{"id":29637,"date":"2000-09-10T11:11:00","date_gmt":"2000-09-10T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=29637"},"modified":"2022-09-18T04:02:54","modified_gmt":"2022-09-18T02:02:54","slug":"lektion-2-verlorene-dateien-wiederfinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/09\/lektion-2-verlorene-dateien-wiederfinden\/","title":{"rendered":"Lektion 2: Verlorene Dateien wiederfinden"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/compi.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-29635\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/compi.gif 120w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/compi-60x60.gif 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Es war einmal ein User, der hatte drei Dateien. Sie lebten alle zufrieden und gl\u00fccklich in einem Ordner &#8222;Unbezahlte Rechnungen&#8220; und freuten sich ihres Lebens, waren redlich und strebsam &#8211; und wurden selbstverst\u00e4ndlich niemals ausgedruckt geschweige denn versandt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages war die j\u00fcngste der drei Dateien pl\u00f6tzlich verschwunden, und kein Mensch wu\u00dfte wohin. Da weinte der User bitterlich, so da\u00df ihn die beiden anderen Dateien fragten &#8222;Warum weinst du, Vater? Wahrscheinlich macht unser Bruder einen Zug durch die Festplatte und hat sich verirrt, so da\u00df er nimmermehr zur\u00fcckkommen wird. Also weine dem Liederlichen keine Tr\u00e4ne nach.&#8220; Da weinte der User umso bitterlicher.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dieses biblische Gleichnis illustriert uns eindrucksvoll die Trag\u00f6die verschwundener Dateien. Sie sind pl\u00f6tzlich nicht mehr da, und keiner wei\u00df, wo sie geblieben sind. Jean Paul Sartre, der gro\u00dfe Existentialist und Dateienkenner, pflegte, wenn das Gespr\u00e4ch auf verlorene Dateien kam, ein kr\u00e4ftiges &#8222;Merde!&#8220; zu fluchen, ja, selbst Goethe gr\u00e4mte sich jahrzehntelang \u00fcber den Verlust einer Datei, welche einen veritablen und kompletten Schl\u00fcsselroman enthalten hatte: &#8222;Who pops who. Weimarer V\u00f6gelkunde&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich ist es so, da\u00df manche Dateien von ihrem Charakter her zum Ausschweifen, Herumhuren und Saufen neigen. Irgendwann ist ihnen der heimische Ordner zu eng, und sie ziehen in die weite Welt der Festplatte hinaus. Dort streunen sie durch andere Ordner, nehmen hier ein Wort aus einer Textdatei, dort ein Pixelchen aus einer Bitmap, n\u00e4chtigen in unaufger\u00e4umten Sektoren der Festplatte und w\u00e4ren doch irgendwann gerne wieder zu Hause. Doch ach: Es f\u00fchrt kein Weg zur\u00fcck. Unwiederbringlich ist die Datei verloren. Wirklich?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Hinternet-Profitipp:<\/strong>\u00a0Nein! Nicht unwiederbringlich! Erfahrene User wissen genau, wie sie einmal verschwundene Dateien wiederfinden k\u00f6nnen. Und das geht so: Sobald sie eine Datei angelegt haben, machen Sie eine Kopie davon, die sie auf einen externen Datentr\u00e4ger ziehen, z.B. eine CD oder eine Diskette. Ist das Original der betreffenden Datei eines Tages scheinbar verschwunden, kopieren Sie die Kopie vom externen Datentr\u00e4ger auf die Festplatte. Dann \u00f6ffnen Sie ein WORD-Dokument und schreiben etwa folgendes hinein: &#8222;Liebe verschwundene Datei. Wenn du diese Zeilen liest, bin ich sehr traurig. Bitte komm zur\u00fcck, du wei\u00dft ja wie. Dein User.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese neue Datei verkn\u00fcpfen Sie nun mit der Kopie der verschwundenen Datei (Explorer, Rechtsklick: &#8222;Verkn\u00fcpfen&#8220;). Haben Sie dies erfolgreich bew\u00e4ltigt &#8211; l\u00f6schen Sie bitte die Kopie der verschwundenen Datei. Es geschieht nun folgendes: Die gel\u00f6schte Datei wird in die unendlichen Weiten der Festplatte geschleudert, wo sie, wenn man Pech hat, mehrere Jahre hilflos umhertaumelt. Eines Tages jedoch wird sie ihr Original wiedertreffen, das ja ebenfalls reichlich hilflos umhertaumelt. Beide stehen sich nun Auge in Auge gegen\u00fcber und sagen, fast lippensynchron: &#8222;Huch! Das bin ja ich!&#8220; In diesem Moment wird das mit der Kopie verkn\u00fcpfte Worddokument aufgerufen. Die verlorene Originaldatei liest, was ihr User geschrieben hat, zeigt Reue und verkn\u00fcpft sich ihrerseits mit dem Worddokument, welches nun die Originaldatei quasi zur\u00fcck in die Welt des Explorers zieht. Dort braucht sie der erfreute User nur noch auf ihren Alten Platz im Ordner zu legen, und es herrscht wieder eitel Sonnenschein!<\/p>\n\n\n\n<p>Genau so machte es auch unser User mit den drei Dateien. Er herzte die verlorene, als sie endlich zur\u00fcckgekehrt war, und bereitete ihr ein ganz besonders feines Lager im Ordner &#8222;Unbezahlte Rechnungen&#8220;, auf das sie dieses nie mehr verlasse. Auch die beiden braven Br\u00fcder waren ger\u00fchrt. Sie sagten: &#8222;Siehe, das ist ein guter Hirte, dem das schwarze Schaf mehr wert ist als die wei\u00dfen! Wir wollen uns jetzt auch auf den Weg machen und verduften, hoffentlich hat der Alte eine Kopie von uns angelegt.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein User, der hatte drei Dateien. Sie lebten alle zufrieden und gl\u00fccklich in einem Ordner &#8222;Unbezahlte Rechnungen&#8220; und freuten sich ihres Lebens, waren redlich und strebsam &#8211; und wurden selbstverst\u00e4ndlich niemals ausgedruckt geschweige denn versandt. Eines Tages war die j\u00fcngste der drei Dateien pl\u00f6tzlich verschwunden, und kein Mensch wu\u00dfte wohin. 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