{"id":31341,"date":"2000-06-22T11:11:00","date_gmt":"2000-06-22T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31341"},"modified":"2022-07-18T04:24:26","modified_gmt":"2022-07-18T02:24:26","slug":"happy-revolvers-suicide-nation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/06\/happy-revolvers-suicide-nation\/","title":{"rendered":"Happy Revolvers: Suicide Nation"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Leben ist ja bekanntlich ein Kampf zwischen Ying und Yang: das ewige Hin und Her. Wenn man sein Wohlgef\u00fchl, seine Lebensbedeutung nicht in dem einen Bereich findet, muss man in dem anderen Gebiet suchen.<br \/>F\u00fcr die meisten M\u00e4nner sind diese Bereiche Cars and Girls, aber f\u00fcr einen nicht-autofahrenden Schw\u00e4chling wie mich sind sie klar Sport und Musik. Oder genauer gesagt: Fu\u00dfball und Punk-Rock.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nachdem Bayer 04 Leverkusen &#8211; es tut mir immer noch weh, die W\u00f6rter zu schreiben &#8211; mir die gr\u00f6sste Entt\u00e4uschung meines Lebens am 20. Mai abgeliefert hat, war es ein \u00dcberlebenskampf gegen den Alkohol bis zum 30. Mai, als die D\u00fcsseldorfer Happy Revolvers und die New Yorker Libertine im Hellmut spielten. Das einzige, worauf ich mich freuen konnte, und besonders die D\u00fcsseldorfer haben in der Tat mein Leben gerettet. Libertine waren auch sehr fein, ohne Zweifel, und ihre aktuelle LP &#8222;See You in the Next Life&#8220; (Radio Blast) ist durchaus zu empfehlen, wof\u00fcr ich hoffentlich in einer getrennten Kritik Zeit finden werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Happy Revolvers waren das Richtige f\u00fcr mich, obwohl sie in erster Linie nicht mit ihrem B\u00fchnenprogramm \u00fcberzeugt haben, das S\u00e4nger\/Gittarist Uwe Umbruch (der zusammen mit dem Revolvers Schlagzeuger Stefan Usenburger lange Zeit auch bei den Public Toys aktiv war) im nachhinein als &#8222;Pflichtprogramm&#8220; beschrieben hat (und das ist nachzuvollziehen, da h\u00f6chstens 25 Zuschauer dabei waren). Sie waren jedenfalls mit Glam-Kostumen, Schminke und New York Dolls-m\u00e4\u00dfigen Riffs so unterhaltsam, dass ich ihre Platte beim Konzert kaufte und dann am n\u00e4chsten Tag bemerkte: es handelt sich hier um einer der besten Bands, die man sich w\u00fcnschen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt jede Menge Bands, die in den letzen 25 Jahren die Dolls mehr oder weniger nachgemacht haben, und manche davon &#8211; Guns N&#8217;Roses und eventuell auch Hanoi Rocks &#8211; haben dabei ordentlich Kohle verdient. Und die Happy Revolvers sind mit Abstand die Besten, die ich kenne (alternative Vorschl\u00e4ge sind nat\u00fcrlich willkommen: mike@hinternet.de). Vor allem weil die Revolvers mit ihrem englischen Text zwei (oder mehr) Schritte weiter gehen: &#8222;Suicide Nation&#8220; ist klar kein Konzept-Album, es geht allerdings ununterbrochen um hoffnungslose Selbstzerst\u00f6rung, so dass sofort ein Bitter-S\u00fcss-Kontrast etabliert ist. So viel Spa\u00df ihre eing\u00e4ngigen Old-School Punklieder machen, fast alle mit leckeren Leadgitarre Melodielinien, ihre Texte stellen ern\u00fcchternde Klapse ins Gesicht dar. Klischees vielleicht, aber mit Ausnahme von &#8222;Sluts from Hell&#8220; keine Rock-Star Klischees. Vielmehr Alltagsleben-Klischees, wie in &#8222;Do You Wanna Live?&#8220;, sagen wir es so.<\/p>\n\n\n\n<p>Okay, es kann sein, da\u00df ich Klischees zu viel Bedeutung schenke, wenn es um Musik geht. Aber daf\u00fcr lebe ich-wie schon oben gesagt. Und ich lebe noch, dank den Revolvers und dieser Platte.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Happy Revolvers: Suicide Nation (LP)<br \/>(People Like You Records)<br \/><a href=\"http:\/\/www.peoplelikeyou.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.peoplelikeyou.de<\/a><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben ist ja bekanntlich ein Kampf zwischen Ying und Yang: das ewige Hin und Her. 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