{"id":31477,"date":"2000-01-23T11:11:00","date_gmt":"2000-01-23T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31477"},"modified":"2022-07-11T22:48:33","modified_gmt":"2022-07-11T20:48:33","slug":"tom-jones-reload","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2000\/01\/tom-jones-reload\/","title":{"rendered":"Tom Jones: Reload"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Vergehen ist h\u00f6chst verwerflich: klaut einfach gute Songs, sucht sich First-Class-Perform-Partner und l\u00e4sst auch noch perfekt produzieren. Aber das Resultat ist klasse!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Jaja, der Tiger. Weltmeister im Spagat. Muttis wie Marge Simpson schmelzen immer noch f\u00fcr den Crooner dahin. Und gleichzeitig macht er sich mit solch hippen Co.\u00b4s wie den Cardigans oder Portishead Jugend-compatibel. Hat ja seinerzeit schon mit Art of Noise geklappt, aber das wirkte nicht so kalkuliert. Sei\u00b4s drum. Sogar mein fast noch minderj\u00e4hriger, mittlerweile zum Drum\u00b4n\u00b4Basser gereifter Bruder schw\u00f6rt auf &#8222;Burning down the house&#8220;. Genial. Wen der Waliser nicht an den Haaren ins Studio schleifen konnte, hat er auf diese Weise (via Cover-Versionen) trotzdem noch mit auf dem Album. Also, ich wei\u00df nicht, ob er\u00b4s versucht hat. Aber die Talking Heads, Iggy Pop und Lenny Kravitz machen sich immer gut. Die Cr\u00e8me de la cr\u00e8me der Coolness. Mutig, auch Robbie Williams und Natalie Imbruglia dazuzunehmen. Mit ins Studio, mein ich. Van Morrison, Simply Red, Zucchero, naja. Was f\u00fcr die Mid-Age-H\u00f6rer. W\u00e4hrend sich Leute wie ich \u00fcber Catatonia-S\u00e4ngerin Cerys Matthews freuen. Auch ne Waliserin. Und dann noch die Stereophonics, die Barenaked Ladies und Mix-Star Mousse T. &#8211; eigentlich ein h\u00fcbsches Bekenntnis zum musikalischen Nachwuchs.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als ein Dutzend unterschiedlicher Partner, fast ebensoviel verschiedene Produzenten &#8211; eigentlich ein kleines Wunder, dass am Ende ein solch homogenes Opus \u00b4rausgekommen ist. Der gemeinsame Nenner hei\u00dft aber nicht etwa Tom Jones, sondern: &#8222;fett&#8220;! Hier wurde geklotzt, nicht gekleckert. Meist jedenfalls, mit Van Morrison eher weniger, doch wen wundert\u00b4s. Ansonsten aber flutet aus den Boxen eine \u00fcppige Wall of Sound, gern auch mit Bl\u00e4sern und wuschiger Hammondorgel und meist unter Einsatz modernster Club-Elektronik. Very smoothy und &#8211; allerh\u00f6chster Glam-Faktor!<\/p>\n\n\n\n<p>Fett und \u00fcppig kommen sie alle (bis auf Van Morrison, den gilt es einfach von allen vorangehenden und folgenden Ausf\u00fchrungen auszunehmen), selbst die &#8222;Rocker&#8220;: Takes mit Chrissie Hynde, Robbie Williams, Simply Red, den Barenaked Ladies und Zucchero. Gegen knackige Stromgitarren hegt Jones erfreulich wenig Ber\u00fchrungs\u00e4ngste. Mit Catatonia-Cerys klingt\u00b4s dagegen mehr nach Broadway, mit Portishead wird\u00b4s gar ein bi\u00dfchen jazzy.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, generell gilt: wo der Tiger hinhaut, w\u00e4chst kein Gras mehr, bleibt kein Auge trocken. Mit dem Gro\u00dfteil der CD k\u00f6nnte er 1 zu 1 in Las Vegas auftreten. Ein Ph\u00e4nomen! Bombastisch, cool und spannungsgeladen. Die N\u00e4he zum Mainstream sei ihm verziehen. Denn dort findet sich nur selten solch &#8222;catchy&#8220; gestylte Musik. Die man auch leicht h\u00e4tte \u00fcberproduzieren k\u00f6nnen. Davon hier keine Spur! Und so werden all die Phil Collins- und Mariah Carey-Cretins, \u00e4h, -Fans, auch keinen Spa\u00df dran haben. Uff!<\/p>\n\n\n\n<p>Licht aus, Spot an, Show Streppe raus und Achtung im Orchestergraben: DER TIGER!!!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Vergehen ist h\u00f6chst verwerflich: klaut einfach gute Songs, sucht sich First-Class-Perform-Partner und l\u00e4sst auch noch perfekt produzieren. 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