<br \/>A Brief Historical Retrospective - Compilation (Thrill Jockey \u2013 1997)<br \/>Oui (Thrill Jockey - 2000)<br \/>One Bedroom (Thrill Jockey - 2003)<br \/>Everybody (Thrill Jockey - 2007)<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Links:<br \/><a href=\"http:\/\/www.theseaandcake.com\/\">http:\/\/www.theseaandcake.com\/<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/seaandcake\">http:\/\/www.myspace.com\/seaandcake<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.thrilljockey.com\">http:\/\/www.thrilljockey.com<\/a><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chicago Revisited &#8211; Mach dein Ding! 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