{"id":31261,"date":"1999-05-22T11:11:00","date_gmt":"1999-05-22T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31261"},"modified":"2022-08-25T05:47:47","modified_gmt":"2022-08-25T03:47:47","slug":"interview-beangrowers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/05\/interview-beangrowers\/","title":{"rendered":"Interview: Beangrowers"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Popbohnen von der Insel<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Auf Malta ist es immer sch\u00f6n warm, kein Wunder, da\u00df dort keine allzu d\u00fcstere Musik entstehen kann. \u00dcberhaupt, kennt ihr Bands aus Malta? Ich nicht, zumindest bis vor einigen Wochen nicht. Jetzt aber kenne ich die Beangrowers. Das Trio aus St. Julian hat sich 1995 f\u00fcr die Musik entschieden und seitdem an seinem Sound gefeilt. Mit Erfolg, wie ich meine. Das Deb\u00fct &#8222;48k&#8220; \u00fcberzeugt mit seinem poppigen Gitarrenrock und der sch\u00f6nen Stimme von Alison Galea (auch an der Gitarre zu bewundern). Ihr zur Seite steht Bassist Mark Sansone und Ian Schranz (sitzend am Schlagzeug).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;48 k&#8220; war \u00fcbrigens die Bezeichnung f\u00fcr einen uralten Computer. Ein solcher kam Ian just wieder in die H\u00e4nde. Dessen Sounds landeten sogleich auf dem Album, und dessen Spiele waren eine gelungene Abwechslung in den Aufnahmepausen. Da\u00df das Album au\u00dferdem gerade 48 Minuten lang ist, war keineswegs Absicht, ist aber eine Erw\u00e4hnung an dieser Stelle wert. Nun aber zu den Ausf\u00fchrungen der sympathischen Frontfrau Alison Galea.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kommt ein Trio aus St. Julians an einen Plattenvertrag mit einem deutschen Label (in diesem Fall &#8218;Rough Trade Records&#8216;)?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alison:<\/strong>&nbsp;&#8222;Wir nahmen vor zwei Jahren mit David Fellas im &#8218;Temple&#8216;-Studio auf Malta ein Demo auf. Zu der Zeit arbeitete dort auch ein deutscher Produzent, dem unsere Musik gefiel und der uns einer Booking Agentur weiter empfahl. Kurz darauf spielten wir ein paar Clubgigs in Deutschland. Die Resonanz auf unsere Shows war \u00fcberraschend positiv; wir kamen mit Vielen ins Gespr\u00e4ch. Einer davon war ein Mitarbeiter von &#8218;Rough Trade&#8216;. Er war sehr angetan und wollte, da\u00df wir ein weiteres Demo machen. So kam es letztendlich zu dem Deal. Auf Malta waren alle \u00fcberrascht, da\u00df es so gekommen ist, schlie\u00dflich sind wir die erste maltesische Band, die einen Vertag in der Tasche hat. Nat\u00fcrlich sind wir aufgeregt und nerv\u00f6s. Das ist wahrscheinlich unsere einzige Chance, als Au\u00dfenseiter auf uns aufmerksam zu machen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Malta ist f\u00fcr die Musikwelt sicherlich kein eminent wichtiger Standort &#8211; sieht man von der Tatsache ab, da\u00df es dort einige Studios gibt und da\u00df ein gewisser Herr Boa auf der Insel seine Zelte aufgeschlagen hat. Ansonsten ist Malta fast ausschlie\u00dflich als beliebtes Urlaubsziel bekannt. L\u00e4\u00dft das auf eine relaxte Lebensart seiner Bewohner schlie\u00dfen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alison:<\/strong>&nbsp;&#8222;Das Inselleben ist ruhig und gelassen, was jedoch nicht hei\u00dft, da\u00df wir unsere Sache nicht ernst nehmen. Speziell in St. Julians konzentriert sich das Nachtleben. All das \u00fcbt unweigerlich einen gro\u00dfen Einflu\u00df auf unser Temperament, unser Seelenleben und unsere Musik aus.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Konzerte international angesehener Acts sind leider eine Seltenheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alison:<\/strong>&nbsp;&#8222;Das ist tats\u00e4chlich das einzig Traurige an diesem Fleckchen Erde. Lediglich im Sommer findet ein Riesenfestival statt, auf dem in aller Regel ein Megastar wie Tina Turner auftritt. Das war es dann aber. Zum Gl\u00fcck ist die Szene hier recht gro\u00df. Es gibt zahlreiche Bands. Die Szene ist zwar klein, aber fein. Plattenfirmen sind hier leider keine ans\u00e4ssig, lediglich ein paar Studios.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>In einem solchen, n\u00e4mlich dem schon erw\u00e4hnten &#8218;Temple&#8216;-Studio, nistete sich das Trio Ende letzten Jahres f\u00fcr drei Monate ein, um unter der Regie von Gareth Jones (u.a. Depeche Mode, Nick Cave) &#8222;48k&#8220; einzuspielen. Aber zur\u00fcck zu Alison: Sie ist relativ fr\u00fch mit Musik in Kontakt gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alison:<\/strong>&nbsp;&#8222;Mein Vater hatte in den Siebzigern eine Band und arbeitete als DJ. Irgendwann fand ich Gefallen am Musikmachen und griff zur Gitarre. Ian, Mark und ich kennen uns seit wir denken k\u00f6nnen. Wir trafen uns 1995 und beschlossen, eine Band zu gr\u00fcnden. Erst durch die Erfahrungen innerhalb der Band lernten wir mit den Instrumenten umzugehen und die Technik und das Wissen, das man braucht, um Songs schreiben zu k\u00f6nnen. Heute ist es so, da\u00df wir alle zu gleichen Teilen am Songwriting beteiligt sind und ein gut funktionierendes Team bilden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie zur H\u00f6lle kamt ihr auf den Bandnamen Beangrowers?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alison:<\/strong><em>(lacht)<\/em>&nbsp;&#8222;Eigentlich war das nicht einmal unsere Idee. Als wir unseren ersten Gig spielen sollten, hatten wir uns noch keinen Namen ausgedacht. Allerdings brauchten wir schnellstm\u00f6glich einen. Eine Freundin dr\u00e4ngte uns dazu, einen Namen zu finden. Sie hatte ein astrologisches Buch zur Hand. Wir hatten ganz fr\u00fcher noch einen weiteren Gitarristen. Laut diesem Buch hatte sein Name etwas mit dem Heranz\u00fcchten von Bohnen zu tun. So kamen wir auf Beangrowers und belie\u00dfen es dabei. Eigentlich lacht jeder dar\u00fcber.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df, es f\u00e4llt immer schwer, doch wie w\u00fcrdest du eure Musik umschreiben?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alison:<\/strong>&nbsp;&#8222;Sie ist auf jeden Fall poppig. Einige Songs sind melancholisch, andere punkig. Wie w\u00e4re es mit Punkpop-SciFi? Uns wurden schon viele unterschiedliche Etikette angehaftet, was uns keineswegs st\u00f6rt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Nun habe ich mir die CD vor dem Interview etwas genauer angesehen und inmitten deiner Danksagungen den Namen Brad Pitt entdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alison:<\/strong>&nbsp;&#8222;Oh je, nein, das war ein Scherz. (lacht) Das war nicht ernst gemeint.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df Alisons Kollegen Ian und Mark sportbegeistert sind, kann man daran erkennen, da\u00df sie einen Song &#8222;Advantage McEnroe&#8220; tauften und einen weiteren &#8222;Maradona&#8220;. John McEnroe ist ihrer Meinung nach der beste Tennisspieler und Maradona der beste Ballzauberer. Ansonsten f\u00e4llt im Booklet auf, da\u00df lediglich Textfragmente abgedruckt sind?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alison:<\/strong>\u00a0&#8222;In den meisten F\u00e4llen wollte ich einfach nicht den kompletten Text abdrucken. Sie sind nicht alle leicht nachzuvollziehen und insofern entschied ich mich f\u00fcr die entscheidenden Stellen. Jeder kann sich den Rest denken. Sowieso kannst du sagen, da\u00df wir nicht unbedingt absolut Wichtiges zu erz\u00e4hlen haben. Die Texte stehen nicht im Vordergrund.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Popbohnen von der Insel Auf Malta ist es immer sch\u00f6n warm, kein Wunder, da\u00df dort keine allzu d\u00fcstere Musik entstehen kann. \u00dcberhaupt, kennt ihr Bands aus Malta? Ich nicht, zumindest bis vor einigen Wochen nicht. Jetzt aber kenne ich die Beangrowers. Das Trio aus St. Julian hat sich 1995 f\u00fcr die Musik entschieden und seitdem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[12],"tags":[3905,1078,3906],"class_list":["post-31261","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik","tag-beangrowers","tag-interview","tag-malta"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Kai Florian Becker","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/kaiflorian\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31261","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31261"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31261\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31261"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31261"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31261"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}