{"id":29647,"date":"2000-10-08T11:11:00","date_gmt":"2000-10-08T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=29647"},"modified":"2022-09-18T04:00:06","modified_gmt":"2022-09-18T02:00:06","slug":"lektion-7-frequently-asked-questions-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/10\/lektion-7-frequently-asked-questions-1\/","title":{"rendered":"Lektion 7:\u00a0Frequently Asked Questions 1"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"120\" height=\"120\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/compi.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-29635\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/compi.gif 120w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/compi-60x60.gif 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Immer wieder erreichen mich Hilferufe aus dem Kreis der werten HINTERNET-G\u00e4ste, dr\u00e4ngende Schicksalsfragen zumeist wie &#8222;Panik! Was soll ich nur machen? Die Diskette klemmt im RAM-Speicher!&#8220;. Aus diesem Grunde seien an dieser Stelle und in loser Folge die wichtigsten Fragen exemplarisch behandelt, zu Nutzen und Frommen aller, amen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maik Honecker aus den neuen L\u00e4ndern zum Beispiel nervt mich mit folgendem: &#8222;Lieber PC-Doktor! Ich bin noch Frischling in der IT-Branche und lerne gerade das ABC des Computerjargons. Eine Abk\u00fcrzung konnte mir bis jetzt niemand erkl\u00e4ren, auch die Fachpresse schweigt skandal\u00f6serweise. Die Abk\u00fcrzung lautet: PDS. Was soll das sein? Wei\u00dft du&#8217;s?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Antwort: Aber nat\u00fcrlich, lieber Maik! PDS bedeutet &#8222;partielle Datensicherung&#8220;. Konkret: Das im Jahre 2007 erscheinende WINDOWS 2001 bietet die M\u00f6glichkeit, unliebsame Daten (im Jargon der IT-Branche auch &#8222;Erinnerungen&#8220; genannt) automatisch l\u00f6schen zu lassen. Exempel: Du hast vor zehn Jahren deiner damaligen Freundin einen Heiratsantrag per e-Mail gemacht, und jetzt m\u00f6chte sie ihn annehmen, obwohl ihr euch seit neun Jahren nicht mehr gesehen habt und du inzwischen eine neue, supertolle Freundin hast. Die alte droht dir, dich im Falle einer Heiratsunwilligkeit gerichtlich zu belangen, &#8222;wegen gebrochenem Eheversprechen&#8220;, was ja bekanntlich nicht unter f\u00fcnf Jahren &#8222;Saarbr\u00fccker Zeitung&#8220;-Lesen bestraft wird. Bisher ist deine Lage ausweglos. Mit Einf\u00fchrung der PDS-Funktion aber wird es ein leichtes sein, das Original der belastenden E-Mail einfach zu l\u00f6schen! Und zwar auch auf dem Rechner deiner EX! Klasse, was!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein g\u00e4nzlich anderes Problem hat Werner Treibsand aus Hilversum in den Niederlanden. Er mailt: &#8222;Lieber Meister des digitalen Wortes&#8220; (danke, Werner; das hat du sehr fein beobachtet!) &#8222;Ich habe mit Gewinn deine Kolumne \u00fcber das elegante Zur\u00fcckholen gel\u00f6schter Daten gelesen, hab&#8217;s auch ausprobiert, und es hat auch fast geklappt. Nun ist mir aber folgendes Malheur passiert: Als ich gestern in mein Arbeitszimmer komme, ist mein PC verschwunden! Zuerst glaubte ich an einen Diebstahl, kann mir aber nicht vorstellen, da\u00df jemand einen 286er PC ohne Festplatte und mit defektem Diskettenlaufwerk stiehlt. K\u00f6nnte es sein, da\u00df ich meinen PC versehentlich gel\u00f6scht habe? Falls ja: Wie, wenn \u00fcberhaupt, kriege ich ihn wieder?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Antwort: Au, das ist schwierig, lieber Werner aus Hilversum in den Niederlanden. Du hast wahrscheinlich im BIOS herumgespielt und dabei versehentlich auf den Button &#8222;PC bitte unwiederbringlich l\u00f6schen&#8220; gedr\u00fcckt. Anscheinend hast du auch s\u00e4mtliche Warnfenster (&#8222;Wollen Sie wirklich Ihren PC unwiederbringlich l\u00f6schen?&#8220;) gedankenlos weggeklickt. Aber es gibt einen Weg, nicht nur deinen alten PC wiederherzustellen, sondern, viel besser noch, ihn gleich in einen tollen, neuen, superschnellen, megacoolen zu verwandeln. Und das geht so: Gehe einfach in ein Fachgesch\u00e4ft deiner Wahl, sprich einen Verk\u00e4ufer an und schildere ihm dein Ungl\u00fcck. Er wird geduldig zuh\u00f6ren, dann f\u00fcr einige Sekunden verschwinden &#8211; und schlie\u00dflich mit einem tollen, neuen, superschnellen, megacoolen PC wiederkommen. Weil, es ist n\u00e4mlich quasi folgenderma\u00dfen, lieber Werner aus Hilversum in den Niederlanden: Fachgesch\u00e4fte verf\u00fcgen \u00fcber eine sauteure Software namens &#8222;Wie ich jedem Doofen einen tollen, neuen, superschnellen, megacoolen PC andrehe&#8220;, mit deren Hilfe sie irrt\u00fcmlich gel\u00f6schte Rechner rekonstruieren k\u00f6nnen. Das Ganze ist zwar mit einem kleinen Unkostenbeitrag verbunden (bis 5000 Mark ist okay), aber immer noch besser, als gar keinen Rechner zu haben oder gar deinen alten, diese l\u00e4ppische, megalangsame, supernervige Gurke.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuguterletzt ein Problem von Traudel Gibsgern aus der idyllischen Vulkaneifel. Sie mailte mir: &#8222;Wahnsinnig aufregender Rechner-King! Neulich lie\u00df ich mir von einem PC-Discounter einen zus\u00e4tzlichen 128 MB RAM-Chip einbauen (d.h. in meinen Rechner, hihi). Zuhause mu\u00dfte ich dann feststellen, da\u00df das garnix gebracht hat, das Ding war so lahm wie immer. Ein Freund hat sich dann das Motherboard genauer angeschaut und festgestellt, da\u00df die vom Discounter mir \u00fcberhaupt keinen neuen Chip eingebaut haben! Ich nat\u00fcrlich sofort hin und auf den Putz gehauen. Der Verk\u00e4ufer hat aber nur gesagt, das w\u00e4re normal, da\u00df man den Chip nicht sehen w\u00fcrde, und das h\u00e4tte etwas mit Albert Einstein zu tun und so einer Theorie, aber exakt genau haarklein w\u00fc\u00dft er&#8217;s halt auch nicht, weil er h\u00e4tt kein Abitur, denn wenn er Abitur h\u00e4tt, w\u00fcrd er sich von pickligen Zicken nicht die Zeit stehlen lassen. Da bin ich jetzt aber doch ins Gr\u00fcbeln gekommen und h\u00e4tte drei Fragen: Stimmt das? Und &#8211; wer ist dieser Albrecht Einstein oder wie und darf der so einfach mir die Chips klauen?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Antwort: Liebe, wahnsinnig picklige Traudel aus der idyllischen Vulkaneifel! Albrecht Einstein, in Fachkreisen auch &#8222;der Albert&#8220; genannt, hat die sogenannte Relativit\u00e4tstheorie erfunden. Diese besagt, verk\u00fcrzt ausgedr\u00fcckt, da\u00df f\u00fcr ein superschnelles Objekt die Zeit ebenso superschnell vergeht. Beispiel: Du gehst morgens zur Arbeit und zwar zu Fu\u00df. Du schaffst maximal 35 Stundenkilometer, bei einer Gesamtstrecke von 350 Kilometern. Du bist also nach genau 10 Stunden auf der Arbeit. Dein Kollege f\u00e4hrt jeden Morgen die gleiche Strecke mit seinem Ferrari, der eine Spitze von 350 Stundenkilometern erreicht. Die Fahrt kommt ihm auch wie zehn Stunden vor, aber in Wirklichkeit ist er bereits nach einer Stunde am Arbeitsplatz! Das hei\u00dft: Er mu\u00df theoretisch neun Stunden warten, bis du endlich kommst, Kaffee kochst und das Fr\u00fchst\u00fcck kaufst. Genauso verh\u00e4lt es sich mit RAM-Chips. Die Dinger sind einfach wahnsinnig schnell! Wenn du den Rechner startest, flitzt der Chip mit Lichtgeschwindigkeit los und befindet sich nach 5 Nanosekunden bereits im Jahr 2395! Klar, da\u00df du ihn nicht mehr sehen kannst, wenn du auf dem Motherboard nachguckst! Denn glaubst du tats\u00e4chlich, da\u00df dein Rechner das Jahr 2395 erleben wird? Glaubst du selber, dieses Jahr zu erleben? Doch wohl nicht! Also keine Aufregung, der Verk\u00e4ufer hat die Wahrheit gesagt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder erreichen mich Hilferufe aus dem Kreis der werten HINTERNET-G\u00e4ste, dr\u00e4ngende Schicksalsfragen zumeist wie &#8222;Panik! Was soll ich nur machen? Die Diskette klemmt im RAM-Speicher!&#8220;. Aus diesem Grunde seien an dieser Stelle und in loser Folge die wichtigsten Fragen exemplarisch behandelt, zu Nutzen und Frommen aller, amen. 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