{"id":31565,"date":"2002-02-03T11:11:00","date_gmt":"2002-02-03T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31565"},"modified":"2022-07-11T23:53:03","modified_gmt":"2022-07-11T21:53:03","slug":"kungfu-kungfu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2002\/02\/kungfu-kungfu\/","title":{"rendered":"Kungfu: Kungfu"},"content":{"rendered":"\n<p>Junge, zu sp\u00e4t geborene Metaller, deren Ohren zu zart f\u00fcr Hardcore und \u00c4hnliches sind, werden Kungfu einfach lieben. Zumal, wenn sie ein Faible f\u00fcr ausdrucksvolle, pathetische deutsche Texte haben, die ihren Weg zwischen Deklamations-Lyrik und Rap suchen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wer \u00e4lter als 27 ist und &#8222;klassische&#8220; Metal-Platten im Schrank stehen hat, wird eher jovial g\u00e4hnen. Breiige, hochgetunte, \u00fcberproduzierte Midtempo-Gitarrenw\u00e4nde &#8211; das ist was f\u00fcr Weicheier und MTV-Gucker, denken sich solche H\u00f6rer. Sperrige Funk-Rhythmen mit ausgekl\u00fcgelten Drum-Partien und \u00fcberartikulierte, aggressiv ausgespuckte Texte kennen sie schon seit Anfang der 90er-Jahre. Aber damals klangen diese noch roh und ungeschliffen und nach den S\u00fcmpfen der Live-Keller.<\/p>\n\n\n\n<p>Kungfu mischen dagegen nur Altbekanntes zu einer alten Suppe. Dabei klingt ihr Epik-Rock hochambitioniert. Er zwingt dem H\u00f6rer visuelle Bilder praktisch auf, so kontrastreich, agil und kommunikationsw\u00fctig ist die Bauart ihrer Songs. Als Soundtrack eines Rock-Musicals oder jugendlicher Agit-Pop-St\u00fccke \u00e0 la Grips-Theater w\u00e4re das Album sicher ein Riesenerfolg.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch als simples Rockalbum ist &#8222;Kungfu&#8220; unanst\u00e4ndig pomp\u00f6s und uninspiriert. Am schwersten aber wiegt die aufgemotzte HiFi-Produktion &#8211; ein Studio-Album im schlimmsten Sinne des Wortes, mit massenweise \u00fcbereinandergelegten Spuren und allen technischen Schikanen, die ein Mischpult hergibt. Live werden Kungfu wesentlich ertr\u00e4glicher sein. Aber auf &#8222;Konserve&#8220; \u00fcberlagert das Kalk\u00fcl die Leidenschaft.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Kungfu: Kungfu<br \/>(Island 586 487-2)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Junge, zu sp\u00e4t geborene Metaller, deren Ohren zu zart f\u00fcr Hardcore und \u00c4hnliches sind, werden Kungfu einfach lieben. Zumal, wenn sie ein Faible f\u00fcr ausdrucksvolle, pathetische deutsche Texte haben, die ihren Weg zwischen Deklamations-Lyrik und Rap suchen.<\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-31565","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Katja Preissner","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/kp-2\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31565"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31565\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31565"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31565"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}