{"id":30189,"date":"1999-04-01T11:16:00","date_gmt":"1999-04-01T09:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=30189"},"modified":"2022-08-18T03:10:50","modified_gmt":"2022-08-18T01:10:50","slug":"blur-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/04\/blur-13\/","title":{"rendered":"Blur: 13"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/blur-13.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/blur-13.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36534\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/blur-13.jpg 354w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/blur-13-145x144.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/blur-13-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/blur-13-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Und wieder mal ein Abschied: 1993 sagten Blur dem Indie-Dance-Ding ihres Deb\u00fcts &#8222;Leisure&#8220; auf Wiedersehen und schufen ihre &#8218;Britpop&#8216;- Trilogie, bestehend aus &#8222;Modern Life Is Rubbish&#8220;, &#8222;Parklife&#8220; und &#8222;The Great Escape&#8220;, von der man sich mit dem Album &#8222;Blur&#8220; wiederum distanzierte. Und was jetzt?<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich haben sich Blur wieder mal selbst neu erfunden und sich, um auf den Abschied zu sprechen zu kommen, von ihrem langj\u00e4hrigen Produzenten Stephen Street getrennt. Statt dessen produzierte William Orbit, der, der die zahlreichen Spuren des letzten Madonna- Albums zugeknallt und ihr ein moderneres musikalisches Antlitz verschafft hat. Was entsteht, wenn so einer eine der kreativsten (quantitativ und qualitativ) britischen Bands im Studio coacht?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das wei\u00dfe Album. Jenes Sp\u00e4twerk der Beatles wird oft in einem Atemzug mit der neusten Blur- Ver\u00f6ffentlichung genannt, und &#8222;Tender&#8220;, die Single und gleichzeitig erstes St\u00fcck des Albums (es enth\u00e4lt \u00fcbrigens einen Gospel-Chor), klingt auch arg nach John Lennon, aber was danach kommt ist nun nicht gerade &#8218;beatlelesque&#8216;. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten zwischen beiden Alben: Ebenso wie das wei\u00dfe Album klingt 13 freier und weniger zusammenh\u00e4ngend als seine Vorg\u00e4nger. Die Songs wurden nicht festgenagelt oder herauskristallisiert und in angenehme Drei- bis Vier- Minutenformate verpackt.<\/p>\n\n\n\n<p>Streckenweise klingt das alles fast schon improvisiert, aber trotzdem nicht unmotiviert. Laut Aussagen der Band war die Herangehensweise von William Orbit eine g\u00e4nzlich andere als die seines Vorg\u00e4ngers. Es wurde mehr experimentiert, gejammt, w\u00e4hrend er aufnahm und das alles zu einem gro\u00dfen Puzzle zusammensetzte. &#8218;In der K\u00fcrze liegt die W\u00fcrze&#8216; war sicherlich nicht sein Motto, was das Format der St\u00fccke angeht. Von mir aus h\u00e4tte es auch manchmal ein bi\u00dfchen weniger sein k\u00f6nnen, wobei das &#8218;mehr&#8216; nicht wirklich st\u00f6rend sondernd ungewohnt f\u00fcr Blur ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch was den Sound angeht, gibt es ein &#8218;mehr&#8216; an Experimentierfreude. Verzerrte Ges\u00e4nge galore (&#8222;Bugman&#8220;, &#8222;B:L:U:R:E:M:I:&#8220;), hysterische Gitarrensounds (&#8222;Swamp Song&#8220;) einerseits und wabbernde Klangteppiche (&#8222;Battle&#8220;) andererseits. Wenn der Gesang gerade nicht verzerrt ist, was nat\u00fcrlich auch noch oft vorkommt, erscheint Damon Albarns Gesang in voller Pracht. Es h\u00f6rt sich nicht immer leicht an, was er da singt. Einer der H\u00f6hepunkte des Albums ist dennoch &#8222;Coffee and TV&#8220;, das St\u00fcck, das von Gitarristen Graham Coxon gesungen wird, und eher als &#8217;normaler&#8216; Popsong daherkommt, auch in Sachen Produktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt sogar eine sparsam instrumentierte Fast-Schon-Blues-Nummer: &#8222;No Distance Left To Run&#8220;. Es ist an dieser Stelle bereits leicht zu erkennen, da\u00df dem Album mit Verallgemeinerungen schwer beizukommen ist. Im Prinzip ist jeder Song ein Universum f\u00fcr sich. &#8222;13&#8220; ist kein &#8218;Konzeptalbum&#8216; (was f\u00fcr ein ekelhaftes Wort), wie &#8222;The Great Escape&#8220; gewisserma\u00dfen eins ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Texte l\u00e4\u00dft sich sagen , da\u00df sie teilweise sehr pers\u00f6nlich sind, was daran liegt, da\u00df Damon Albarn in ihnen Trennung von seiner langj\u00e4hrigen Freundin Justine Frischmann (Elastica) verarbeitet. Dennoch ist das Album nicht der reine Weltschmerz. Im Gegenteil: Eine Zeile wie &#8222;Love&#8217;s the greatest thing&#8220; (&#8222;Tender&#8220;) h\u00e4tte man ein paar Alben vorher lediglich f\u00fcr einen zynischen Witz gehalten. Auf &#8222;13&#8220; ist sie zweifellos ernst gemeint. Au\u00dferdem gibt es zahlreiche Textfragmente, deren Sinn wahrscheinlich nur Albarn selbst kennt. Da geht es in &#8222;Trailerpark&#8220; um einen country boy, der sein M\u00e4dchen an die Rolling Stones verloren hat, und das.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem l\u00e4\u00dft sich sagen, da\u00df es nichts gebracht hat, sich mit \u00e4lteren Blur-Alben auf das neue einzustimmen; wieder einmal ist das neue gewohnt ungewohnt: &#8211; Schade aber toll. &#8222;13&#8220; wird sicherlich eines meiner Alben des Jahres 1999 werden.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Blur: 13\n(Food) [3-99]\n<\/pre>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color\" style=\"color:#994306\">Wie erw\u00e4hnt, hat unser Rezensent die fr\u00fcheren Blur-Alben noch einmal durchgeh\u00f6rt und so findet Ihr auf Hinternet auch Kurzrezensionen zu <br \/>==><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/08\/blur-leisure\/\" data-type=\"post\" data-id=\"30191\">&#8222;Leisure&#8220; (1991)<\/a>, <br \/>==><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/08\/blur-modern-life-is-rubbish\/\" data-type=\"post\" data-id=\"30193\">&#8222;Modern Life Is Rubbish&#8220;  (1993)<\/a>, <br \/>==><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/08\/blur-parklife\/\" data-type=\"post\" data-id=\"30195\">&#8222;Parklife&#8220; (1994)<\/a>, <br \/>==><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/08\/blur-the-great-escape\/\" data-type=\"post\" data-id=\"30197\">&#8222;The Great Escape&#8220; (1995)<\/a> und <br \/>==><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/08\/blur-blur\/\" data-type=\"post\" data-id=\"30199\">&#8222;Blur&#8220; (1997)<\/a>. <br \/>Viel Vergn\u00fcgen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wieder mal ein Abschied: 1993 sagten Blur dem Indie-Dance-Ding ihres Deb\u00fcts &#8222;Leisure&#8220; auf Wiedersehen und schufen ihre &#8218;Britpop&#8216;- Trilogie, bestehend aus &#8222;Modern Life Is Rubbish&#8220;, &#8222;Parklife&#8220; und &#8222;The Great Escape&#8220;, von der man sich mit dem Album &#8222;Blur&#8220; wiederum distanzierte. 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