{"id":29905,"date":"1998-12-04T11:11:00","date_gmt":"1998-12-04T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=29905"},"modified":"2022-09-15T19:13:49","modified_gmt":"2022-09-15T17:13:49","slug":"frl-katjas-naehkaestchen-folge-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/12\/frl-katjas-naehkaestchen-folge-8\/","title":{"rendered":"Frl. Katjas N\u00e4hk\u00e4stchen, Folge 8"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe Leser: heute mu\u00df ich erstmal was klarstellen. Frl. Katja existiert ausschlie\u00dflich im Rahmen dieser Kolumne. Das nennt man &#8222;Rollenprosa&#8220; (in der Lyrik hie\u00dfe das &#8222;Rollengedicht&#8220;). Frl. Katja ist eine Kunstfigur, entsprungen dem kranken Gehirn ihrer Sch\u00f6pferin und mit Namen versehen von deren Chefredakteur, der \u00fcberhaupt die Initialz\u00fcndung zu der ganzen Sache gab. Ist Frl. Katja unser Bastard???<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens freu ich mich riesig \u00fcber das Produkt des Kollegen Becker, hoffentlich gibts noch recht viele Tagebucheintr\u00e4ge!!! (Hey, Kai Florian: vielleicht machen noch ein paar andere mit, dann \u00fcberschwemmen wir das Magazin mit Kolumnen und \u00fcbernehmen den ganzen Laden, wie w\u00e4rs?!) Naja, in Wahrheit gehen solche kleinen Frechheiten an die Adresse meines Chefredakteurs, der sich auch pflichtschuldigst emp\u00f6rt zeigen und mir meine kleine Freude g\u00f6nnen wird und doch genauso wie ich wei\u00df, da\u00df bestimmte Formen des Ungehorsams in Wirklichkeit herrschaftsstabilisierend wirken. Seufz.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mu\u00df noch anmerken, da\u00df diese Zeilen geschrieben wurden, bevor ich die Reminiszenzen des erw\u00e4hnten Kollegen im seinem Tagebuch zu Gesicht bekam und wir uns hier nicht etwa aus reiner Routine Honig ums Maul schmieren. Nein, dazu ist unsere Zeit wirklich zu kostbar, und da w\u00fcrde auch unser Chefredakteur sicherlich sehr energisch werden. Bei Gott, welch Vorstellung: eine Kolumne nur aus W\u00fcrdigungen des &#8222;Gegen&#8220;-Kolumnisten, einfach eine komplette Hommage und sonst nichts. Der WDR hat eine Sendung produziert, in der sich Arabella, B\u00e4rbel Sch\u00e4fer, Jauch, Biolek, Willemsen, Domian und di Lorenzo 20 min lang anschweigen, aber sie trauen sich nicht, es zu senden&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Becker-Tageb\u00fccher bekomm ich immer vom Chefredakteur ausgedruckt und geschenkt, und ich heb sie auch alle auf!!! Ich heb auch alle Leserbriefe auf, naja, zumindest die netten (die sind bisweilen wirklich unglaublich nett!!!), damit ich sie sp\u00e4ter mal meinen Enkeln zeigen kann. Hm, dazu mu\u00df ich wahrscheinlich erst selbst Kinder machen, und ich wei\u00df nicht, ob das was wird. Kann man vielleicht auch eine Stufe \u00fcberspringen und direkt Enkelkinder adoptieren? (Nat\u00fcrlich &#8222;arme&#8220; Kinder, wie Jessica Stich sich auszudr\u00fccken pflegt.)<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens auch ein richtig fettes Dankesch\u00f6n und ein ebensolches Kompliment an Raphael, den genialen Zeichner. Seine Illustrationen sind der einzige Teil dieser Kolumne, der auch in hundert Jahren noch bestehen wird, denn sie sind zeitlos sch\u00f6n. Sie z\u00e4hlen neben der Chinesischen Mauer und der M\u00fcllhalde auf Staten Island (die zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung das h\u00f6chste Gebirge an der amerikanischen Ostk\u00fcste und doppelt so hoch wie die Freiheitsstatue sein wird) zu den wenigen irdischen Dingen, die aus dem Weltraum mit blo\u00dfem Auge zu erkennen sind! DANKE!!!<\/p>\n\n\n\n<p>In letzter Zeit \u00fcberschlagen sich ein wenig die Ereignisse, die mich n\u00f6tigen, dringend davor zu warnen, das fiktionale Frl. Katja mit der realen Katja Prei\u00dfner gleichzusetzen. Der passiert es in letzter Zeit zum Beispiel, da\u00df Leute im Kino, wo grad ein widerliches Dreckloch auf der Leinwand erscheint, sich r\u00fcberbeugen und fragen: &#8222;Siehts so bei dir aus?&#8220; Nein, nat\u00fcrlich nicht, das hei\u00dft &#8211; ja, eigentlich doch &#8211; kommt drauf an, als wer ich hier sprech. Ich? Wer ist &#8222;ich&#8220;? Wer bin ich eigentlich? Hilfe! Wer ist &#8222;alter&#8220; und wer &#8222;ego&#8220;??? Zahlt die Kasse die Behandlung?<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem ist eine sehr gute Freundin der realen Katja Prei\u00dfner einer fiesen L\u00fcge des Frl. Katja aufgesessen (eine weitere hat gottseidank zur Sicherheit nochmal in der einschl\u00e4gigen Fachliteratur nachgelesen, bevor sie sich unter Berufung auf Frl. Katja in Diskussionen blamierte), n\u00e4mlich da\u00df Metallica-S\u00e4nger James Hetfield schon 50 sei. Das stimmt nat\u00fcrlich nicht, das war nur des Fr\u00e4uleins Rache f\u00fcr die &#8222;Re-Load&#8220;, ein ziemlich miserables Album der besten Band der Welt. Nur wirklich guten Bands grollt man als Fan bekanntlich tief und lange, wenn sie einen entt\u00e4uschen. Noch was: nicht da\u00df ich ihn m\u00f6gen w\u00fcrde, aber Jeff Lynne wird dieses Jahr bereits 100! Schon gewu\u00dft?!<\/p>\n\n\n\n<p>Also: Frl. Katja nicht alles glauben, die hat eine bl\u00fchende Phantasie! Studierten Literaturwissenschaftlern passiert sowas seltener, denn die wissen: der Erz\u00e4hler ist nicht der Autor! Zumindest nicht im Bereich der fiktionalen Literatur, und auch im Rahmen der autobiographischen sollte man immer Vorsicht walten lassen, ob der Autor da nicht ein bi\u00dfchen was sch\u00f6nliterarisiert. Man kann ganz sicher sein: Leute wie Goethe und Thomas Mann, die wu\u00dften ganz genau, da\u00df ihre Tageb\u00fccher mal ver\u00f6ffentlicht werden. Und das nicht gerade gegen ihren Willen. Da schreibt man nicht rein, da\u00df man heut Nacht wieder keinen hochgekriegt hat&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls: Erz\u00e4hler nicht gleich Autor. Oberstes Gebot der Literaturwissenschaft! &#8222;Grundkurs Literaturwissenschaft, erste Stunde&#8220; sozusagen. Zur Sicherheit werden die Studierenden der Germanistischen Fakult\u00e4t zus\u00e4tzlich noch an Elektroden angeschlossen, und f\u00fcr jede Identifikation von Erz\u00e4hler und Autor gibts einen Stromschlag. Die Voltdosis steigt \u00fcbrigens proportional zur Anzahl der Semester. Wollt Ihr mal meine Narben sehen? Im Falle dieser Kolumne k\u00f6nnte man h\u00f6chstens von autobiographischen Bez\u00fcgen oder Verwebungen sprechen, denn auch wenn Erz\u00e4hler und Autor gleich hei\u00dfen, darf man sie noch nicht gleichsetzen. Bei Frau Prei\u00dfner siehts immer h\u00fcbsch aufger\u00e4umt und sauber aus, wenn Leute kommen &#8211; eine ihrer Ex-Mitbewohnerinnen k\u00f6nnte allerdings schw\u00f6ren, mit Frl. Katja zusammengewohnt zu haben&#8230; Aber dann sahs immer nur in deren Zimmer chaotisch aus, K\u00fcche und Bad hat sie immer geputzt, ehrlich! Oder war das Katja Prei\u00dfner? Wenn man das trennen mu\u00df, k\u00f6nnte man dann eigentlich Frl. Katja zum Einkaufen schicken, w\u00e4hrend die echte Katja f\u00fcr ihre Pr\u00fcfungen lernt? Das k\u00f6nnte auch mal praktisch werden, wenn man zwei M\u00e4nner gleichzeitig liebt. Hey, gut zu wissen! Oder die eine mu\u00df zum Zahnarzt, und die andere geht solange ins Kino. Super!<\/p>\n\n\n\n<p>Als Literaturwissenschaftlerin w\u00fcrde ich jetzt sagen: ich bewege mich auf einer Meta-Ebene und erzeuge Br\u00fcche in der Fiktionalisierung. Ich breche den geheimen Vertrag mit dem Leser, der bei jeder wie auch immer gearteten Lekt\u00fcre abgeschlossen wird und die unterschiedlichsten Auspr\u00e4gungen annehmen kann (der Leser einer Reportage hat mit deren Autor einen anderen Vertrag als der einer Science-Fiction-Geschichte mit deren Autor). Ich b\u00fcrste die Erwartungshaltung des Lesers ein wenig gegen den Strich. Noch ein paar Stilebenen vermischt, ein paar &#8222;schiefe&#8220; Vergleiche gezogen &#8211; und schon wirds Satire. Jetzt noch ein bi\u00dfchen Ironie dazu, und siehe: ich bin distanziert und modern! Ein paar Wiederholungen machen das ganze komisch, jetzt alles laut lesen &#8211; und im Vortrag wird es Kabarett!!!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Montagetechnik und ein paar Verfremdungen zeugen von meinem sprachkritischen Bewu\u00dftsein, die Worte zerfallen mir sozusagen im&nbsp;Mund wie modrige Pilze. Pilze. Worte. Was ist das \u00fcberhaupt? Wer sagt mir, da\u00df sie wahr sind, f\u00fcr etwas stehen und mehr sind als nur kleine Anh\u00e4ufungen abstrakter Zeichen? Aber Halt &#8211; das geh\u00f6rt jetzt schon in den Bereich der Linguistik, da hab ich nichts zu suchen! Und \u00fcberhaupt: ist das vielleicht meine Aufgabe, mich selbst zu interpretieren? Mu\u00df ich denn alles selber machen? Wozu gibts denn studierte Germanisten? Sollen die alle arbeitslos werden, wollt ich grad fragen, aber &#8211; haha -, die sinds ja eh schon! Kennt man doch, typische S\u00e4tze beruflich eingespannter Germanisten sind: &#8222;Hey K\u00fcche, einmal Pommes, drei BigM\u00e4c und zwei Egg McMuffin, aber zackzack!&#8220; oder &#8222;Doch, der Taxameter mu\u00df so schnell laufen!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nix wird, wird Wirt, hei\u00dft es im allgemeinen. Aber als Geisteswissenschaftlerin bietet sich mir da noch was viel Besseres: ich werd eine Intellektuelle! Eine Advokatin ohne Mandat. Eine Berufseinmischerin. J\u00b4accuse! Ja, klappt schon ganz gut: j\u00b4accuse, j\u00b4accuse, j\u00b4accuse. Und nochmal, weils so sch\u00f6n ist: j\u00b4accuse! Das kann man auf hundert, ach was: auf tausend, nein zehntausend verschiedene Arten sagen, man kann es zum Beispiel entz\u00fcrnt wettern: J\u00b4ACCCCCUSSSE!!!!!!! Oder souver\u00e4n und arrogant intonieren, denn ich wei\u00df, ich bin im Recht: J\u00b4accuse. Man kann es auch betroffen und kaum h\u00f6rbar hinhauchen: J\u00b4accuse. Ja, das w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit. Ich \u00fcb schonmal, meine Stirn in Denkerfalten zu legen und skeptisch zu gucken. Was mach ich denn sonst noch so den lieben langen Tag, au\u00dfer in Caf\u00e9h\u00e4usern rumsitzen und rauchen? Och, ich nehm von Zeit zu Zeit nen Preis entgegen, halt hier mal ne Laudatio, helf da mal im Wahlkampf aus, denn ich bin das Gewissen der Nation. Ich engagier mich halt, wo ich kann. So\u00b4n Mist, da\u00df es keine Anti-AKW-Bewegung mehr gibt, die hatten immer tolle Sitzblockaden, da brauchte man sich nur dazu zu hocken und war abends auch noch in der Tagesschau.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder ich geh bei Anti-Rassismus-Konzerten auf die B\u00fchne und sonder ein paar Gemeinpl\u00e4tze ab. Ich mach politische Plakate und tu so, als h\u00e4tte ich das Rad neu erfunden. Ich tingel durch Talkshows und klage die Allgegenw\u00e4rtigkeit der Massenmedien an. Ich schreib offene Briefe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/katja081.gif\" alt=\"Fiktionales Frl. mit Lorbeerkranz\" width=\"200\" height=\"205\"\/><\/p>\n\n\n\n<p>Ich finanzier mich durch Stipendien und geh ab und zu mit meinem M\u00e4zen ins Bett. Ich lebe neue Formen freier Partnerschaft. Vielleicht hab ich einen Partner, der schlauer ist als ich, dann schreib ich alles ab und komm selbst ganz gro\u00df raus. Ich verfasse freche Kampfschriften, und wenn mir der Stoff ausgeht, rufe ich den Tod der Literatur aus. Das kann man so alle drei\u00dfig Jahre mal machen, dann ist wieder Gras \u00fcber die Sache gewachsen, und es hat wieder keiner gemerkt, da\u00df diese Abges\u00e4nge so alt sind wie die Literatur selbst. Ich fahr auf Dichterkongresse, au ja! Schade, da\u00df es die Gruppe 47 nicht mehr gibt, das war noch toll, mal ein paar Tage Schwarzwald, mal eine Woche Amerika&#8230; Zahlt alles der Verlag. Und dann immer in der ersten Reihe sitzen und dissen, wenn ein Kollege vorliest! Wie? Was? Ich bin dran? \u00c4h \u00e4h, h\u00fcstel, \u00e4h mein Hals-Nasen-Ohren-Arzt hat mir streng verboten, mehr als drei zusammenh\u00e4ngende Worte laut zu sprechen. Bitte? Jemand anderen meinen Text vorlesen lassen? Oh, huch, mein Manuskript hat sich grad in Flammen aufgel\u00f6st. Spontane Selbstentz\u00fcndung&#8230; Nein, das ist wohl doch nicht das Richtige.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber moment mal, vielleicht gibts ne andere L\u00f6sung: wie komm ich auf Dichterkongresse ohne mich selbst zu blamieren, kann aber trotzdem weiter andere blamieren? Genau! Ich werd Kritiker! Das ist besser als Lektor, weil: der sitzt immer im Verlag und mu\u00df den ganzen Schei\u00df tats\u00e4chlich auch noch lesen. Ja, mal sehn. Ich halt mir die Option mal offen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/rocket.gif\" alt=\" \" width=\"91\" height=\"68\"\/><\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/warenkrb.gif\" alt=\"Frl. Katjas Warenk\u00f6rbchen\" width=\"300\" height=\"118\"\/><\/p>\n\n\n\n<p>Da f\u00e4hrt man schon extra nach Amerika und guckt in jede New Yorker Grocerie und in jeden Deli Shop, aber nix is mit ausgeflippten Snacks oder atemberaubenden Nahrungs-Novit\u00e4ten. Nur rote und rosa TicTacs, aber das war mir zu langweilig. Kaum aber ist man zur\u00fcck im toten, heimischen Nest, stiefelt man ins Karstadt und stolpert prompt \u00fcber eine st\u00fcmperhafte Freiheits-Statue aus Pappmach\u00e9, die vor einem Ethno-Food-Regal aufgestellt ist, in dem sich au\u00dfer US-Spezialit\u00e4ten auch Produkte aus Fernost und der Schweiz tummeln. Also nix wie ran.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;6 Feet Bubble Tape. Snappy Strawberry&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ei, was ist denn das? Ein &#8222;Bubble Tape&#8220;? Ich greif mir (wie bei allem im Leben) mit Vorliebe bunte, poppige Sachen aus dem Angebot. Je mehr Plastik, desto besser. Ich geh\u00f6r normalerweise auch zu den Leuten, die lieber Instant-Kartoffelp\u00fcree als selbstgestampften essen und lieber T\u00fctensuppen als selbstkredenzte schl\u00fcrfen und &#8211; normalerweise &#8211; auch lieber Tiefk\u00fchlpizzas mampfen als handgemachte (es sei denn, es ist eine made by Pia)! Da ist dieses Bubble Tape ja wie f\u00fcr mich geschaffen, denn es steckt in einer roten Plastikdose, rund und platt. Gibts auch in lila, aber ich kann mir die Geschmacksrichtung einfach nicht merken. Als ich zu diesem Zweck das Ethno-Food-Regal ein weiteres Mal besuchte, stand pl\u00f6tzlich wie aus dem Boden gewachsen mein Chefredakteur hinter mir und murmelte irgendwas von wegen Geschmackskontrolle. Diese \u00dcberraschung eliminierte augenblicklich die zuletzt get\u00e4tigten Merkvorg\u00e4nge, deshalb wei\u00df ich immer noch nicht, was die lila Geschmacksrichtung ist&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt aber: erst mal vorne und hinten die vorgestanzten Streifen abziehen, dann das ganze Teil in der Mitte aufklappen und &#8211; juppdidu: drinnen steckt eine Art Tesafilm-Rolle aus rosa Kaugummi! Da kann man sich prima ein St\u00fcck Streifen rausrollen und beim Zuklappen der Schachtel praktischerweise gleich abschneiden. Echt klasse, denn das kennt man ja: da hat man einen Wrigleys Spearmint in der Hand, doch man wei\u00df: jetzt will ich nur einen halben, f\u00fcr einen ganzen reicht der Hunger nicht, oder ich wei\u00df, in 5 Minuten hab ich einen Termin beim Zahnarzt, und f\u00fcr die kurze Zeit einen ganzen Kaugummi verschwenden? Nein, mit dem Bubble Taper passiert einem sowas nicht. Der Kaugummi kann auch nicht in der Hosentasche zerdr\u00fccken und zerfleddern, daf\u00fcr pa\u00dft die Tape-Dose aber auch nicht sooo gut in die Hosentasche, sei\u00b4s drum. Die Urspr\u00fcnge des Bubble Tape liegen \u00fcbrigens im alten Griechenland, als Ariadne merkte, da\u00df sich bei Labyrinth-Touristen mit gerollten Kaugummis noch mehr Geld machen l\u00e4\u00dft als mit profanen Garnkn\u00e4ueln.<\/p>\n\n\n\n<p>Dreht man den Tape-Roller um, kann man sich auf einem aufgeklebten Schildchen \u00fcber die Ingredienzien informieren, die da unter anderem w\u00e4ren: Zucker, Kaumasse, Glukosesirup, k\u00fcnstliches Aroma \u00c4thylvanillin, Farbstoff E 122, Antioxidant E 321 und und und. Diese ganzen &#8222;E&#8220;s erinnern mich \u00fcbrigens an eine Zeit Mitte der 80er Jahre, als man als zeitkritischer und kulturpessimistischer (oder auch einfach nur hysterischer) Teenager immer eine Liste mit sich f\u00fchrte, auf der die Bedeutung s\u00e4mtlicher &#8222;E&#8220;s aufgeschl\u00fcsselt und verzeichnet war. Das hat irgendjemand in meiner Klasse angefangen, und alle anderen habens nachgemacht, dabei hat man dann en passant gelernt, ein Kopierger\u00e4t zu bedienen. (Und hatte seinen Lehrern was voraus, die immer noch mit den gr\u00e4\u00dflichen Matrizen operierten. Gott, haben die immer gestunken. Derart benebelt sollte man dann auch noch die unleserlichen Aufgabenstellungen entziffern und gute Noten produzieren&#8230; Matrizen gibt\u00b4s \u00fcbrigens heute immer noch, ich hab einen Freund von mir gefragt, der ist Referedar und kennt keine Skrupel. Ja, er ist ein liebenswerter Freund, aber als Lehrer ein fieser Hardliner. Dr. Jeykill und Mr. Hyde&#8230;) Zur\u00fcck zu den Mitt-Achtzigern: das war die Zeit, in der man nur heimlich zu McDonalds gehen konnte, nachdem Wallraff sein &#8222;Ganz unten&#8220; ver\u00f6ffentlicht hatte. Rotze, Kotze und Kakerlaken in Hamburgern, mit dem Kloputztuch \u00fcber die E\u00dftische&#8230; Nicht gerade einladend. Alles Schlechte kam halt aus \u00dcbersee, die ganze Turnschuhmode, der Kaugummi&#8230; &#8222;Negerblut&#8220; nannte ein Bio-Lehrer meiner Schule, Gr\u00fcnen-Mitglied und bei jeder \u00d6ko-Veranstaltung mit erhobenem Zeigefinger in der ersten Reihe zu finden, ein limonadenhaltiges Erfrischungsgetr\u00e4nk namens Coca Cola. Und dann die ganzen Nahrungsmittelskandale dieser Zeit: Frostschutzmittel im Wein, blutige K\u00fcken in Frischei-Nudeln und alles andere sowieso radioaktiv verseucht und mit Hormonen vollgepumpt. Wieso leb ich eigentlich noch? Wahrscheinlich bin ich durch meine Instant-Food-Vorliebe einfach resistenter als die ganzen M\u00fcsli-Freaks. Jawohl, das wird es sein!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>A-Note:<\/strong>&nbsp;4 (penetranter Erdbeer-Geschmack)<br \/><strong>B-Note:<\/strong>&nbsp;1 (Perfekt! Ach, wenn doch alle Nahrung so praktisch zu handhaben w\u00e4re...)<\/pre>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/korb.gif\" alt=\"\" width=\"128\" height=\"94\"\/><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Instant-Food-Vorliebe korrespondiert nat\u00fcrlich hervorragend mit meiner Kochfaulheit. Auf eine griffige Formel gebracht, kann man sagen: je mehr es raschelt, desto einfacher die Handhabung. Im besten Fall hei\u00dft das: aufrei\u00dfen und rein damit. Und was stand lange auf meiner Raschel-Hitliste ganz oben? Na klar: Kartoffelchips! Kartoffelchips zum Fr\u00fchst\u00fcck, Kartoffelchips zum Mittagessen und Kartoffelchips zum Abendessen. Das Zeug macht s\u00fcchtig, und man wei\u00df ja, da\u00df verbrecherische Lebensmittelfirmen mit Zutaten arbeiten, die den Verbraucher zum willenlosen Objekt ihrer Machenschaften mutieren lassen. (Solche Mittel sollen auch in Salatso\u00dfen von Knorr und Maggi etc. sein, und sie bewirken, da\u00df man einfach nicht mehr aufh\u00f6ren kann zu essen. Ja-ha, da denkt man immer: die Medien, die Industriemafia, Big Brother und so weiter, aber auf sowas Simples w\u00e4r nicht mal Orwell gekommen, gell?!!) Doch irgendwann wird man erwachsen und denkt sich: ogottogott, was wird wohl mein Cholesterinspiegel dazu sagen? Dann geht man zu den ACs (den Anonymen Chipsessern, stehen in jedem Telefonbuch, gibts in jeder Stadt), trifft sich mit anderen Betroffenen, tauscht sich aus und erarbeitet Strategien zur Suchtbew\u00e4ltigung. Als erstes lernt man: die Sucht selbst bleibt latent immer vorhanden, man kann sie h\u00f6chstens kontrollieren. Also s\u00fcchtig, aber trocken. Ich wei\u00df noch nicht, wem ich meine Sucht in die Schuhe schieb: meinen Eltern von wegen schlechter Kindheit und so, zu strenge Erziehung (mit ein bi\u00dfchen mehr Fernsehkonsum und \u00f6fters mal ein paar S\u00fc\u00dfigkeiten w\u00e4r das vielleicht nicht passiert&#8230;), den Lehrern, den Nachbarn, der Gesellschaft, der postmodernen Kultur??? Naja, mir wird noch was H\u00fcbsches einfallen. Wie auch immer: auch f\u00fcr uns Chipsesser gibt es eine Art Methadon. Es raschelt beim Aufmachen wie eine Chipst\u00fcte und steht auch im selben Regal, denn uns S\u00fcchtige ziehts sowieso immer wieder an den Ort des Verbrechens, ob trocken oder nicht, aber immerhin haben wir so die Chance, etwas Ges\u00fcnderes zu greifen, n\u00e4mlich: Salzstangen!!! Und wir sparen noch Geld dabei, denn Salzstangen sind ungleich billiger als Chips. So wie Kaugummis auch billiger sind als Zigaretten. Jedenfalls: die Salzstangen-Palette ist unglaublich breit, die Qualit\u00e4ts-Unterschiede sind riesig, und damit sich der Kunde nicht im Salzstangen-Dschungel verirrt, nimmt sich Frl. Katjas Warenk\u00f6rbchen heute mal des Themas an.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor mir liegen 4 verschiedene Sorten Salzstangen, und ich wei\u00df aus langj\u00e4higer Salzstangen-Erfahrung nat\u00fcrlich l\u00e4ngst, wo der Hase begraben liegt, aber ich tu trotzdem mal so, als w\u00fcrde ich sie alle zum ersten Mal probieren, um der Gr\u00fcndlichkeit und Vollst\u00e4ndigkeit willen. Man hat als Verbrauchersch\u00fctzer so seinen Ethos. Einschr\u00e4nkend mu\u00df ich sagen, da\u00df ich mich hier auf Produkte der preiswerten Art konzentriere, denn ich wei\u00df aus meiner Knabber-Praxis, da\u00df die teureren nicht unbedingt die besseren sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/korb.gif\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"65\"\/><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Plus Salzstangen. Knuspriger Party-Spa\u00df&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer schreibt eigentlich diese (d\u00e4mlichen) Aufschriften auf Alltags- und Konsumprodukten? W\u00e4r das nicht vielleicht auch ein Job f\u00fcr mich? Sowas schaff ich als akademisch gepr\u00fcfte Germanistin grad noch: Knus-pri-ger-Par-ty-Spa-ha\u00df. Vielleicht geh ich mit meinen Salzstangen auch einfach zu &#8222;Wetten, da\u00df&#8230;?&#8220;. Euch erkenn ich mit verbundnen Augen, ohne Licht und in der Dunkelheit&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/katja084.gif\" alt=\"Knabber...\" width=\"200\" height=\"141\"\/><\/p>\n\n\n\n<p>125 g edelster Knabber-Spa\u00df f\u00fcr 39 Pfennig. 11, 5 cm lang, eher mittelgewichtig, gl\u00e4nzend, dezent gesalzen und von erlesener Qualit\u00e4t. Charakteristisch f\u00fcr Plus-Salzstangen ist der harte Schnitt an beiden Enden (ja, nicht nur die Wurst, auch die Salzstange hat zwei Enden!), der die golden-braune F\u00e4rbung, wie auch einst die Stranglers sangen, von irisierenden Einblicken in das wei\u00dfe Wesen flankieren l\u00e4\u00dft. Eine h\u00fcbsche kontrastive Optik, in der sich bei richtiger Handhabung das Licht bricht. Hach, Salzstangen sind eine poetische Angelegenheit, ich werde sogleich ein Erlebnisgedicht dazu verfassen, aber vorher r\u00e4sonniere ich noch \u00fcber die implizierte Verschiebung der Dimensionen &#8211; nur bei Plus-Exemplaren! -, denn w\u00e4hrend die l\u00e4ngliche Salzstange eine Vorstellung von Zweidimensionalit\u00e4t evoziert, quasi eine Strecke von Punkt A nach Punkt B, \u00f6ffnet der Blick auf das angeschnittene Ende die Vorstellung zur Tiefe hin. Wenn man die Salzstange geschickt hin und her bewegt, oszilliert das Empfinden zwischen Fl\u00e4che und Raum bis hin zur Simulation restloser Simultaneit\u00e4t. \u00dcbertreibt man dieses \u00e4sthetische Experiment, kann es passieren, da\u00df einem schwindelig wird und man die Salzstangent\u00fcte zweckentfremden mu\u00df. Mit Plus-Salzstangen liegt man immer richtig, sie f\u00fchlen sich durch diese gl\u00e4nzende Glasur einfach prima an und sind vollkommen unaufdringlich im Geschmack. Wenig Qualit\u00e4tsschwankungen. Kein Sichtfenster. Angenehm anzuschaun in blau-roter Packung mit abgebildeten Salzstangen in erotisch-gedimmter Atmosph\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>A-Note:<\/strong>&nbsp;1 (nix bitter oder verbrannt, sondern richtig fein, wie der Saarl\u00e4nder sagt)<br \/><strong>B-Note:<\/strong>&nbsp;2 (gilt f\u00fcr alle Salzstangen-Packungen: wenn man die Dinger aus der T\u00fcte i\u00dft, sollte man die Frontseite etwa zur H\u00e4lfte einrei\u00dfen, dann hat die Greifhand \"genug Spiel\", und auf der R\u00fcckseite gibt\u00b4s keine Sauerei)<\/pre>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/korb.gif\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"65\"\/><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Beste Salzstangen. Laugengeb\u00e4ck&#8220; (Karstadt)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p># Diese Marke ist die Diva unter den Salzstangen: erwischt man eine richtig gute Packung, sind es die besten \u00fcberhaupt, wenn nicht, kann man sie gleich wegschmei\u00dfen. Immerhin hat man die Chance, das Risiko zu kalkulieren, denn das Sichtfenster erlaubt einen Blick ins Innere. Je heller, desto besser. Dann bewahren sie noch ihren Eigengeschmack und schmecken nicht nur nach Kohle. Es knabbert sich auch anders, wenn die Salzstangen nicht ganz bis auf Mark durchgebraten sind, sondern nur gerade so, da\u00df es &#8222;backt&#8220;. Mit 12, 5 cm sind sie einen ganzen Zentimeter l\u00e4nger als ihre Schwestern vom Plus, und auch sonst sind sie die Bulligen unter den Pr\u00e4sentationen: dicker, schwerer und massiver. Dies entfremdet sie ihren nat\u00fcrlichen Partnern, den Z\u00e4hnen, denn jene reflektieren im Bei\u00dfen die Konsistenz und sind es nicht gewohnt, sich mit Salzstangen so abrackern zu m\u00fcssen. Man kann sagen, &#8222;Beste Salzstangen&#8220; weigern sich, die Erwartungshaltung der Z\u00e4hne zu bedienen. Also, nicht so elegant wie die Plus-Kollektion, vorn matt-spr\u00f6de und hinten mit schartigen Abdr\u00fccken der Backbleche. Keine Sch\u00f6nheit, aber sicherlich der interessanteste Geschmack, der nur noch entfernt mit dem klassischen, fl\u00fcchtigen Stixi-Flavour zu tun hat. Ja, hier handelt es sich nicht einfach um Salzstangen, sondern um Laugengeb\u00e4ck.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>A-Note:<\/strong>&nbsp;1 oder 4 - je nachdem!<br \/><strong>B-Note:<\/strong>&nbsp;-1 (ein Strafpunkt f\u00fcr die widerliche gr\u00fcn-rot-wei\u00dfe Umh\u00fcllung, die ist wirklich h\u00e4\u00dflich)<\/pre>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/korb.gif\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"65\"\/><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Pauly Salzsticks&#8220; (ALDI)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie sind die leichten unter den Salzstangen. Schn\u00f6rkellos, klassisch, gut. Unscheinbar und unaufdringlich, \u00fcbrigens genauso oben und unten angeschnitten wie die von Plus. Kaum Schwankungen in der Qualit\u00e4t. 11,5 cm lang, von zartem Braun und etwas laugig im Geschmack, bisweilen mit zuviel Salz gespickt, und die Dicken sind besser als die D\u00fcnnen. Dies \u00fcbrigens als grunds\u00e4tzliche Empfehlung, denn D\u00fcnne sind meist total hart und zu Steingut gebrannt. Ab und an findet man auch mal welche, die aneinander geschwei\u00dft sind &#8211; f\u00fcr einen Salzstangenfan das Highlight schlechthin. Man m\u00f6chte eine Sammlung anlegen, sie mit Nadeln auf ein Filzbrett pinnen und hinter Glas ausstellen oder in Spiritus einlegen und auf den Schrank neben die pr\u00e4parierten F\u00f6ten stellen &#8211; aber sie schmecken einfach zu gut. ALDI ist ein verl\u00e4\u00dflicher Qualit\u00e4tspartner und besticht auch in Sachen Salzstangen durch Simplizit\u00e4t statt billiger Effekthascherei. Das Outfit ist ein bi\u00dfchen oldfashioned &#8211; rustikal und blau-wei\u00df-rot. Mit Sichtfenster &#8211; er\u00fcbrigt sich hier aber, kann man bedenkenlos auch mit verbundenen Augen in den Wagen packen. Die 250 g sind locker und luftig verpackt und liegen gut in der Hand. Sehr zu empfehlen!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>A-Note:<\/strong>&nbsp;1+ (wirklich beeindruckend und so zart, da\u00df sie sicherlich in Milch schwimmen!)<br \/><strong>B-Note:<\/strong>&nbsp;3 (Packung: naja...)<\/pre>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/korb.gif\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"65\"\/><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Snackday Sticks&#8220;(LIDL)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Huah, was f\u00fcr eine grelle Packung in poppigen Prim\u00e4rfarben (gelb, rot, blau und gr\u00fcn). Bunt und plump, keine Modefarben oder so. Sieht eher nach Kindergeburtstag aus, sind aber normale Salzstangen. (Durftet Ihr fr\u00fcher auch immer die Einladungen f\u00fcr Eure Kindergeburtstage selbst machen? Das war ein Spa\u00df! So kleine Blanko-Pappkarten, die man bemalt und mit Text versehen hat, den man sich vorher gemeinsam mit der Mutter ausgedacht hat. Zuerst wurden die Karten f\u00fcr die Lieblingsfreunde geschrieben, und zum Schlu\u00df dann die f\u00fcr die Sidekicks und Mauerbl\u00fcmchen. Am Verteiltag ging man dann besonders gern in die Schule, und alle, die eingeladen waren, waren besonders nett zu einem. King for one day&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p>Aber weiter: blickt man von oben auf die Salzstangenschar (250 g), schaut ein Feld zusammengenknipster K\u00f6pfchen zur\u00fcck, noch extremer als bei denen von Karstadt, wo ich das auch gar nicht erw\u00e4hnt hab. Snackday Sticks sind fast 12 cm lang und au\u00dfergew\u00f6hnlich dick!!! Vielleicht kann man sie zum Bauen von J\u00e4gerz\u00e4unen verwenden oder f\u00fcr die Begrenzung pseudo-alternativer Gartenteiche, wie man sie seit Anfang der 80er aus westdeutschen Neubaugebieten kennt. Diese M\u00e4uerchen aus aneinandergereihten, oben flach abges\u00e4gten Holzpf\u00e4hlen sind geradezu ein Klassiker postmodernen Gartenbaus! Obwohl sie mit Garten selbst ja wenig zu tun haben, es handelt sich dabei ja nicht um Beflanzung, sondern mehr um ein Gartenaccessoir.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider schmecken Snackday Sticks nicht ganz so gut, ziemlich fade, neutral und geschmackslos. Da merkt man erst richtig, wie trocken Salzstangen eigentlich sind. Dies k\u00f6nnte man vielleicht als G\u00fctekriterum formulieren, so wie sich gutes Make up dadurch auszeichnet, da\u00df man es nicht wahrnimmt, so lassen einen gute Salzstangen vergessen, da\u00df sie nur Salzstangen sind. Also, mein Fall sind die hier nicht.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>A-Note:<\/strong>&nbsp;3 (es fehlt die besondere Note)<br \/><strong>B-Note:<\/strong>&nbsp;4 (eklige Farben)<\/pre>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/korb.gif\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"65\"\/><\/p>\n\n\n\n<p>Ich f\u00fcr meinen Teil ziehe es ja vor, das Salz von den Stangen abzubr\u00f6seln (genau wie bei den Laugenbrezeln, mir ist das sonst zu penetrant, soviel kann ein Mensch auch gar nicht trinken, da\u00df es eine derartige Salz-\u00dcberdosis ausgleichen w\u00fcrde). Nur wenn ich mir einen Dip mach, la\u00df ich es dran und tu daf\u00fcr einfach weniger Salz in den Dip. (Ein Tip von meiner Mutter, die kommt ja aus M\u00e4hren oder Pommern oder Schlesien oder wei\u00df der Teufel woher, jedenfalls kochte man da immer mit ganz viel Kuddeln und Kohl, und als wir damals fliehen mu\u00dften, konnte man ja gar nichts mitnehmen, nur Salzstangen, und um eine richtige Mahlzeit draus zu machen, stampfte man einen Dip aus Maggi und K\u00fcchenwein und bla bla&#8230;) Meinen Dip mansch ich mir aus Quark, Milch, Knorr-Gew\u00fcrzmischung, Salz und Pfeffer, Kr\u00e4utern und viel Tomatenmark (wahlweise auch Senf). Das n\u00e4chste Mal k\u00f6nnte ich Zwieback rezensieren, da gibts auch verschiedene Sorten, und ich bin ja mittlerweile sowas wie der T\u00dcV f\u00fcr Grundnahrungsmittel.<\/p>\n\n\n\n<p>Da f\u00e4llt mir ein, ich mu\u00df mal meinen Chefredakteur fragen, wie man eigentlich Dominosteine korrekt i\u00dft: l\u00e4ngs runter oder seitlich-quer, also jeweils jede Schicht einzeln, erst das Marzipan, dann den Gel\u00e9e und zu guter Letzt das Geb\u00e4ck??? By the way, ein Tip an Kollegen Becker: mit Dominosteinen ist der Chefredakteur sicherlich am leichtesten &#8222;ruhigzustellen&#8220; (die Anf\u00fchrungszeichen sind eine Konzession an den h\u00f6chstwahrscheinlich mitlesenden Chefredakteur, sonst gibt\u00b4s Haue, hab mich eh schon viel zu weit aus dem Fenster gelehnt), das ist billiger und nat\u00fcrlich auch weniger arbeitsaufwendig als Pl\u00e4tzchenbacken. Am meisten kann man bestimmt mit wei\u00dfen Dominosteinen punkten, denn die sind viel teurer als die braunen, und man zeigt damit, da\u00df man auch noch den langen Weg zum Karstadt auf sich genommen hat: hoher Goodwill-Faktor!!! Vielleicht nur noch zu steigern durch selbstgemachte Dominosteine, mundgeblasen und mit eingeritztem Monogramm. Marzipan wird, glaub ich, aus Mandeln und Rosenwasser gemacht&#8230; Na dann, viel Spa\u00df, Kai Florian!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser: heute mu\u00df ich erstmal was klarstellen. Frl. 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