{"id":30240,"date":"2001-10-01T11:11:00","date_gmt":"2001-10-01T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=30240"},"modified":"2022-08-03T16:25:06","modified_gmt":"2022-08-03T14:25:06","slug":"bjoerk-vespertine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2001\/10\/bjoerk-vespertine\/","title":{"rendered":"Bj\u00f6rk: Vespertine"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/musik\/cd-b\/images\/bjoerk2.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Bj\u00f6rk war nie hip, durfte aber trotzdem immer gro\u00dfe Erfolge feiern. Sicherlich wird sie mit &#8222;Vespertine&#8220; an diese ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen. Und das obwohl ihr neues Album keineswegs massenkompatibel und charttauglich ist. Schlie\u00dflich hat die Isl\u00e4nderin, die beteuert, seit Jahren fast ausschlie\u00dflich elektronische Musik zu h\u00f6ren, mit dem kalifornischen Minimal-Elektro-Duo Matmos zusammengearbeitet und sich der Dienste von Matthew Herbert und Console, Solok\u00fcnstler und Mitglied bei The Notwist, bedient.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;Bei diesem Album geht es darum, dass man alleine zu Hause ist. Man zieht sich zur\u00fcck, man spricht mit sich selbst und irgendwie improvisiert man. Man ist ganz f\u00fcr sich alleine&#8220;, sagt Bj\u00f6rk und f\u00fcgt hinzu: &#8222;Ich war zum ersten Mal in meinem Leben richtig \u00fcberzeugt von etwas, als ich mit diesem Album ein St\u00fcck vom Paradies kreieren wollte. Einen Kokon. Ich war immer der kleine Rebell, der alles sehr reell und klar haben wollte. Bei diesem Album ging es darum, einen Kokon entstehen zu lassen, fast wie ein kleines Paradies, in das man sich fl\u00fcchten kann. Obwohl man wei\u00df, dass es so etwas nicht gibt. Diesen Kokon kann man nicht \u00fcberall hin mitnehmen. An bestimmten Orten w\u00fcrde er kaputtgehen. Aber man glaubt daran, dass er eine Existenzberechtigung hat, weil er von den Menschen so gebraucht wird. Alleine das ist Rechtfertigung genug.&#8220; Eine ausschweifende Erkl\u00e4rung, wie es zu diesem Album kam, die man beim H\u00f6ren nicht au\u00dfer Acht lassen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Verspertine&#8220; l\u00e4sst erahnen, wie wohl sich Bj\u00f6rk trotz aller Schutzma\u00dfnahmen und Verpuppung in der Rolle der Solok\u00fcnstlerin f\u00fchlt. Der Ausrutscher ins Kinogesch\u00e4ft, der in einem offen ausgetragenen Streit zwischen ihr und dem exzentrischen Regisseur Lars von Trier endete, soll ein solcher bleiben. Nie mehr Film, meinte sie nur. Umso besser f\u00fcr die Musikliebhaber, denn ihre wahren St\u00e4rken liegen in der Musik. Seit Jahren \u00fcberzeugt sie Fans wie Kritiker gleicherma\u00dfen. Daran wird sich auch in diesem Jahr nichts \u00e4ndern. &#8222;Vespertine&#8220; ist gerade wegen der vielen elektronischen Experimente \u00fcberaus interessant. Bj\u00f6rk hat es geschafft, Elektro mit sakral-orchestralem Kitsch und ihrer engelsgleichen Stimme zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Es wurde viel improvisiert und ganz unterschiedliche, ungew\u00f6hnliche Ger\u00e4usche eingesetzt.&#8220; Man k\u00f6nnte meinen, der komplette Backkatalog des britischen Elektro-Fachhandels Warp Records sei auf &#8222;Vespertine&#8220; wiederverwertet worden. Das Ergebnis ist eine andere Bj\u00f6rk als wir sie bisher kannten und auch wieder nicht. Sie zeigt ihre Wandlungsf\u00e4higkeit, ohne ihre Urspr\u00fcnge zu vergessen bzw. zu vertuschen. Wer sich die Zeit nimmt, das Album einige Male zu h\u00f6ren, bevor er es vorschnell aburteilt, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter hinter jedes noch so gro\u00dfe, in den St\u00fccken verborgene Geheimnis kommen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Bj\u00f6rk: Vespertine<br \/>(Polydor\/Universal)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bj\u00f6rk war nie hip, durfte aber trotzdem immer gro\u00dfe Erfolge feiern. Sicherlich wird sie mit &#8222;Vespertine&#8220; an diese ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen. Und das obwohl ihr neues Album keineswegs massenkompatibel und charttauglich ist. 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