{"id":30908,"date":"2000-07-06T11:11:00","date_gmt":"2000-07-06T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=30908"},"modified":"2022-07-07T19:44:03","modified_gmt":"2022-07-07T17:44:03","slug":"steve-earle-transcendental-blues","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/07\/steve-earle-transcendental-blues\/","title":{"rendered":"Steve Earle: Transcendental Blues"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Steve-Earle-Transcendental-Blues.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Steve-Earle-Transcendental-Blues.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30909\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Steve-Earle-Transcendental-Blues.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Steve-Earle-Transcendental-Blues-145x145.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Steve-Earle-Transcendental-Blues-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Steve-Earle-Transcendental-Blues-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Steve Earle marschiert geradeaus. Vom Titel darf man sich nicht t\u00e4uschen lassen lassen. Weder von der Metaphysik, noch vom Blues. Und auch nicht vom Vollbart des Propheten. Sogar Earle selbst bezeichnet &#8222;Transcendental Blues&#8220; als Rock-Album. Genaugenommen ist der Nachfolger des Bluegrass-Opus &#8222;The Mountain&#8220; aber ungemein vielschichtig. Sanft pl\u00e4tschernde Midtempo-Folksongs finden sich genauso wie straighte Uptempo-Rocker, traurige Singer-Songwriter-Balladen und versponnene Symphonien. Selbst ein Bluegrass hat sich wieder draufgeschlichen. Nach eigener Aussage, &#8222;just to tick everybody off&#8220;. Um allen, die schon den Finger recken, das Maul zu stopfen. Mal frei \u00fcbersetzt\u2026.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Alles unter einen Hut gebracht, ist &#8222;Transcendental Blues&#8220; ein Roots-Rock-Album. Earle wahrt die Tradition, Melodie und Harmonien sind griffig, und hinter sich genie\u00dft er volle R\u00fcckendeckung. Auch mit drei Mann klingt\u00b4s, als w\u00e4r ein halbes Dutzend Gitarristen am Werk. Und wenn das Line Up tats\u00e4chlich im zweistelligen Bereich ist, wird\u00b4s schnell sehr farbig. Bouzouki, Fiddle, Mandoline, sogar Streicher &#8211; und gern ein monoton dr\u00f6hnendes Harmonium im Bass. Der Sound leicht z\u00e4h und verwaschen, so wie Earle selbst gern zwischen den Genres schwimmt. Ein bi\u00dfchen phlegmatisch, ein bi\u00dfchen verschlossen &#8211; die Texte mit S\u00fcdstaaten-Slang vernuschelt und in den Songs neben einer wohligen W\u00e4rme immer auch ein rauher, unruhiger und mi\u00dftrauischer Unterton &#8211; hier findet man den origin\u00e4ren Steve Earle auf &#8222;Transcendental Blues&#8220;. Ein breiter, unbeirrt flie\u00dfender Strom ist es geworden, zahlreiche Reminiszenzen passierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Den von Earle \u00fcber alles gesch\u00e4tzten Townes van Zandt findet man in einigen spartanisch instrumentierten, intimen Kammerst\u00fcckchen. Die intonierte Trauer verdeckt allerdings nur vordergr\u00fcndig Verbitterung und Aggression. Rein vom Umfang her \u00fcberwiegen auf &#8222;Transcendental Blues&#8220; aber die Dylan-Ankl\u00e4nge. Nicht nur der leicht gepresste, nasale Gesang und die Affinit\u00e4t zum Gemurmel, auch das aufgekratzte Scheppern mancher Takes ruft einige der besten Momente von Dylans &#8222;Blonde on Blonde&#8220; in Ged\u00e4chtnis. Earle tr\u00e4gt die Staffette weiter (mittlerweile auch als Dozent am Chicago Folk Center), und er ist bescheiden genug, sich selbst in den Hintergrund zu stellen. Klar, die Songs sind ausnahmslos von ihm, und auch der Klang ist Earle. Begr\u00fcndet in einem waberndenden, f\u00fclligen Gitarren-Brei (man verzeihe das despektierliche Wort), dessen Tiefe und Zusammensetzung man nur erahnen kann. Zeitgem\u00e4\u00df, ohne einer Mode zu folgen, spr\u00f6de und kompakt zugleich. Earle bewahrt und erneuert im selben Arbeitsgang.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Steve Earle: Transcendental Blues<br \/>(E Squared. Artemis Records)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steve Earle marschiert geradeaus. Vom Titel darf man sich nicht t\u00e4uschen lassen lassen. Weder von der Metaphysik, noch vom Blues. Und auch nicht vom Vollbart des Propheten. Sogar Earle selbst bezeichnet &#8222;Transcendental Blues&#8220; als Rock-Album. Genaugenommen ist der Nachfolger des Bluegrass-Opus &#8222;The Mountain&#8220; aber ungemein vielschichtig. 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