{"id":30654,"date":"1998-07-25T11:11:00","date_gmt":"1998-07-25T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=30654"},"modified":"2022-08-08T01:31:34","modified_gmt":"2022-08-07T23:31:34","slug":"continental-drifters-vermilion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/07\/continental-drifters-vermilion\/","title":{"rendered":"Continental Drifters: Vermilion"},"content":{"rendered":"\n<p>Wo &#8222;Blue Rose&#8220; draufsteht, kann nur brillanter Traditions-Rock drin sein. Diesmal hat das Label eine Art &#8222;Zweitliga-Supergroup&#8220; (kommt der &#8222;zweitbesten Band der Welt&#8220; bei den Simpsons recht nahe) unter Vertrag genommen: unter den sechs Mitgliedern der Continental Drifters befindet sich u. a. Vickie Peterson (Ex-Bangles), Peter Holsapple (Ex-dBs und stiller f\u00fcnfter Mann bei REM), Marc Walton (Ex-Dream Syndicate) und Susan Cowsill (Ex-Cowsills)!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Sie leben alle in New Orleans, stehen jeden Dienstag im &#8222;Howlin\u00b4 Wolf&#8220;-Club auf der B\u00fchne und wirken auf Photos wie eine gro\u00dfe Kommune, die gemeinsam ihren alten Bauerhof bewirtschaftet, ihr Brot selbst backt und so weiter (Holsapple und Cowsill sind \u00fcbrigens ein Ehepaar). Von Vickie Peterson ist l\u00e4ngst aller Glamour abgebl\u00e4ttert (leider), so da\u00df auch sie sich nahtlos in das optische Bild ihrer Kollegen einf\u00fcgt\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die Continental Drifters bestehen seit 1992 und haben jetzt mit &#8222;Vermilion&#8220; ihr zweites Album ver\u00f6ffentlicht. Ob es wirklich eine solch gro\u00dfe \u00dcberraschung ist, da\u00df sie nach wie vor bei einem &#8222;kleinen&#8220; Indie-Label &#8222;stationiert&#8220; sind, wage ich zu bezweifeln. An vergleichbaren Bands falle mir auf Anhieb nur die Wallflowers ein, und die haben nicht nur einen wirklich gro\u00dfen Namen aufzuweisen (allerdings zun\u00e4chst auch wirklich nur den Namen, wenngleich er die Erwartungen auch in der zweite Generation erf\u00fcllt), sondern klingen auch sperriger, faszinierender, d\u00fcsterer &#8211; spezifischer!<\/p>\n\n\n\n<p>In der Sache selbst \u00e4hneln sie sich: auch die Continental Drifters machen bodenst\u00e4ndigen und (wie man so sch\u00f6n sagt) &#8222;intelligenten&#8220; Singer-Songwriter-Folkrock, &#8222;Americana&#8220;, mal akustisch, mal E. Und ich habe schon lange aufgegeben, in der Singer-Songwriter-Sparte nach wirklichen Innovationen zu suchen, darum geht es hier nicht. Jeder schafft sich seine eigene Nische und dr\u00fcckt der Sache nach M\u00f6glichkeit seinen eigenen Stempel auf, aber im Grunde handelt es sich um die Fortf\u00fchrung einer Tradition. Die Drifters kn\u00fcpfen nat\u00fcrlich auch an die sp\u00e4ten 60er an, an Donovan, Pete Seeger, Peter, Paul and Mary etc.: alles nicht gerade K\u00fcnstler mit polarisierendem Potential. Und das ist mein Vorwurf an die Drifters: ihre Songs sind gut gemacht, haben bisweilen auch Schmi\u00df und Sch\u00e4rfe, aber sie bleiben dennoch zu betulich, haken sich weder im Ohr noch im Hirn fest. Nette, leicht Folk-Kost eben. Mich erinnern sie stellenweise an die die glatte Alternative-Light-Kost Anfang der 90er (Rembrandts, Crowded House etc.) &#8211; und das ist in diesem Zusammenhang kein Kompliment, denn daf\u00fcr sind die Drifters-St\u00fccke nicht &#8222;tacky&#8220; genug, dann w\u00fcrden sie sich ja zumindest im Ohr festbohren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausnahmen gibt\u00b4s: n\u00e4mlich dann, wenn sich die Band von ihrer balladesken, melancholischen Seite zeigt. Dann werden die Songs tats\u00e4chlich so flirrend, da\u00df sie beim H\u00f6ren nicht nur ber\u00fchren, sondern auch beunruhigen. Und das mu\u00df ein guter Song, um h\u00e4ngenzubleiben!<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht urteile ich auch einfach zu voreingenommen aufgrund der vielen Pers\u00f6nlichkeiten unter den Bandmitgliedern. Das Ganze ist eben nicht immer die Summe seiner Teile, schon gar nicht mehr, sondern oft weniger und bisweilen etwas ganz anderes!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Continental Drifters: Vermilion<br \/>(Blue Rose\/Rough Trade)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo &#8222;Blue Rose&#8220; draufsteht, kann nur brillanter Traditions-Rock drin sein. Diesmal hat das Label eine Art &#8222;Zweitliga-Supergroup&#8220; (kommt der &#8222;zweitbesten Band der Welt&#8220; bei den Simpsons recht nahe) unter Vertrag genommen: unter den sechs Mitgliedern der Continental Drifters befindet sich u. a. 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