{"id":29862,"date":"2000-07-15T11:11:00","date_gmt":"2000-07-15T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=29862"},"modified":"2022-06-28T00:10:06","modified_gmt":"2022-06-27T22:10:06","slug":"richard-ashcroft-alone-with-everybody","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/07\/richard-ashcroft-alone-with-everybody\/","title":{"rendered":"Richard Ashcroft: Alone with Everybody"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Richard-Ashcroft-Alone-with-Everybody.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Richard-Ashcroft-Alone-with-Everybody.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29863\" width=\"250\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Richard-Ashcroft-Alone-with-Everybody.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Richard-Ashcroft-Alone-with-Everybody-145x144.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Richard-Ashcroft-Alone-with-Everybody-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Richard-Ashcroft-Alone-with-Everybody-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Richard Ashcroft ist ein ganz Gro\u00dfer. So gro\u00df, dass auch ein mittelpr\u00e4chtiges Solo-Deb\u00fctalbum kaum Kratzer an seiner Reputation hinterlassen wird. Schade, denkt man schon nach wenigen Minuten, sp\u00e4testens aber beim zweiten Take, dass dem Durchschnitt von der Musikpresse so breiter Raum einger\u00e4umt wird, w\u00e4hrend Bands wie Jack Ashcroft in derselben Disziplin locker an die Wand spielen. Leider unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Sicher, Ashcroft hat seine Meriten. Vor allem aber hat er eine Aura und ein gesundes Selbstbewu\u00dftsein. Autorit\u00e4r und enigmatisch kommt er r\u00fcber, ein d\u00fcsterer Monolith. Im Gegensatz zum heiligen Ernst Seiner Majest\u00e4t wirken die Gallagher-Brothers wie Schmierendarsteller. Auch, weil Ashcroft an musikalischen Stilmitteln das Beste gerade gut genug ist. Streicher, Fl\u00f6ten und Ch\u00f6re, viel Hall, edles Fingerpicking und ein seltsam irreales, schwebendes Flair. Schwitzender Rock kommt auch mal vor, aber das meiste ist eine Mischung aus Glam und Psychedelia. Ansatzweise kombiniert mit zarten Country-Kl\u00e4ngen. Die Form stimmt, mehr noch, sie ist schlicht gro\u00dfartig: flie\u00dfend, raumf\u00fcllend, magisch und glitzernd. Aber am Inhalt haperts, allzuviele Ideen hat Richard Ashcroft nicht gehabt. Beschw\u00f6rend, mit religi\u00f6ser Inbrunst betet er seine Lieder herunter, eing\u00e4ngige Hooks sucht man vergebens. Die kunstvolle Fassade kann nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass &#8222;Alone with everybody&#8220; mit viel Goodwill h\u00f6chstens drei starke Songs zu bieten hat. Mit der Single-Auskopplung &#8222;A song for the lovers&#8220; ist das Pulver praktisch schon verschossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist passiert? Richard Ashcroft &#8211; nur ein Blender mit starker Ausstrahlung? Nein, an musikalischer Potenz mangelt es ihm nicht, das Feuer lodert ungebrochen, aber die Spannung ist weg. Vielleicht fehlt Ashcroft der verhasste Widerpart, m\u00f6glicherweise ist das Musikmachen ohne die unbequemen, streitbaren Verve-Genossen einfacher, auch menschlicher geworden. Aber ohne Reibung keine Energie: das McCartney-Syndrom. Wir erinnern uns: mit dem Ende der Beatles mutierte einer der weltbesten Songwriter zum \u00f6den Pop-Klimperer, der es nichtmal mit Mainstream-Monstern wie Phil Collins oder Elton John aufnehmen konnte. Hoffen wir das Beste f\u00fcr Richard Ashcroft\u2026<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Richard Ashcroft<br \/>Alone with Everybody<br \/>(Hut\/Virgin)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Richard Ashcroft ist ein ganz Gro\u00dfer. So gro\u00df, dass auch ein mittelpr\u00e4chtiges Solo-Deb\u00fctalbum kaum Kratzer an seiner Reputation hinterlassen wird. 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