{"id":29910,"date":"1999-02-17T11:11:00","date_gmt":"1999-02-17T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=29910"},"modified":"2022-09-15T19:14:41","modified_gmt":"2022-09-15T17:14:41","slug":"frl-katjas-naehkaestchen-folge-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/02\/frl-katjas-naehkaestchen-folge-10\/","title":{"rendered":"Frl. Katjas N\u00e4hk\u00e4stchen, Folge 10"},"content":{"rendered":"\n<p>So, die Feiertage sind rum, viele Leser kommen gerade zur\u00fcck aus der Ski-Freizeit (ein sch\u00f6nes Wort aus meiner Schulzeit, gefiel mir einfach besser als &#8222;Ski-Urlaub&#8220; oder gar das prosaische &#8222;Ski-Fahren&#8220;), vom Magenauspumpen oder aus der Psychiatrie, wo sie sich vom weihn\u00e4chtlichen Familienzwist erholt haben &#8211; und da kommt ein neues &#8222;N\u00e4hk\u00e4stchen&#8220; zur Aufmunterung gerade recht!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zahllose Ratgebersendungen oder auch nur Ratgeber-Ecken in auch sonst todlangweiligen Fernseh-Sendungen weisen ja immer wieder darauf hin: Weihnachten ist in Wahrheit das Fest der Hiebe! Diese Einstellung ist l\u00e4ngst zum Anti-Topos aufgekl\u00e4rter B\u00fcrgerlichkeit avanciert und auch mir in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen, wie ich immer wieder erstaunt an meinen Geschenken feststelle, die ich n\u00e4mlich prim\u00e4r nach ihrer De-Eskalations-Eignung ausw\u00e4hle und erst sekund\u00e4r nach ihrer Zweckm\u00e4\u00dfigkeit f\u00fcr die restlichen 363 Tage. Gern verschenke ich zum Beispiel komplizierte Strategiespiele ab mindestens drei Mitspielern, f\u00fcr die sich mein Bruder schon diverse Erweiterungen zugelegt hat. Meine Mutter scheint das Prinzip jetzt auch begriffen zu haben, denn dieses Weihnachten w\u00fcnschte sie sich &#8211; Kopfh\u00f6rer(!).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kam mir ganz besonders schlau vor und hab mir das gr\u00f6\u00dfte 3D-Puzzle der Welt gew\u00fcnscht (&#8222;The most challenging Puzz-3D ever!&#8220;): die S\u00fcdspitze Manhattans aus \u00fcber 3000 (in Worten: dreitausend) Teilen. Allein, es hat nichts gen\u00fctzt, da meine Familie nicht einkalkulierte, da\u00df im \u00f6rtlichen Toys-R-us nicht alle 3D-Puzzles im selben Regal aufgereiht sind, sondern da\u00df es ums Eck tats\u00e4chlich noch weitergeht und man seinen Blick zudem auch noch bis zur untersten Reihe schweifen lassen mu\u00df!!! Vielleicht dachten sie auch, drei No-Name-Wolkenkratzer von Ravensburger, die im Dunkeln leuchten, seien die S\u00fcdspitze Manhattans von MB &#8211; aber zumindest meine Mutter kann sich damit nicht rausreden, denn die war ja erst k\u00fcrzlich mit mir zusammen in New York, und ich glaub nicht, da\u00df die in den letzten zwei Monaten da alles abgerissen haben und nur ich nicht auf der H\u00f6he der Zeit bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch immer &#8211; so begab es sich aber zu der Zeit, da\u00df sich Maria und Josef am ersten Montag nach Weihnachten in die Schlange der Umtauschenden bei Toys-R-us einreihten, direkt hinter eine Familie, die eine Zahnarzt-Barbie zur\u00fcckgab, und mit einer positiven Differenz von \u00fcber 2000 Puzzle-Teilen bzw. einem mittelgro\u00dfen Gep\u00e4ckst\u00fcck wieder herauskamen. Nur damit keine Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse aufkommen: wenn ein Schlager-Quiz-Buch behaupten darf, Maria und Margot Hellwig seien Schwestern (!), dann sind mein Bruder und ich Maria und Josef &#8211; in der Reihenfolge!<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Bruder brachte mich hernach noch zum Bahnhof und bescherte mir ein seltsames Erlebnis der dritten Art. Ich mu\u00df ein klein wenig ausholen: mein Bruder hat mich ja bis zu seiner Ankunft sieben Jahre vor Langeweile fast verschimmeln lassen, weshalb ich auch als halbes Einzelkind durchgeh (wieviel sind eigentlich sieben Menschenjahre umgerechnet in Hundejahre?), aber als er dann mal da war, hatten wir viel Spa\u00df miteinander. Gern stand ich am Fenster, wenn ein Elternteil mit ihm im Auto irgendwohin fuhr &#8211; nur weil es so lustig anzuschaun war, wie mein vergn\u00fcgter Bruder mit gl\u00e4nzenden Augen auf dem R\u00fccksitz sa\u00df und abfuhr.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck in die Neuzeit: mein Bruder, mittlerweile fast zwanzig und mit F\u00fchrerschein versehen, hatte noch ein bi\u00dfchen mit Wenden zu tun, w\u00e4hrend ich mein Gep\u00e4ck schon fast bis zum Bahnhofseingang geschleppt hatte und dort wartete, um ihm noch einmal zum Abschied zu winken. Tja, und als er vorbeibrauste, hatte ich ein echtes D\u00e9j\u00e0 vu-Erlebnis: mein Bruder sitzt noch genauso vern\u00fcgt und mit gl\u00e4nzenden Augen im Wagen, nur halt jetzt einen halben Meter weiter vorn. Und ich schau\u00b4s mir noch genauso gerne an. Schn\u00fcff.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nochmal kurz zu meinen Puzzle-Erfahrungen, die sich allerdings in Grenzen halten, da ich es erst einmal verliehen hab, damit sich die Chance erh\u00f6ht, noch in diesem Fr\u00fchjahr mein Studium zu einem gl\u00fccklichen Ende zu bringen. Okay, der Umzug war auch nicht ohne, aber wer will schon ewig in einem 25 Quadratmeter-Loch in Alt-Saarbr\u00fccken vor sich hin vegetieren, wenn man das doch auch mitten in der City mit Blick aufs Stadtbad tun kann?!! Und \u00fcberhaupt: in der alten Wohnung war Null Platz f\u00fcr mein Puzzle, ungelogen! Das ist ja 1 m auf 70 cm gro\u00df und \u00fcber einen halben Meter hoch! Die horizontale Umrandung (sechzehnspurige Stra\u00dfen mit winzigen Autos darauf) hatte ich in der ersten Woche schon geschafft und ein kleineres gelb-schwarzes Hochhaus, ungef\u00e4hr eines von drei\u00dfig, die sich mitunter farblich kaum unterscheiden und eklig verschachtelt sind. Jedenfalls standen in meinem Zimmer etwa zwanzig Gef\u00e4\u00dfe, Sch\u00fcsseln, Eimer, T\u00f6pfe etc. herum, in die ich wenigstens mal grob die Steinchen sortierte. Und dann geschah es, da\u00df ich im Bus sa\u00df, unaufmerksam die H\u00e4userzeilen an mir vor\u00fcberziehen lie\u00df und wie in Trance im Geiste die Fassaden nach ihrer Farbe in meine h\u00e4uslichen Gef\u00e4\u00dfe, Sch\u00fcsseln, Eimer, T\u00f6pfe etc. einsortierte&#8230;! Mal sehen, wann ich meine Freundin, der ich das Puzzle geliehen hab, mit ihrem ersten Nervenzusammenbruch am Telefon hab. Diese Woche jedenfalls noch nicht, weil die &#8212;&#8212; (Wort leider zensiert wegen unbotm\u00e4\u00dfiger Ausdrucksweise) von der Telekom erst n\u00e4chste Woche unser Telefon verlegen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens &#8211; mein Manhattan-Puzzle ist echt super und von der Perspektivik her total unverzerrt. Vor allem ist alles mit drauf, sogar das Empire State Building und auch das Chrysler Building mit seiner h\u00fcbschen Art Deco-Spitze in Fischschuppen-Manier, immerhin zwei Top-Sehensw\u00fcrdigkeiten New Yorks. Nur zum Vergleich: der Puzzle-Ausschnitt geht vom Battery Park ganz unten bis zum rechten Ende der Canal Street bzw. bis zum s\u00fcdlichen Ende des East River Parks, das sieht ungef\u00e4hr so aus:<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/3dyork1.gif\" alt=\" \" width=\"116\" height=\"229\"\/><\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt aufgepa\u00dft: das Empire State Building steht in der 34th Street (A) und das Chrysler Building in der 42nd Street (B). Wohlgemerkt &#8211; beides auf dem Puzzle mit drauf!<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/3dyork2.gif\" alt=\"\" width=\"116\" height=\"200\"\/><\/p>\n\n\n\n<p>Nach wie vor bin ich auf der Suche nach ad\u00e4quaten Jobs f\u00fcr frisch abgeschlossene Germanistinnen, und da hab ich j\u00fcngst noch einen weiteren Traumberuf entdeckt: &#8222;Lotse&#8220; in der Sendung &#8222;Ich trage einen gro\u00dfen Namen&#8220;! Das ist ein Quiz mit Hansj\u00fcrgen Rosenbauer im SWR, wo ein Nachfahre oder Verwandter eines prominenten Menschen zu Gast ist, und ein Rate-Team (meist Georgia Tornow, Ernst-Dieter-Lueg, Gabriele von Arnim, Wilhelm Wieben etc.) mu\u00df mit Ja\/Nein-Fragen drauf kommen. Am Anfang wird immer eine Musik aus der Zeit des zu Ratenden gespielt und zugleich dessen Name eingeblendet, so da\u00df Zuschauer, die mitraten wollen, w\u00e4hrend der Musik einfach nur die Augen zumachen m\u00fcssen. Das Rate-Team nat\u00fcrlich auch, sonst w\u00e4rs ja zu einfach.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann gibts eben noch den &#8222;Lotsen&#8220;, in der Regel Gerd Appenzeller von irgendeiner s\u00fcddeutschen Tageszeitung, der am Ende jeder Runde einen dezent ironischen Abri\u00df \u00fcber Leben und Werk des Prominenten gibt und immer so gut vorbereitet sein mu\u00df, da\u00df er jederzeit einspringen kann, wenn sich das Rate-Team in eine Sackgasse man\u00f6vriert hat, in die es der Lotse mit seinen unnachahmlichen Hinweisen noch ein wenig weiter hineintreibt. Nein, im Ernst, der Mann ist wirklich Klasse und f\u00fcr mich der eigentliche Kult dieser Sendung. Als die Schwester von Janis Joplin (!) zu Gast war, hat er das Rate-Team mit der Bemerkung gefoppt, die gesuchte Prominente habe im Teenager-Alter mal versucht, in der Badewanne Bier zu brauen. So konnten sie nat\u00fcrlich nie auf Janis Joplin kommen, denn die hat sich mit Bier bekanntlich kaum abgegeben, h\u00f6chstens bei Erk\u00e4ltungen (hei\u00dfes Bier mit Honig&#8230;) oder um ein paar Aspirin drin aufzul\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja ehrlich, den Lotsen-Job in &#8222;Ich trage einen gro\u00dfen Namen&#8220; w\u00fcrd ich sogar ehrenamtlich machen, so klasse find ich den, aber noch mehr w\u00fcnsch ich mir nat\u00fcrlich, Gerd Appenzeller bliebe uns noch lange erhalten, denn ohne ihn ist das Ganze nur eine altbackene Rate-Runde aus der TV-Pal\u00e4ontologie, wo ausgemusterte Kultur- und Nachrichten-Journalisten ihr Gnadenbrot bekommen. Wenn ich wieder ein bi\u00dfchen Gift in der Feder hab, meld ich mich demn\u00e4chst nochmal zu einem Neuzugang dieser Rate-Runde zu Wort, dem aufgeblasenen Dummschw\u00e4tzer Gerhard Konzelmann, aber heute bin ich dazu einfach zu milde gestimmt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hab das Gef\u00fchl, mein &#8222;N\u00e4hk\u00e4stchen&#8220; wird diesmal eine Splitter-Kolumne. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch, wie ich vor wenigen Monaten gewarnt hab, da\u00df zuviel soziale Kontakte der Kolumnen-Qualit\u00e4t nur abtr\u00e4glich sind, da der isolierte, von seiner Umwelt ab- und ausgegrenzte Kolumnist der beste ist! Aber die biologische Uhr tickt, und diese Gesellschaft ist nunmal eindeutig Paar-orientiert, da nimmt es nicht Wunder, wenn sich auch Fr\u00e4ulein Katja wieder fest bindet. &#8222;Fest bindet&#8220; &#8211; nicht &#8222;festbindet&#8220;, das ist etwas vollkommen anderes &#8211; \u00e4h, oder vielleicht doch nicht? H\u00e4tte ich das Kleingedruckte aufmerksamer lesen sollen&#8230;? Ja, bestimmt, denn vermutlich kommt nun eine arbeitsrechtliche Verfassungsklage vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof auf mich zu, da ich beim Kolumnisten-Einstellungsgespr\u00e4ch nat\u00fcrlich gefragt wurde, ob ich geselligen Umgang pflege und mir vorstellen k\u00f6nnte, auch mal wieder eine &#8222;Beziehung&#8220; einzugehen. Hab ich nat\u00fcrlich alles verneint: &#8222;Nein, sowas hab ich nicht. Nein, v\u00f6llig ausgeschlossen, ich doch nicht.&#8220; Aber wer konnte denn ahnen, &#8211; ?!!<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt hab ich nat\u00fcrlich ein Problem mit dem Herausgeber, denn der findet das nicht so witzig, f\u00fcrchtet um seine Klientel und um seine Kolumne. Aber der Chefredakteur steht hinter mir (der kann den Herausgeber auch nicht leiden&#8230;), und au\u00dferdem ist mein Anwalt ein schlauer Fuchs, der war schon Lady Di\u00b4s Scheidungs-Advokat, rehabilitierte General Kiessling, rettete Frank F\u00f6rster vor den Malaysischen Henkern, holte Mathias Rust aus dem sibirischen Gulag, bescherte den Bewohnern eines belgischen Kaffs viel Publicity mit ihrer Klage gegen Napoleon, hielt flammende Pl\u00e4doyers vor der Spanischen Inquisition, verschaffte einem verschrobenen Mandanten Recht, der doch nur gesagt hatte, da\u00df sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt (aber die Katholische Kirche hatte damals millionenschwere Werbevertr\u00e4ge mit der Sonne und war zudem noch vor den Fuggern und der Westindian Company die erste Macht im Staat&#8230;), vertrat Jesus gegen r\u00f6mische Lobbyisten und betreute gleichzeitig noch Vera Br\u00fchne, Ingrid van Bergen und Monika B\u00f6ttcher (vormals Weimar), die Eltern von Ulrike Meinhof und die Nichten von Hanns-Martin Schleyer. Nebenbei k\u00fcmmert er sich noch um diese dumme Amtsenthebungs-Sache von Clinton, und er vertritt Susan Stahnke gegen die &#8222;Tagesschau&#8220; und den gesunden Menschenverstand. Zugegeben, die Umstellung vom alten Scherbengericht auf moderne Zivilverfahren fiel ihm nicht ganz leicht, aber er hatte ja ein paar Jahrtausende Zeit, sich daran zu gew\u00f6hnen und kommt mittlerweile ganz gut mit der neuen Situation klar.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir, mein Anwalt und ich, berufen uns jetzt darauf, da\u00df ich zwar gelogen hab, aber die Fragen nach meinem pers\u00f6nlichen Umgang und Beziehungs-Pl\u00e4nen von vornherein unzul\u00e4ssig waren, weil viel zu intim und mit meinen beruflichen F\u00e4higkeiten in keinerlei Zusammenhang stehend. W\u00fcnscht mir Gl\u00fcck!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Splitterkolumne&#8220; deshalb, weil mir zur Zeit nur kleine Themen-Schnipsel einfallen &#8211; der Gro\u00dfteil meines Hirns (klingt, als g\u00e4bs viel davon &#8211; ist aber nur ein Trick!) ist momentan nat\u00fcrlich mit ganz anderen Dingen besch\u00e4ftigt, denn Fr\u00e4ulein Katja hat ja nicht nur einen neuen Partner, sondern in B\u00e4lde auch einen neuen Mitbewohner, sie zieht n\u00e4mlich wieder in eine WG. Dann gibts nur noch Fragment-Kolumnen&#8230; Nein nein, keine Angst, das w\u00fcrde mein Chefredakteur nie zulassen. Er ist der Hauptmieter&#8230; Nein, stimmt so auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, ich liste einfach mal meine Splitter auf&#8230; Zum Beispiel hab ich zur Zeit das zweifelhafte Vergn\u00fcgen, mich mit einem hundert Jahre (okay, von 1897) alten Klassiker der Soziologie zu besch\u00e4ftigen: &#8222;Der Selbstmord&#8220;. Nein, so schlimm ist das nicht, im Gegenteil, sogar stellenweise ganz am\u00fcsant, denn Emile Durkheim, der unter anderem mit dem sp\u00e4teren Sozialistenchef Jaur\u00e8s und dem sp\u00e4teren Lebensphilosophen Henri Bergson zur Schule gegangen ist, hat sich h\u00f6chst interessante Gedanken \u00fcber gesellschaftliche Selbstmord-Ursachen gemacht, denn alles andere ist Nebbich, etwa &#8222;Mmh, was der Werther kann, kann ich auch&#8220;, &#8222;Wow, der Steppenwolf ist ja so inspirierend&#8220;, &#8222;Oh, im ZDF l\u00e4uft heute abend \u00b4Tod eines Sch\u00fclers\u00b4 Teil 16, das tu ich mir nicht mehr an&#8220;, &#8222;Meiner Ex, der zeig ichs jetzt mal, der wird das noch leid tun&#8220; oder &#8222;Hilfe, ich bin bei MTV in der Heavy Rotation, unser zweites Album schreibt Musikgeschichte, und die &#8222;Unplugged&#8220;-Session ist auch erledigt &#8211; ich pack\u00b4s dann mal&#8230;&#8220;. Nein, in Wirklichkeit sind wir nur Opfer sozialer Str\u00f6mungen, und in Wirklichkeit hat sich Durkheim auch weniger Gedanken \u00fcber individuelle Selbstmord-Anl\u00e4sse gemacht als \u00fcber das Zustandekommen auffallend stabiler Selbstmord-Raten spezifischer Gesellschaften, aber das interessiert hier weniger, sondern ich wollte einfach nur meine Hitliste der sch\u00f6nsten S\u00e4tze aus dem &#8222;Selbstmord&#8220; aufstellen, Best of Durkheim sozusagen:<\/p>\n\n\n\n<p>Platz 3: (zur Feststellung, da\u00df eine Frau nur \u00fcber rudiment\u00e4re Empfindungsf\u00e4higkeiten, namentlich in Sachen &#8222;Geselligkeit&#8220;, verf\u00fcgt) &#8222;Sie hat nur wenig Bed\u00fcrfnisse in dieser Richtung und befriedigt sie mit geringem Aufwand. Mit einigen \u00c4u\u00dferungen von Ergebenheit, mit der Pflege einiger Tiere ist das Leben der alten Jungfer ausgef\u00fcllt.&#8220; (Wie wahr!)<\/p>\n\n\n\n<p>Platz 2: (zur Tatsache, da\u00df oft sehr naheliegende Umst\u00e4nde die Wahl der T\u00f6tungsmittel bestimmen) &#8222;Darum wird zum Beispiel in den gro\u00dfen St\u00e4dten der Tod durch Abst\u00fcrzen viel h\u00e4ufiger gew\u00e4hlt als auf dem Lande, n\u00e4mlich einfach weil die H\u00e4user oft h\u00f6her sind.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Platz 1: &#8222;Es gibt keinen Grund anzunehmen, da\u00df sie (die Skandinavier, Anm. d. Verf.) intelligenter seien als die Italiener, und doch w\u00e4hlen sie zwei- bis dreimal so h\u00e4ufig den Tod.&#8220; (!)<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch eine Hitliste, n\u00e4mlich die der von mir in meiner Kindheit meistgeha\u00dften Kleidungsst\u00fccken. Angeregt wurde ich dazu, als ich neulich im Bus sa\u00df und drau\u00dfen ein Mensch mit einer dieser uns\u00e4glichen Wollm\u00fctzen vorbeilief, die man sich ganz \u00fcber den Kopf zieht, und vorn bleibt dann ein gro\u00dfes Loch f\u00fcrs Gesicht frei, wo man durchgucken kann. Also ingesamt zwei L\u00f6cher, das untere f\u00fcr den Hals mitgerechnet. Hat was Kosmonautisches &#8211; wenns nicht so gruselig w\u00e4r&#8230; Es war jedenfalls gar bitter kalt drau\u00dfen, und ich wei\u00df nicht mehr, obs ein erwachsener Mensch war, der die M\u00fctze trug, denn gemeinhein qu\u00e4lt man nur Kinder damit, aber es war auf alle F\u00e4lle ein Mensch!<\/p>\n\n\n\n<p>A propos &#8222;Qu\u00e4len&#8220; &#8211; hat Euch Eure Mutter auch so lange morgens die Klamotten rausgelegt? Mit &#8222;lange&#8220; mein ich: bis ins hohe Alter! Nein? Meine aber, und ich bin bis heute dadurch derart traumatisiert, da\u00df ich es nicht fertigbringe, morgens einfach was aus dem Schrank zu nehmen, anzuziehen und fertig. Nein! Erstmal wei\u00df ich ewig nicht, was ich anziehen soll, auch wenn ich die Lichter meines Busses schon von Ferne blinken sehen kann, und dann mu\u00df es meist auch noch geb\u00fcgelt werden und so, jedenfalls ist es immer ein Riesen-Act. Naja, ganz so schlimm auch wieder nicht, aber hier scheint mir doch eine antrainierte Hilflosigkeit vorzuliegen, die auf \u00fcberm\u00e4\u00dfige m\u00fctterliche Protektion zur\u00fcckgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie lang hat sie mir eigentlich die Klamotten rausgelegt, mal \u00fcberlegen, aber wahrscheinlich schon so bis in die sechste Klasse hinein, also so bis ich zw\u00f6lf war. Unfa\u00dfbar, oder?!! Ich hab das so derma\u00dfen geha\u00dft und den Tag regelm\u00e4\u00dfig mit Schaum vorm Mund begonnen, denn diese Klamotten-Rauselege-Prozedur ist verdammt erniedrigend. Erstmal, nicht selbst rausnehmen zu d\u00fcrfen, und dann auch noch die Angst, irgendwelche Horror-Kollektionen in die Hand gedr\u00fcckt zu bekommen. (Bis heute repetiert meine Mutter \u00fcbrigens immer mal wieder die Frage &#8222;Ich hab dich immer nett angezogen, nicht wahr? Das haben auch andere gesagt, die Silvia Fink zum Beispiel hat doch mal gesagt, Du w\u00e4rst immer so nett angezogen, wei\u00dft du das noch?&#8220;) Als h\u00e4tte ich mir nicht selbst was aus dem Schrank nehmen k\u00f6nnen! Und \u00fcberhaupt, was w\u00e4re denn dagegen einzuwenden gewesen, vierzehn Tage lang in denselben Lieblings-Sachen rumzulaufen? Das ist unheimlich praktisch: nach einer Woche stellt man sie abends nur noch in die Ecke und steigt morgens grad wieder rein&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Platz 3: Diesen Rang der von mir meistgeha\u00dften Kleidungsst\u00fccke meiner Kindheit teilen sich zwei M\u00fctzen. Eine davon ist nat\u00fcrlich oben erw\u00e4hntes Woll-Unget\u00fcm, b\u00e4h! Wer seinen Kindern sowas \u00fcberst\u00fclpt, darf sich nicht wundern, wenn sie sich sp\u00e4ter nur noch zwei Sehschlitze in gestrickte Kopf-T\u00fcten reinschneiden oder sich gleich ein paar Nylons \u00fcber die Birne ziehen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte aber noch was &#8222;Besseres&#8220;: eine wei\u00dfe Flokati-M\u00fctze, die unterm Kinn zu schn\u00fcren war und an jedem Band noch einen Bommel dran hatte. &#8222;PomPoms&#8220; (frz.) nannte man das in meiner Grundschulzeit. Mu\u00dften wir in &#8222;Textiles Gestalten&#8220; (!) machen: da nimmt man zwei Papp-Ringe \u00fcbereinander, umwickelt sie mit Wolle bis nix mehr durchs Loch durchgeht, schneidet das dann am Rand auf, bindet noch schnell einen Faden zwischen die Ringe, entfernt die Pappe und spreizt die F\u00e4den zu einem lustigen, nutzlosen PomPom!<\/p>\n\n\n\n<p>Diese M\u00fctze ist so widerlich, da\u00df ich auch nicht die Ausrede gelten lassen, das sei in den 70ern mal modern gewesen. Nein, irgendwo gabs auch in den 70ern Grenzen! Nur bei meiner Mutter nicht! Zu meinem achtzehnten Geburtstag hat sie mir ein Fotoalbum geschenkt, in dem mein bisheriges Leben dokumentiert war, und zwar ausschlie\u00dflich meins! Ein paar Fotos mu\u00dfte ich leider gleich mal zensieren bzw. eliminieren (&#8222;Belastungsmaterial vernichten&#8220; nennt man sowas in der Kriminologie), darunter auch jenes, wo ich mit f\u00fcnf Jahren wie ein Idiot auf einem Baumstamm sitze, besagte M\u00fctze trage und zus\u00e4tzlich noch eine Cord-Schlaghose, orthop\u00e4dische Schuhe (in ihrer kn\u00f6chelhohen Form die Basketball-Stiefel-Mode der 80er und 90er vorwegnehmend, also gewisserma\u00dfen vision\u00e4r!) und eine wollene Jacke mit solch \u00fcberdimensionierten Karos, da\u00df Frankenfeld sie mir ohne viel Federlesens vom Leib gerissen h\u00e4tte. W\u00e4r ihm aber zu klein gewesen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Platz 2: Hier sollte ja erst das Dirndl hin, das ich an meinem 4. Geburtstag beim Fotografen tragen mu\u00dfte (woran man gleich erkennt, da\u00df ich die Erstgeborene bin, denn solchen SchnickSchnack macht man mit den nachfolgenden Kindern nicht mehr, f\u00fcr meinen Bruder wurde auch nicht mehr in den ersten Lebensjahren ein ganzer Film pro Monat verknipst!). Aber dann fiel mir noch was viel Schlimmeres ein, n\u00e4mlich ein karierter Faltenrock (rot-gr\u00fcn, nat\u00fcrlich Schottenmuster und stets kombiniert mit einem roten Rollkragenpulli), doch das Allerschlimmste war ein zum Rock geh\u00f6riges Accessoir &#8211; eine \u00fcbergro\u00dfe goldene Sicherheitsnadel!!!!!!!!! Mu\u00df ich dazu noch was sagen? Nein, dacht ich mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Platz 1: Der Spitzenplatz geb\u00fchrt dem mit Abstand kuriosesten &#8222;Kleidungsst\u00fcck&#8220;, das ich je ge- , das mich je be- , naja, da\u00df ich halt je anhatte &#8211; und es tr\u00e4gt wie kein zweites die Insignien der 70er Jahre, denn es war aus Denim und von Quelle: ein kompletter Jeans-Overall!!! Eine Ganzk\u00f6rper-Lachnummer mit Rei\u00dfverschlu\u00df vom Kinn bis zum Nabel! Vielleicht ein fr\u00fcher Versuch, mir eine Lehre als Kfz-Mechanikerin nahezulegen&#8230; Auch dieses St\u00fcck wurde gern mit Rollkragenpullover kombiniert, und wahrscheinlich hab ich dann dazu noch meine Clogs getragen, die ich mir als Belohnung f\u00fcr meinen ersten Zahnarztbesuch aussuchen durfte. Mein pers\u00f6nliches Lieblings-Kindheits-Kleidungsst\u00fcck &#8211; f\u00e4llt mir grad ein &#8211; war ein bedrucktes T-Shirt (kam ja im Grunde auch erst in den 70ern auf) mit einem Emblem f\u00fcr das &#8222;Jahr des Kindes&#8220; &#8211; eine Institution, die meine Eltern gleich w\u00f6rtlich nahmen und Anno 79 meinen Bruder in die Welt setzten&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erinnere mich, da\u00df das Teil (der Overall) hinten eine Hosentasche hatte &#8211; nur eine zwar, aber das war Ende der 70er schon viel! Ich stand damals unglaublich auf Hintertaschen, ja, ich fand sie so klasse, da\u00df ich mir gern l\u00e4ssig beim Gehen eine Hand reinsteckte im Glauben, das sei cool. Und Jeans an sich fand ich auch dufte. Jedenfalls hab ich den schweren Verdacht, damals mit &#8222;Jeans&#8220;, vor allem aber mit dieser Hintertasche zur Bestellung gek\u00f6dert worden zu sein: &#8222;Katja, h\u00f6r mal, hier im Katalog gibts einen ganz tollen Nuschelnuschelnuschel aus Jeans, sollen wir den f\u00fcr dich bestellen?&#8220; &#8222;Warte, ich komm mal r\u00fcber und schau mir das Foto an.&#8220; &#8222;\u00c4\u00e4\u00e4\u00e4h, Nein! Spiel ruhig weiter, aber der Nuschelnuschelnuschel hat auch eine Hintertasche!&#8220; &#8222;Ja okay, nehm ich!&#8220;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/rocket.gif\" alt=\" \" width=\"91\" height=\"68\"\/><\/p>\n\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/kolumnen\/katja\/images\/warenkrb.gif\" alt=\"Frl. Katjas Warenk\u00f6rbchen\" width=\"300\" height=\"118\"\/>&nbsp;Es gestaltet sich nicht immer einfach, Nachschub f\u00fcr\u00b4s Warenk\u00f6rbchen zu finden. Neulich trabte ich im Tran durch die Lebensmittel-Abteilung im Karstadt und mein Hirn zuckte bei allem Unbekannten &#8211; in der Neurologie auch bekannt als &#8222;Warenk\u00f6rbchen-Reflex&#8220; &#8211; nur da\u00df mir das sogar vorm Hundefutter-Regal passierte! Eine Freundin, der ich davon berichtete, hat das Prinzip dieser Rubrik wirklich verstanden, denn sie meinte spontan: &#8222;Das kannst du ja machen, wenn dein Bruder wieder zu Besuch ist.&#8220; Genau! Aber was mach ich bis dahin? In meinem K\u00fcchenregal stehen noch drei billige Tetra-Pack-Gl\u00fchweine &#8211; sicheres Anzeichen daf\u00fcr, da\u00df ich bald mit dem Studium fertig bin und sich mein Freundeskreis bereits weitgehend aus abgeschlossenen Akademikern, Zwangsexmatrikulierten oder halt einfach nichtstudentischen Berufst\u00e4tigen rekrutiert, die nur edle Tropfen schl\u00fcrfen, und ich eben nicht mehr in Studenten-WGs wohne, denn da w\u00e4r gewi\u00df kein Tropfen billigen Gl\u00fchweins \u00fcbrig geblieben! Oder nehm ich mir mal LIDL-Fertigerichte f\u00fcr Einsf\u00fcnfzig vor &#8211; die kann ich auch aus dem Kopf machen. Aus meinem, haha &#8211; nein (bl\u00f6der Kalauer), aber im Ernst, ich glaub, das w\u00fcrd kaum anders schmecken. Bis jetzt kenn ich die Reisgerichte &#8222;Mexikanisch&#8220;, &#8222;Gem\u00fcse mit Pilzen&#8220; und &#8222;Curry-Huhn&#8220;. Nur das letzte schmeckt so eklig, da\u00df nichtmal ich es e\u00df, der Rest der Menschheit w\u00e4r schon bei den beiden anderen vorsichtig. Aber nun krieg ich ja bald einen neuen Mitbewohner, der ganz toll kochen kann (sagen auch andere), und vielleicht probiert der im Gegenzug mal meine Warenk\u00f6rbchen-Palette, oder? Hm, mal sehn.<\/p>\n\n\n\n<p>Frl. Katjas befindet sich, wie bereits erw\u00e4hnt, im Liebesfr\u00fchling, und das hei\u00dft nat\u00fcrlich f\u00fcrs &#8222;Warenk\u00f6rbchen&#8220;: Austern, Pimpernell und andere Aphrodisiaka! Nein nein, die brauchen wir (noch) nicht, ist ja erst Fr\u00fchling&#8230; Aber das Tollste an einer neuen Partnerschaft ist ja nicht guter Sex, fruchtbare Diskussionen vorm Schlafengehen oder am Geburtstag ein Geschenk mehr, sondern jemand, den man beim Fernsehkrimi-Gucken fragen kann, wenn man was nicht verstanden hat!<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4h, ich schweife ab, um von meiner Warenkorb-Misere abzulenken, denn die Ausbeute heuer war d\u00fcrftig, nur ein einziges Produkt fand Gnade vor der Rezensentin Augen, was die K\u00f6rbchentauglichkeit anging, und zwar:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Swiss Miss: Marshmellow Lovers. A big bag full of marshmellows for each cup of cocoa&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Cocoa&#8220; ist amerikanisch f\u00fcr &#8222;Kakao&#8220;, was in diesem Fall f\u00fcr in hei\u00dfem Wasser gel\u00f6stes, braunes Getr\u00e4nkepulver mit Schoko-Geruch steht. Mein Co-Tester, der an sich extrem gern &#8222;Hei\u00dfe Schokolade&#8220; trinkt, erkennt blind, ob ein Kakao mit Wasser oder Milch gemacht ist und w\u00e4hlt auch seine favorisierten Caf\u00e9s nicht zuletzt anhand dieses Kriteriums aus. &#8222;Marshmellow Lovers&#8220; hatten bei ihm keine wirkliche Chance.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kombination von Marshmellows und Kakao erschien mir bizarr genug, um Eingang ins Warenk\u00f6rbchen zu finden, aber vielleicht sollte ich erstmal erkl\u00e4ren, was Marshmellows sind, oder? Es handelt sich dabei um eine Art e\u00dfbaren Airbag, hierzulande auch bekannt als &#8222;M\u00e4usespeck&#8220;, bestehend aus gesch\u00e4umtem Ichwillgarnichtwissenwas und zieht sich bei heftigem Lutschen blitzschnell zu einem nichtigen H\u00e4uflein Zuckerschmelz zusammen. Aufmerksame Peanuts-Fans kennen Marshmellows auch aus Stories, in denen Snoopy als Anr\u00fchrer der Beagle-Scouts mit seinen gefiederten Sch\u00fctzlingen wandern geht und im Wald zeltet. Als Abendessen gibts am Lagerfeuer regelm\u00e4\u00dfig ger\u00f6stete Marshmellows, die auf einen Holzstock gespie\u00dft und \u00fcbers Feuer gehalten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zu den &#8222;Swiss Miss.Marshmellow Lovers&#8220;. Der Inhalt besteht aus 8 Doppelt\u00fctchen (in einem das Pulver, im andern die Marshmellows), ein gro\u00dfes Pulverpaket plus einer T\u00fcte Marshmellows h\u00e4tts auch getan, aber das w\u00e4re nicht amerikanisch genug ohne dieses Flair von Fertiggericht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich gab es neben der &#8222;conventional preparation&#8220;-Anweisung (wie r\u00fcckst\u00e4ndig) auch eine f\u00fcr &#8222;microwave preparation&#8220;! Hey, dachte ich, da geht\u00b4s bestimmt ab, das ploppt sicher ganz toll und ist besser als Fernsehen, und zuf\u00e4llig hat ja mein neuer Mitbewohner eine Mikrowelle mit in die We-Ge-He (Kombination von &#8222;WG&#8220; und &#8222;Ehe&#8220; gebracht, also mal ausprobieren! Doch dann las ich den entscheidenden Preparation-Unterschied, der einzig und allein in der Erhitzung des kakao-freienWassers bestand, das hernach zum Pulver zu gie\u00dfen war. Das fand ich dann doch nicht so aufregend.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erhitzte also das Wasser r\u00fcckst\u00e4ndig und konventionell, go\u00df es auf das Pulver und sch\u00fcttete anschlie\u00dfend eine muntere Schar kleiner wei\u00dfer Marshmellows darauf. Mein Co-Tester fragte besorgt, ob ich auch korrekt vorginge, und ich zitierte ihm die Gebrauchsanweisung: &#8222;Add marshmellows and enjoy&#8220;. Die Marshmellows sogen sich ein klein wenig mit Wasser voll, schmolzen und gaben beim umr\u00fchren leise Zisch-Laute von sich. Alsbald waren sie verschwunden und der Co-Tester sehr entt\u00e4uscht. Ich auch, denn mehr als ein Wasser-Kakao mit einer Schicht synthetisch duftender S\u00fc\u00dfware war nicht drin. Aber ein T\u00fctchen mit Marshmellows auf einen Kakao zu gie\u00dfen, ist schon irgendwie lustig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>A-Note:<\/strong>&nbsp;3 (die T\u00fctchen-Abpackung suggeriert weniger Aufwand, aber es braucht doch immer noch ein Warmwasser-Ger\u00e4t, Tasse und L\u00f6ffel sowie eine Sp\u00fcle, um den schalen Rest wegzugie\u00dfen)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B-Note:<\/strong>&nbsp;3 (Kakao mit Wasser ist doof, der Gag mit den Marshmellows ganz lustig, aber auch wieder nicht sooo lustig, da\u00df es f\u00fcr eine 2 gereicht h\u00e4tte)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, die Feiertage sind rum, viele Leser kommen gerade zur\u00fcck aus der Ski-Freizeit (ein sch\u00f6nes Wort aus meiner Schulzeit, gefiel mir einfach besser als &#8222;Ski-Urlaub&#8220; oder gar das prosaische &#8222;Ski-Fahren&#8220;), vom Magenauspumpen oder aus der Psychiatrie, wo sie sich vom weihn\u00e4chtlichen Familienzwist erholt haben &#8211; und da kommt ein neues &#8222;N\u00e4hk\u00e4stchen&#8220; zur Aufmunterung gerade recht!<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[66],"tags":[],"class_list":["post-29910","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-frl-katja"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Frl. 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