{"id":30928,"date":"1999-02-26T11:11:00","date_gmt":"1999-02-26T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=30928"},"modified":"2022-07-09T16:18:11","modified_gmt":"2022-07-09T14:18:11","slug":"equatronic-motivation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/02\/equatronic-motivation\/","title":{"rendered":"Equatronic: Motivation"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Equatronic-Motivation.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Equatronic-Motivation.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31158\" width=\"250\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Equatronic-Motivation.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Equatronic-Motivation-145x130.jpg 145w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der Chefredakteur wei\u00df, wie man Rezensenten lockt: &#8222;Beeinflu\u00dft von Yazoo und Depeche Mode&#8220; sagt er, mit der CD winkend, und meint das Duo Equatronic (Oliver Thom und Dorothea Brandt) aus der Gegend ums saarl\u00e4ndische V\u00f6lklingen, einem h\u00e4\u00dflichen Industrie-Ghetto aus grauen Betonkl\u00f6tzen und dank des jahrzehntelangen Zechen-Aussto\u00dfes sicherlich eine der h\u00e4\u00dflichsten St\u00e4dte Deutschlands. Doch davon sollte man sich nicht t\u00e4uschen lassen: V\u00f6lklingens Bewohner haben ein sonniges Gem\u00fct, nennen sich &#8222;Cindy&#8220; und suchen sich einen &#8222;Bert&#8220;, um fr\u00f6hlich tr\u00e4llernd durch die Schlager-Welt zu ziehen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Equatronic dagegen d\u00fcrfen directement in meinen Walkman einziehen, weil sie tollen Synthie-Pop mit dem Retro-Charme der fr\u00fchen 80er Jahre machen: ein bi\u00dfchen h\u00f6lzern und maniriert eben, wie sich das damals geh\u00f6rte &#8211; vor allem aber hochmelodische Ohrwurm-Songs, die sich von Anfang bis Ende durchsingen lassen. Heute mag das fast altmodisch wirken, ist aber exakt das, was hook-orientierte H\u00f6rer wie mich s\u00fcchtig macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Musik ist klassischer Synthie-Sound pur, immer sch\u00f6n mehrere Schichten \u00fcbereinandergelegt: harte Beats, sph\u00e4rische Schwaden und diese herrlich spacigen Klangspielereien wie sie sich auch in den Werken des Synthie-Godfathers Vince Clarke (Ex-Depeche Mode, Ex-Yazoo, Ex-The Assembly, Ex-Projekt mit Paul Quinn und Nach-wie-vor-Erasure) finden. Equatronic haben wirklich ihre Hausaufgaben gemacht, und alte Vince Clarke-Verehrerinnen wie ich nehmen &#8222;Motivation&#8220; mit Ku\u00dfhand!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch wenn Oliver Thom mitunter gesanglich als totales Andy-Bell-Hear-a-Like durchgeht &#8211; blo\u00dfe Kopisten sind die beiden Saarl\u00e4nder nicht. Ihre Songs sind wuchtiger und komplexer als der inzwischen ziemlich mainstreamige, leichtgewichtige Erasure-Sound. Bisweilen packen sie noch eine geh\u00f6rige Portion wagnerianischen Pathos\u00b4 drauf und klingen so schrill und exaltiert, wie es anno dazumal nur die Sparks und der selige Klaus Nomi vermochten!<\/p>\n\n\n\n<p>Mood-m\u00e4\u00dfig geht bei Equatronic alles: von locker-flockig \u00fcber getragen bis richtig balladesk. Einen dickes Daumen-hoch auch f\u00fcr den Aufbau des Albums, das ist eine wirklich runde Sache geworden. Wo hat man das noch, da\u00df man sich erst mit behutsamen Blubbern in die Weiten des Synthie-Alls eingrooven darf, bevor einem die Song-Kn\u00fcller um die Ohren gehauen werden?! Und als Rausschmei\u00dfer gibts einen d\u00fcsteren Sakral-Schinken im Zeitlupen-Tempo, der sinnigerweise &#8222;The End&#8220; hei\u00dft. Hat es Ihnen geschmeckt, darf ich abr\u00e4umen? Vielen Dank und beehren Sie uns doch bald wieder. &#8211; Aber sicher doch, ich hatte gar nicht die Absicht, zu gehen!!!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Equatronic: Motivation\n(Zoth Ommog)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chefredakteur wei\u00df, wie man Rezensenten lockt: &#8222;Beeinflu\u00dft von Yazoo und Depeche Mode&#8220; sagt er, mit der CD winkend, und meint das Duo Equatronic (Oliver Thom und Dorothea Brandt) aus der Gegend ums saarl\u00e4ndische V\u00f6lklingen, einem h\u00e4\u00dflichen Industrie-Ghetto aus grauen Betonkl\u00f6tzen und dank des jahrzehntelangen Zechen-Aussto\u00dfes sicherlich eine der h\u00e4\u00dflichsten St\u00e4dte Deutschlands. 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