{"id":29573,"date":"2002-11-25T11:11:00","date_gmt":"2002-11-25T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=29573"},"modified":"2022-07-06T02:39:49","modified_gmt":"2022-07-06T00:39:49","slug":"chartskritik-25-11-2002","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2002\/11\/chartskritik-25-11-2002\/","title":{"rendered":"Chartskritik 25.11.2002"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">H\u00e4tte nicht gedacht, dass es noch schlimmer kommen k\u00f6nnte als Nelly. Ging aber dann doch. Der Steuer-Song auf Nummer 1. Da geht mir doch das Messer in der Tasche auf. F\u00fcr ein Land, in dem trotz vier Millionen Arbeitsloser niemand auf die Stra\u00dfe geht, leider nur konsequent. Da kann sich Herr Schr\u00f6der \u2013 trotz des scheinheiligen Gejammeres seiner Frau \u2013 doch nur ins F\u00e4ustchen lachen. Mehr Widerstand als eine Lachnummer in den Charts hat er nicht zu erwarten, und das wird er zu interpretieren wissen. By the way, noch ein Wort zu seiner Frau: von einer ehemaligen BILD-Journalistin verbitte ich mir jegliche Belehrung \u00fcber die Verantwortung der Medien!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Bin aber noch nicht fertig. Zu Ihnen, <strong>Elmar \u201eKrisengewinnler\u201c Brandt<\/strong>: zu einem wirklich kritischen Text hat\u00b4s wohl nicht gereicht. Oder w\u00e4r bei weniger Populismus zuwenig Geld in die Kasse geflossen? Der Steuer-Song ist Comedy im schlechtesten Sinne. Die CDU freut sich, und der SPD tut\u00b4s nicht weh. Aber mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch jemand hat an diesem Wochenende gelitten. Stellt Euch vor, Ihr w\u00e4rt ein kleines Popsternchen und habt \u00b4ne neue Single. Da ist es doch super, wenn der Clip in den Viva-Charts l\u00e4uft. Aber dann lest Ihr Euren Namen im eingeblendeten Insert, und da haben die tats\u00e4chlich Vor- und Nachnamen vertauscht! Zum Beispiel Hannah Audrey statt <strong>Audrey Hannah<\/strong>. Warum ich das erw\u00e4hne? Weil die Frau Saarl\u00e4nderin ist und mal Moderatorin beim hiesigen Jugendradio war. \u00dcber den Rest schweig ich lieber still. D\u00fcnn, blond, Billig-Pop.<\/p>\n\n\n\n<p>Super dagegen <strong>Ms. Dynamite<\/strong> mit \u201eDy-na-mi-tee\u201c. Klingt zwar \u00b4n bisschen wie Destiny\u00b4s Child, aber sei\u00b4s drum: smooth, schwebend und unendlich l\u00e4ssig. Wow. Au\u00dferdem war <strong>Moby<\/strong> noch mal zu sehen mit \u201eIn this world\u201c (Platz 81). Bei dem Video muss ich immer ein bisschen weinen, weil mich diese winzigen Marsmenschen mit ihren kleinen \u201eHallo\u201c-Schildchen so anr\u00fchren. Kommen mit besten Absichten und werden fast \u00fcberfahren! Schn\u00fcff.<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten nervt fast alles, was derzeit in den Charts mit Gitarren rockt. Am schlimmsten sind <strong>Nickelback<\/strong> (\u201eToo bad\u201c), die ihren Stadionrock mit Betroffenheitsfressen garnieren, als w\u00fcrden sie gerade ans Kreuz genagelt. <strong>Gavin Rossdale<\/strong> klingt sogar noch mainstreamiger (ja, das geht), hatte aber immerhin vor\u00b4m Videodreh noch einen Termin bei seiner Stylistin. Die einzigen, die momentan was anderes als Drei-Akkorde-Rock mit ihren Gitarren hinkriegen, sind <strong>Coldplay<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich hab einen neuen Lieblingssong, ich geb\u00b4s ja zu. Es ist die aktuelle Nummer 17, kommt von <strong>Shaggy <\/strong>und heisst \u201eHey sexy Lady\u201c. Bin halt auch nur \u00b4n Mensch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Top Ten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Gerd Show<br \/>Der Steuer-Song<\/li><li>Nelly feat. Kelly Rowland<br \/>Dilemma<\/li><li>Ozzy Osbourne<br \/>Dreamer<\/li><li>Las Ketchup<br \/>The Ketchup Song (Asereje)<\/li><li>Jeanette<br \/>Rock My Life<\/li><li>Christina Aguilera<br \/>Dirrty<\/li><li>Ronan Keating feat. Jeanette<br \/>We\u00b4ve got tonight<\/li><li>Groove Coverage<br \/>God is a girl<\/li><li>Sarah Connor<br \/>Skin on skin<\/li><li>B3<br \/>Tonight and forever<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>==&gt;&nbsp;<a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2002\/11\/die-top-ten-vom-25-11-2002\/\" data-type=\"post\" data-id=\"29575\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zur Einzelkritik<\/a>&nbsp;&lt;==<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00e4tte nicht gedacht, dass es noch schlimmer kommen k\u00f6nnte als Nelly. Ging aber dann doch. Der Steuer-Song auf Nummer 1. Da geht mir doch das Messer in der Tasche auf. F\u00fcr ein Land, in dem trotz vier Millionen Arbeitsloser niemand auf die Stra\u00dfe geht, leider nur konsequent. 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