{"id":30250,"date":"1995-11-16T11:11:00","date_gmt":"1995-11-16T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=30250"},"modified":"2022-07-01T23:47:38","modified_gmt":"2022-07-01T21:47:38","slug":"boss-hog-same","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1995\/11\/boss-hog-same\/","title":{"rendered":"Boss Hog: same"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/boss-hog-same.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/boss-hog-same.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30251\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/boss-hog-same.jpg 314w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/boss-hog-same-145x146.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/boss-hog-same-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/boss-hog-same-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 314px) 100vw, 314px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das wichtigste vorneweg: BOSS HOG (das Album) ist eine mittlere Sensation und bereitet unendlichen H\u00f6rspa\u00df.<br \/>Die BOSS HOGs sind Christina Martinez, ihr langj\u00e4hriger Lebensgef\u00e4hrte (nennt man wohl so) Jonathan Spencer, Jens Jurgensen und Hollis Queens. Posierte Christina Martinez auf dem ersten Album der Band (1990) noch in bester Modell-Manier im Sinne von &#8222;Wer ist die Sch\u00f6nste im ganzen Land?&#8220;, zeigt das Cover der diesj\u00e4hrigen Ver\u00f6ffentlichung die \u00e4u\u00dferst smarte Sch\u00f6nheit als Zeichenfigur ganz im Stil eines Comicvorspanns zu einem Krimi aus den 60er Jahren. Wie eine Mischung aus Emma Peel und Marie Poppins (mit aufgespanntem Schirm) schaut uns die gezeichnete Christina vom Cover aus an: Hexensymbolik im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert. Die Musik auf &#8222;Boss Hog&#8220; taugt ebenfalls zur Mythenbildung und bietet genug Anla\u00df, um von Magie zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>BOSS HOG ist die geradlinigere Version von John Spencers anderem Bandprojekt, der BLUES EXPLOSION. Trash-Pop, Noise, Blues, Hip Hop, Glamour und sehr alter Soul sind die Grundlagen der Musik beider Bands. Wo die BLUES EXPLOSION dauerhafter dekonstruiert, finden BOSS HOG schon einmal den Weg zum fast durchgehend eing\u00e4ngigen Popst\u00fcck (&#8222;Walk In&#8220;). Interessanterweise klingt die Musik beider Band des New Yorkers John Spencer sehr spontan und unmittelbar. Gerade bei &#8222;Boss Hog&#8220; wird jedoch die Komplexit\u00e4t der Musik schnell klar. John Spencer ist Pophistoriker und wei\u00df genau, wann welches Zitat aus der f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen (mindestens) Geschichte der Popmusik gerade passend ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Lieder singt Christina Martinez, nach Angaben von Spencer zufolge auch die eigentliche Chefin von BOSS HOG. Produziert hat Spencer zusammen mit Steve Fisk (SCREAMING TREES u.a.). &#8222;Reduced&#8220; (Covertext) wurde die Produktion dann wieder von Christina. &#8222;I Dig You&#8220; k\u00f6nnte man als den H\u00f6hepunkt des Albums bezeichnen. Nach einleitenden Grillenzirpen kommt ein schmissiges Blues-Riff und John Spencer, der hier wie Richard Hell klingt, singt ein herzergreifendes Duett mit seiner geliebten Christina. Irgendwann kommt noch ein holpriges Schlagzeug und eine Blues-Harp dazu. Hit! nannte man das fr\u00fcher. Hoffentlich wird dies auch von anderen Millionen Menschen erkannt. Der anderer Hit des Albums ist &#8222;I Idolize You&#8220;, im Original von Ike and Tina Turner. Das Lied erschien 1968 auf deren Album &#8222;River Deep, Mountain High&#8220;, produziert von Phil Spector im epochalen Breitwandsound. Die BOSS HOG-Version als Breitwand-Trash-Song ist dem Original gar nicht mal so un\u00e4hnlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Tournee im Oktober betonten die BOSS HOG-Mitglieder auf der B\u00fchne ihre Vorlieben f\u00fcr Soulmusik. Die leben sie auf dem Album in erster Linie in kleinen Breaks (etwa bei &#8222;White Sand&#8220;) aus, die mit E-Piano und Klavinett gef\u00fcllt werden. Als Band taugen BOSS HOG durchaus als Modell einer Popband f\u00fcrs n\u00e4chste Jahrtausend. Dank der optischen Qualit\u00e4ten von Christina Martinez k\u00f6nnen sie es sogar auf die farbigen Seiten diverser Magazine schaffen. Der Erfolg bleibt dann wohl nicht mehr lange aus.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Boss Hog: same\n(Geffen)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das wichtigste vorneweg: BOSS HOG (das Album) ist eine mittlere Sensation und bereitet unendlichen H\u00f6rspa\u00df.Die BOSS HOGs sind Christina Martinez, ihr langj\u00e4hriger Lebensgef\u00e4hrte (nennt man wohl so) Jonathan Spencer, Jens Jurgensen und Hollis Queens. 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