{"id":29920,"date":"1999-09-09T11:11:00","date_gmt":"1999-09-09T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=29920"},"modified":"2022-06-28T03:55:15","modified_gmt":"2022-06-28T01:55:15","slug":"trashmonk-mona-lisa-overdrive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/09\/trashmonk-mona-lisa-overdrive\/","title":{"rendered":"Trashmonk: Mona Lisa Overdrive"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Trashmonk-Mona-Lisa-Overdrive.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Trashmonk-Mona-Lisa-Overdrive.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29921\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Trashmonk-Mona-Lisa-Overdrive.jpg 597w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Trashmonk-Mona-Lisa-Overdrive-500x503.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Trashmonk-Mona-Lisa-Overdrive-145x146.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Trashmonk-Mona-Lisa-Overdrive-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Trashmonk-Mona-Lisa-Overdrive-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 597px) 100vw, 597px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Hui, welch Namedropping: Trashmonk alias Nick Laird-Clowes sang die Backing Vocals auf dem letzten T-Rex-Album, lebte mit Paul Simon zusammen, der ihn das Songschreiben lehrte, er verlor seine Jungfr\u00e4ulichkeit im Haus von John Lennon (mit ungef\u00e4hr 14\u2026), Brian Wilson nannte ihn ein Genie (!), und au\u00dferdem wirkte er an Pink Floyds &#8222;Division Bell&#8220; mit. Naja, Letzteres sollte man besser nicht so laut sagen, ich erinnere mich noch gut an das entt\u00e4uschte Gesicht meines kleinen Bruders, als er sie unaufgefordert zum Geburtstag geschenkt bekam, und ich konnte ihn wei\u00df Gott verstehen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aber der Rest: Wow! Laird-Clowes blickt mit seinen Anfang 40 wahrlich auf eine bewegte Vita zur\u00fcck, angefangen mit 13, als er von Zuhause ausri\u00df, um Zeuge des Isle of Wight Festivals zu werden (mit Hendrix, den Doors, The Who etc.). Seine Odyssee f\u00fchrte ihn \u00fcbrigens sp\u00e4ter unter anderem in ein Kloster auf dem Himalaya, auch um von diversen Drogen wegzukommen. Jetzt aber mal beiseite mit all dem erdr\u00fcckenden Celebrity-Schutt, schlie\u00dflich ist der Mann kein Schmarotzer, sondern Musiker, viele erinnern sich vermutlich auch noch an seine Band &#8222;Dream Academy&#8220;, damals in den 80ern\u2026 Jetzt meldet er sich als Trashmonk zur\u00fcck mit einem Album namens &#8222;Mona Lisa Overdrive&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das ganz leise, auf musikalischen &#8222;Zehenspitzen&#8220;. Will sagen: &#8222;Mona Lisa Overdrive&#8220; ist ein ziemlich zur\u00fcckhaltendes, in sich gekehrtes, versponnenes Werk &#8211; so zart und lyrisch, wie man es eben von einem Nick Drake-Fan erwartet. Ja, es riecht nach romantischem, sehr britischem Akustik-Folk und &#8211; mit Verlaub &#8211; ziemlich r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt, trotz aller elektronischer Spielereien, die nat\u00fcrlich sehr neuzeitlich klingen, aber nicht \u00fcber die &#8222;alte&#8220; Seele hinwegt\u00e4uschen k\u00f6nnen, die in Laird-Clowes wohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jene elektronischen Spielereien (Blubbern, Vokal-Samples, Verzerrer und Vocoder, elektronische Streicher etc.) machen eine S\u00e4ule des Album aus, sie kommen meist dumpf aus der Tiefe des Raum und \u00fcberziehen den Klang mit akustischen Schlieren. Doch so nah sie zeitweilig auch TripHop, Drum&#8217;n&#8217;Bass, Industrial und all den Underground-Spielarten stehen: sie verstr\u00f6men eine mehr esoterische denn spacige Aura. Und wo wir schon mal bei den &#8222;E&#8220;s sind: au\u00dfer dem Eso-Anteil findet sich auch noch ein gewisses Quantum &#8222;Ethno&#8220;. Nick Laird-Clowes ist schlie\u00dflich rumgekommen in der Welt, und sowas hievt einen auch \u00fcber den musikalischen Tellerrand. Ein paar Tablas tauchen hier und dort auf, Sitar-Hear-a-likes und fern\u00f6stliche Bl\u00e4ser-Sounds.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Trashmonk-Takes sind mehr ein z\u00e4her, warmer Klangbrei als gewohnt strukturierte Songs. Hier wagt noch jemand, zu experimentieren &#8211; und nicht jedes britische Elektronik-Experiment mu\u00df also nach Bristol klingen. A la bonheur!<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite S\u00e4ule des Albums ist die bereits erw\u00e4hnte, alte Folk-Seele, die einsam ihre melancholischen Balladen singt &#8211; ganz puristisch auf der Akustik-Klampfe. Nicht immer tragen beide Trashmonk-S\u00e4ulen gemeinsam, mal ist die eine, mal die andere im Vordergrund. Aber stets h\u00e4ngt eine gewisse d\u00fcstere Spannung im Raum, sonnig oder harmlos wird\u00b4s hier nie. Auch nicht bei meinem pers\u00f6nlichen Lieblingsst\u00fcck (&#8222;High times&#8220;). Ach ja, &#8222;All change&#8220; ist auch klasse: Pseudo-Panfl\u00f6te und R\u00e4ucherst\u00e4bchen-Flair (sonst eigentlich nicht mein Ding), und, ja klar, nicht zu vergessen das opulente &#8222;N.W.O.&#8220;, ein bet\u00f6rendes Gebr\u00e4u aus 2001 Nacht, pulsierender Subway und dezent-psychedelischen Harmonie-Ges\u00e4ngen &#8211; also, im Kopf von Nick Laird-Clowes scheinen wirklich interessante Dinge vorzugehen, die die Welt definitiv zu interessieren haben!!!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Trashmonk<br \/>Mona Lisa Overdrive<br \/>(Double T Music)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hui, welch Namedropping: Trashmonk alias Nick Laird-Clowes sang die Backing Vocals auf dem letzten T-Rex-Album, lebte mit Paul Simon zusammen, der ihn das Songschreiben lehrte, er verlor seine Jungfr\u00e4ulichkeit im Haus von John Lennon (mit ungef\u00e4hr 14\u2026), Brian Wilson nannte ihn ein Genie (!), und au\u00dferdem wirkte er an Pink Floyds &#8222;Division Bell&#8220; mit. 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