{"id":30295,"date":"2000-03-24T11:11:00","date_gmt":"2000-03-24T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=30295"},"modified":"2022-08-03T17:16:48","modified_gmt":"2022-08-03T15:16:48","slug":"broadcast-the-noise-made-by-people","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/03\/broadcast-the-noise-made-by-people\/","title":{"rendered":"Broadcast: The Noise Made By People"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/musik\/cd-b\/images\/broadcas.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Diese Kl\u00e4nge sind das Kissen, um die Ohren hochzulegen. Oder die Wolke, wo man die Ohren mal so richtig baumeln lassen kann. Kunst mu\u00df nicht wehtun, neinnein. Dieser Kunst kann man sich ohne Argwohn ausliefert, denn sie tut einem nichts.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Easy Listening auf ganzganz hohem Niveau. Portishead kl\u00e4ngen so, wenn es im Trip Hop eine \u00e4hnliche Veranstaltung g\u00e4be wie den Schlager-Grand Prix. Oder Engelbert, wenn er sich die Aura von Agentenfilm-Soundtracks umh\u00fcnge und nur noch in Chill Out-Lounges auftr\u00e4te. Musik f\u00fcr einen Sonntagmorgen. Also f\u00fcr einen winzig kleinen freien Tag inmitten normaler Arbeitswochen, soviel Alltag mu\u00df sein. Denn f\u00fcr richtig lange Ferien klingen Broadcast noch viel zu urban und diesseitig. Aber sch\u00f6\u00f6\u00f6\u00f6\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>S\u00fc\u00dfe Popmelodien mit hauchzarten Arrangements irgendwo zwischen dem James Last-Orchester und moderner Club-Music. Dazu eine Stimme, so soulig und naiv wie die Daphne aus &#8222;Frasier&#8220; (derzeit t\u00e4glich auf SAT1, meist direkt nach Harald Schmidt). Ich mein nat\u00fcrlich die deutsche Synchronstimme. Und die ist schon eine, die man sich merkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Broadcast-Sound ist verdammt aufwendig gestaltet, und das macht das Klangbild so luxuri\u00f6s. Dabei wird hier immer noch gekleckert und der H\u00f6rer nicht mit einer Wall of Sound zugeschmissen. Einfallsreichtum und Intelligenz statt reiner Quantit\u00e4t. Da d\u00fcrfen Streicher und Bl\u00e4ser nat\u00fcrlich nicht fehlen, aber nur dezent im Hintergrund. Das Interessante ist tats\u00e4chlich die extravagante Kombination verschiedener Sounds und Instrumentalebenen. Gemessen am Mainstream klingen Broadcast fast schon experimentell, dabei sind die zutaten ziemlich konventionell. Fahrstuhlmusik, B-Movie-Atmo, kantiger Syntie-Pop wie die mittleren Depeche Mode, scheppernde Ger\u00e4uschkulissen, jede Menge Pl\u00fcsch und alles, was die aktuelle Lounge-Szene so hergibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Tracks schleppen sich im Down-Tempo daher, r\u00e4keln sich lasziv \u00fcber ihre Minuten hinweg. Es darf geschwelgt werden in bitters\u00fc\u00dfer Melancholie und viel Schwarzwei\u00df-Stimmung. &#8222;The Noise people made&#8220; ist das akustische \u00c4quivalent zum Augenaufschlag in Gro\u00dfaufnahme. Sehr pr\u00e4sent, mit dem n\u00f6tigem Pathos und kalkulierter Dramatik. Cool und luxuri\u00f6s, ein klein bi\u00dfchen trivial und gleichzeitig ziemlich sophisticated. Empfehlenswert!!!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Broadcast: The Noise Made By People<br \/>(Warp\/Zomba)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Kl\u00e4nge sind das Kissen, um die Ohren hochzulegen. Oder die Wolke, wo man die Ohren mal so richtig baumeln lassen kann. Kunst mu\u00df nicht wehtun, neinnein. 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