{"id":30666,"date":"2002-09-06T11:11:00","date_gmt":"2002-09-06T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=30666"},"modified":"2022-08-08T02:44:40","modified_gmt":"2022-08-08T00:44:40","slug":"coldplay-a-rush-of-blood-to-the-head","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2002\/09\/coldplay-a-rush-of-blood-to-the-head\/","title":{"rendered":"Coldplay: A rush of blood to the head"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Coldplay-A-rush-of-blood-to-the-head.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Coldplay-A-rush-of-blood-to-the-head.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30667\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Coldplay-A-rush-of-blood-to-the-head.jpg 600w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Coldplay-A-rush-of-blood-to-the-head-500x500.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Coldplay-A-rush-of-blood-to-the-head-145x145.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Coldplay-A-rush-of-blood-to-the-head-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Coldplay-A-rush-of-blood-to-the-head-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><br \/>In der aktuellen Traurigkeitsliga rangieren Coldplay auf Platz zwei. Vor den kuscheligen Travis, aber hinter den herzzerreissenden Starsailor.<br \/>Was ist nur in die Briten gefahren? Gro\u00dfe Gef\u00fchle und die Last der ganzen Welt \u2013 allein auf den Schultern von schm\u00e4chtigen Gitarrenspielern.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl, so allein sind sie gar nicht. Auch Coldplay nicht. Im Studio hat ihnen jemand eine starke Wand aufgebaut. Eine akustische M\u00e4nnerbrust sozusagen. Aus viel, viel Technik. Dezente Synthesizer-Schwaden pumpen den Sound zus\u00e4tzlich auf. Und helfen mit, dass der blitzblanke Klang trotzdem warm klingt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der Coldplay-Klang ist praktisch das Gegenteil von Low-Fi. Aber seltsam: keine Credibility-Probleme. Weil\u00b4s so ist, wie Tucholsky gesagt hat: in der Kunst gibt es nur ein Kriterium: viel oder wenig G\u00e4nsehaut. Und die vier Engl\u00e4nder sind ein Fall f\u00fcr viel, viel G\u00e4nsehaut. Coldplay-H\u00f6rer stehen selbst die Haare auf dem Kopf zu Berge. Vor lauter R\u00fchrung, Schmerz und Mitgef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn \u201eA rush of blood to the head\u201c besteht nur aus Balladen. Und die haben schon per se eine gewisse Dramatik. Melancholie sowieso. Bei Coldplay wachsen sie aus flie\u00dfenden Gitarren, Piano, machmal auch Streichern, und immer diesen wagnerianisch wabernden Synthies. Und um das noch mal ganz deutlich zu sagen: es geh\u00f6rt Mut dazu, solche musikalische Weichzeichner-Technik so kompromisslos einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass das Album (trotzdem) atemberaubend ist, liegt an der Spannung im Coldplay-Konzept. Denn die Intensit\u00e4t ihrer Musik liegt daran, dass die Songs \u2013 die Hymnen mal ausgenommen \u2013 sehr Singer-Songwriter-like klingen. Ganz schlicht in ihrem Grundkern, lassen sich auch m\u00fchelos nur mit Akustikklampfen schrammeln. S\u00e4nger Chris Martin raunt und jault, ja ringt und winselt f\u00f6rmlich um Aufmerksamkeit. Und um den heiligen Ernst der Lage. Kein eitler Kasper, eher ein Messias hinterm Mikro. Und trotzdem bleibt es einfach h\u00fcbsche, funkelnde Popmusik. Eleganz schwingt mit. Macht man die Augen zu, sieht man manchmal die Blow Monkeys vor sich, oder die (gro\u00dfartigen) Jack.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber schaut man dann ins Booklet, sieht man vier schluffige junge M\u00e4nner mit 70er-Jahre Trainingsjacken. H\u00fcbsche Kombination. Und irgendwie beruhigend.<\/p>\n\n\n\n<p>Melodi\u00f6s! Trotz allem wenig Pathos, trotz allem, unverschn\u00f6rkelt.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Coldplay: A rush of blood to the head<br \/>(Parlophone\/EMI)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der aktuellen Traurigkeitsliga rangieren Coldplay auf Platz zwei. Vor den kuscheligen Travis, aber hinter den herzzerreissenden Starsailor.Was ist nur in die Briten gefahren? Gro\u00dfe Gef\u00fchle und die Last der ganzen Welt \u2013 allein auf den Schultern von schm\u00e4chtigen Gitarrenspielern. 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