{"id":31487,"date":"1997-08-31T11:11:00","date_gmt":"1997-08-31T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31487"},"modified":"2022-07-17T21:23:13","modified_gmt":"2022-07-17T19:23:13","slug":"kaleef-53rd-state-of-mind-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1997\/08\/kaleef-53rd-state-of-mind-2\/","title":{"rendered":"Kaleef: 53rd State of Mind"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Golden Brown&#8220; beschert den Stranglers 1982 ein wohlverdientes St\u00fcck vom Big-business-Kuchen. Eine grossartige Band tut das Unerwartete und bringt einen vertr\u00e4umten Popsong mit subtil-ironischem Text heraus. Die Stranglers werden zum Hausnamen f\u00fcr unz\u00e4hlige Dumpfbacken-DJs, die ansonsten lieber Stock-Aitken-Waterman-Zeugs in Serie abnudeln.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Als Kaleef 15 Jahre sp\u00e4ter ihre Version von &#8222;Golden Brown&#8220; auf den Markt bringen, gibt es keine \u00dcberraschungen. Die Recycle-Welle war und ist in vollem Gange, und Leichenfledderei wurde schon weitaus intelligenter betrieben. &#8222;You&#8217;re talking nonsense&#8220;, die Anfangszeile der Kaleef-Version, trifft die Sache ziemlich gut. Einen weiteren pseudo-motivierten Rap \u00fcber b\u00f6se Drogen und fiese Dealer, wer braucht das?<\/p>\n\n\n\n<p>Allerh\u00f6chstens Pete Waterman, ja, genau der, mittlerweile Studiobesitzer in Manchester und Produzent von Kaleef. Er spendierte der Band v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssigerweise einen Album-Deal (unter dem Namen Kaliphz hatte sie f\u00fcr London Records bereits einen satten Flop vorgelegt), und an dieser Scheibe \u00fcberrascht nur, mit welcher Unverfrorenheit Kaleef an allen Ecken und Enden abkupfern.<\/p>\n\n\n\n<p>Von 16 Songs basieren 7 auf den Ideen anderer Leute, angefangen beim Titeltrack &#8222;53rd state of mind&#8220;. Der lebt vom Basslauf des Police-Hits &#8222;Walking on the moon&#8220; und dem West-Side-Story-Motto &#8222;I wanna be in America&#8220;. Irgendwann f\u00e4llt mir auch noch der Refrain des The-The-Songs &#8222;Heartland&#8220; ein, in dem sich Matt Johnson mit dem Thema England als Satellit der USA (&#8222;This is the 51st state of the U.S.A.&#8220;) in einer Form auseinandersetzt, von der Kaleef nicht mal tr\u00e4umen k\u00f6nnen. Die gerapte Kritik am Big Brother wird aufs sch\u00f6nste widerlegt durch eine Coverversion von Petula Clarks &#8222;Downtown&#8220;, bei der die Lady im Bunde die dr\u00f6gen Raps mit einer lieblichen Portion Soul vers\u00fc\u00dft. Tr\u00f6stet leider nicht \u00fcber den braven, glattgeb\u00fcgelten Sound und die ewig gleichen Basslines hinweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Lichtblick in puncto Sound ist &#8222;Trials of life&#8220;, doch das Lob geht an die Pretenders als Komponisten von &#8222;Brass in Pocket&#8220;, auf dem das Kaleef-Teil basiert. Sollte Chrissie Hynde jemals den d\u00fcmmlichen Text h\u00f6ren, wird sie wohl mit Recht ein paar Tofu-B\u00e4llchen in Richtung Kaleef abfeuern.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Idee, von dieser Band in naher oder ferner Zukunft etwas zu covern, d\u00fcrfte jedenfalls niemand kommen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Kaleef: 53rd State of Mind<br \/>(Unity\/Rough Trade)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Golden Brown&#8220; beschert den Stranglers 1982 ein wohlverdientes St\u00fcck vom Big-business-Kuchen. Eine grossartige Band tut das Unerwartete und bringt einen vertr\u00e4umten Popsong mit subtil-ironischem Text heraus. 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