{"id":30463,"date":"1998-08-15T11:11:00","date_gmt":"1998-08-15T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=30463"},"modified":"2022-07-05T23:07:08","modified_gmt":"2022-07-05T21:07:08","slug":"calexico-the-black-light","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/08\/calexico-the-black-light\/","title":{"rendered":"Calexico: The Black Light"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Calexico-The-Black-Light.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Calexico-The-Black-Light.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30464\" width=\"250\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Calexico-The-Black-Light.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Calexico-The-Black-Light-145x131.jpg 145w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Arriba, arriba, arriba! Jetzt ruf ich ungef\u00e4hr zum dritten Mal in diesem Jahr DIE Platte des Sommers aus (aber das merkt bis auf meinen Chefredakteur bestimmt sowieso keiner\u2026).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Name l\u00e4\u00dft vermuten, da\u00df wir uns im Dunstkreis der Estados Unidos Mexicanos bewegen. Sollte man meinen, aber schwer gefehlt! Calexico ist ein Kaff in Kalifornien, hinter dem Projekt stecken zwei Typen der US-Indie-Combo Giant Sand (John Convertino und Joey Burns), und die CD wurde in Tuscon\/Arizona eingespielt!!! Aber wer Tacos und Sombrero schon griffbereit hat, braucht sich nicht zu gr\u00e4men: hier gibt\u00b4s fast eine Stunde Tex-Mex vom Feinsten!!! Ich bin sowieso total s\u00fcchtig nach dem Zeug und meistens so ausgehungert nach Latino-Sound, da\u00df ich sogar Gloria Estefan mit Ku\u00dfhand nehm. Die Ankunft von Calexico ist da wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Allein die Auflistung der Instrumente liest sich wie ein Wunschzettel: schmetternde Mariachi-Trompeten, scheppernde Banjos, Rumbah\u00f6lzchen, Pedal steel guitars, Marimba- und Vibraphon, Glockenspiel, Rasseln, Akkordeon, Geigen und Thunder drums. Also, wenn einem da nicht schon das Wasser im Munde zusammenl\u00e4uft oder so \u00e4hnlich\u2026<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ich glaub, die Herren Convertino und Burns waren genauso ausgehungert wie ich und haben einfach einem eigenen Bed\u00fcrfnis Abhilfe verschafft, denn aus dem ganzen Album spricht die pure Spielfreude. Da haben sich zwei mal so richtig ausgetobt! Hier durften sie sogar auch selbst singen, was ihnen im Band-Verbund von Giant Sand aus gutem Grund verboten ist. (Das wei\u00df ich nicht wirklich, vermute es aber mal, denn mit den stimmlichen Kapazit\u00e4ten der beiden ist es nicht weit her, doch das tut der Sch\u00f6nheit der Sache keinen Abbruch, ehrlich!)<\/p>\n\n\n\n<p>In anderer Hinsicht macht ihnen jedoch so schnell keiner was vor, und zwar in Sachen &#8222;Dramatik&#8220;. Die ist in s\u00fcdl\u00e4ndischer Musik ohnehin das A und O. Und so ist hier jeder Song wie eine kleine Sinfonie aufgebaut, verschachtelt wie Babuschka-Puppen: st\u00e4ndig kommt eine neue Schicht zum Vorschein. Mal bl\u00e4st einem das Pathos der Trompeten-Fanfaren die Flip-Flops von den F\u00fc\u00dfen, manchmal rattern einfach nur wirre Percussions vor sich hin, dann zwirbeln wieder gepfefferte Flamenco-Soli oder es wabert ein Surf-Sound wie Chris-Isaak-auf-Speed. Und bisweilen s\u00e4useln unterk\u00fchlte Girlie-Vocals im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Okay, echte Mexikaner w\u00fcrden wom\u00f6glich l\u00e4chelnd den Kopf sch\u00fctteln \u00fcber diesen liebevollen Versuch, ihre Folklore zu interpretieren. In der Tat klingen die amerikanischen Wurzeln bisweilen h\u00f6rbar durch: hier w\u00e4chst zusammen, was nicht zusammen geh\u00f6rt &#8211; oder doch? Unterm Strich bleibt eine bizarre CD, die Ihresgleichen sucht und nichts Vergleichbares findet. Erfrischend und einfach zum Schwelgen!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Calexico: The Black Light<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arriba, arriba, arriba! Jetzt ruf ich ungef\u00e4hr zum dritten Mal in diesem Jahr DIE Platte des Sommers aus (aber das merkt bis auf meinen Chefredakteur bestimmt sowieso keiner\u2026). Der Name l\u00e4\u00dft vermuten, da\u00df wir uns im Dunstkreis der Estados Unidos Mexicanos bewegen. Sollte man meinen, aber schwer gefehlt! 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