{"id":29623,"date":"2001-01-02T11:11:48","date_gmt":"2001-01-02T10:11:48","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=29623"},"modified":"2022-06-26T04:24:39","modified_gmt":"2022-06-26T02:24:39","slug":"ronnie-lane-live-in-austin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2001\/01\/ronnie-lane-live-in-austin\/","title":{"rendered":"Ronnie Lane: Live In Austin"},"content":{"rendered":"\n<p>Rund 10 Jahre verbrachte der &#8222;noble Englishman&#8220; aus dem Londoner East End nicht in New York, sondern vornehmlich in der texanischen Musik(er)metropole Austin. 1984 hatte der Mitbegr\u00fcnder der SMALL FACES und Initiator der FACES klammheimlich seine Heimat verlassen und war nach Houston \u00fcbergesiedelt. Nicht freiwillig, sondern bedingt durch seine heimt\u00fcckische Erkrankung (Multiple Sklerose). In Texas (und anderswo in den USA) erhoffte er sich Linderung und vielleicht sogar Heilung. Als Musiker war er l\u00e4ngst abgeschrieben, seine typisch britische Country-Folk-Rock-Melange wollte eh niemand mehr h\u00f6ren. In die Saiten greifen konnte Ronnie, bedingt durch seine Krankheit, auch nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Er schaffte es allerdings schon bald, in seiner &#8222;Wahlheimat&#8220; wie ein Magnet junge, talentierte Musiker, aber auch &#8222;alte Hasen&#8220; wie z. B. ROLLING STONES-Saxophonist Bobby Keys, an sich zu ziehen. Gerade die Nachwuchsleute wollten von Ronnies langj\u00e4hrigen Erfahrungen im business profitieren, und Ronnie unterst\u00fctzte sie gerne mit Rat und Tat. In den Jahren 1985 bis 1990 existierten diverse Bands in wechselnden Besetzungen, die sporadisch in den Clubs, nat\u00fcrlich vorwiegend im S\u00fcden der USA, auftraten. Dies hing vom jeweiligen Gesundheits- und auch Gem\u00fctszustand Ronnies ab. Mehr als eine halbe Stunde live war oft nicht drin, vor allem, wenn sich Ronnie nur am Mikrofonst\u00e4nder festhalten konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem schon kurz vor seinem Tod 1997 Bruder Stan die Ver\u00f6ffentlichung des in England aufgenommenen musikalischen Nachlasses in die Wege geleitet hatte, sind nun endlich auch die &#8222;texanischen Jahre&#8220; dokumentiert. Der unabh\u00e4ngige Journalist Kent Benjamin hat &#8211; zusammen mit Kollegen diverser Radiostationen &#8211; Archivaufnahmen ausgekramt, die nicht nur die Lane-Fans begeistern werden. Verschiedene Begleitbands, darunter THE TREMORS und die TEX-MEX-SLIM-CHANCE, waren seinerzeit mit Ronnie in die Studios der lokalen Sender gezogen und hatten dort eine beachtliche Anzahl von Songs aus Ronnies und auch fremder Feder (u. a. Derroll Adams) eingespielt. Fast alle Phasen von Ronnies Schaffen werden abgedeckt, von der FACES-\u00c4ra (&#8222;Ooh La La&#8220;, &#8222;You&#8217;re So Rude&#8220;) \u00fcber die Mid-70&#8217;s-SLIM-CHANCE-Periode (u. a. &#8222;Roll On Babe&#8220;, &#8222;The Poacher&#8220;) und das Teamwork mit Pete Townshend f\u00fcr das Album &#8222;Rough Mix&#8220; bis zur letzten, weit untersch\u00e4tzten LP &#8222;See Me&#8220; und dem j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichten &#8222;lost album&#8220; mit Steve &#8222;Majic Midjit&#8220; Marriott. Immerhin drei St\u00fccke stehen explizit f\u00fcr seine &#8222;Texas Years&#8220;: der bis dato unbekannte Song &#8222;Spiritual Babe&#8220; (der auch von Joe Ely \u00fcbernommen wurde), das fast schon autobiographisch anmutende &#8222;Under The April Skies&#8220; von bandmate R. C. Banks und &#8222;Rio Grande&#8220;, die Neubearbeitung des &#8222;See Me&#8220;-outtakes &#8222;Bomber&#8217;s Moon&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich merkt man etlichen Tracks an, dass Ronnie gesundheitlich nicht mehr auf der H\u00f6he war: seine Stimme wirkt bisweilen angegriffen, trifft auch nicht mehr jeden Ton exakt. Doch gleicht er diese Schw\u00e4chen mit Leidenschaft und Seele aus; die meisten Songs sind zudem neu, z. T. sehr &#8222;folky&#8220; arrangiert. Man sp\u00fcrt im \u00fcbrigen, dass Ronnie mit den Mitmusikern (u. a. Alejandro Escovedo, Freddie Krc, Susan Voelz) wirklich Spa\u00df hatte und trotz der Fluktuation in seinen Bands mit diesen harmonierte. Dass &#8222;Live In Austin&#8220; \u00fcber eine reine Musik-CD hinausgeht, bedingen die O-T\u00f6ne, die die Produzenten Jim Bradt und Kent Benjamin zwischen die einzelnen St\u00fccke montierten: Ansagen, Interviewzitate und Ausz\u00fcge aus Telefongespr\u00e4chen (!) belegen Ronnies Emotionalit\u00e4t, Begeisterungsf\u00e4higkeit und ungebrochenen Humor auf eindrucksvolle Weise.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine liebevoll zusammengestellte CD mit ausf\u00fchrlichem Booklet in h\u00fcbsch gestaltetem Digipack, die gewisserma\u00dfen die &#8222;Kr\u00f6nung&#8220; der bislang (wieder)ver\u00f6ffentlichten Ronnie-Lane-Alben darstellt.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Ronnie Lane<br \/>Live In Austin<br \/>(Sideburn Records)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 10 Jahre verbrachte der &#8222;noble Englishman&#8220; aus dem Londoner East End nicht in New York, sondern vornehmlich in der texanischen Musik(er)metropole Austin. 1984 hatte der Mitbegr\u00fcnder der SMALL FACES und Initiator der FACES klammheimlich seine Heimat verlassen und war nach Houston \u00fcbergesiedelt. 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