{"id":31576,"date":"1998-09-28T11:11:00","date_gmt":"1998-09-28T09:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=31576"},"modified":"2022-07-17T03:15:54","modified_gmt":"2022-07-17T01:15:54","slug":"gonzalo-martinez-and-his-thinking-congas-s-t","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1998\/09\/gonzalo-martinez-and-his-thinking-congas-s-t\/","title":{"rendered":"Gonzalo Martinez and his Thinking Congas: s\/t"},"content":{"rendered":"\n<p>Als ich unl\u00e4ngst \u00fcber ein Defizit an Latino-Kl\u00e4ngen auf dem hiesigen Musikmarkt jammerte, dachte ich dabei weniger an Musik wie diese: Easy Listening aus lateinamerikanischen Billiglohnl\u00e4ndern. Auch die Keyboarder-Gewerkschaften, ohnehin durch den Schwund an zahlenden Mitgliedern in die Krise geraten, klagen an. Aber nun gut. Kennt noch jemand die kleinen Spielzeug-Synthie-Computer mit den blinkenden Farbfeldern, wo man entweder vorgeblinkte Melodien nachspielen mu\u00dfte oder selbst welche eingeben konnte? Do-it-yourself-Casios und -Moogs, die offenbar heute noch Gonzalo Martinez und seinen denkenden Congas gute Dienste leisten. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ob es sich bei der vorliegenden Produktion um einen Fall von unfreiwilliger Komik handelt, ist in letzter Konsequenz nicht zu entscheiden, aber Tatsache ist: diese CD macht Laune! Ich mache keinen Hehl aus meinem Faible f\u00fcr wirklich gute oder wirklich schlechte Musik, nur wenn\u00b4s langweilig wird, schalt ich ab. Mit sogenannter &#8222;Fahrstuhlmusik&#8220; liegt man bei mir jedenfalls immer richtig: je primitiver, desto besser. Diese hier klingt, als h\u00e4tten sich die jungen Depeche Mode zuviele Margueritas reingesch\u00fcttet: munteres Elektronik-Geblubber zu s\u00fcdl\u00e4ndischen Harmonien und lustig h\u00fcpfenden Beats und Hi Hats &#8211; meist instrumental, aber z. T. auch mit sangriaschwangeren Vocals freundlicher Senores und Senoritas. Latin trash eben.<br \/>Hinter dem Projekt &#8222;Gonzalo Martinez&#8220; verbergen sich \u00fcbrigens Dandy Jack und Jorge Gonzales, ersterer &#8211; laut Label-Info &#8211; &#8222;Deutsch-Chilene&#8220;, letzerer &#8211; laut Label-Info &#8211; &#8222;Chilenisch-Deutscher&#8220;. Auch bei \u00dcbersetzungen hilft der Waschzettel weiter: &#8222;La cumbia triste&#8220; hei\u00dft nichts anderes als &#8222;The sad cumbia&#8220;! Aaaah ja! Erst dachte ich, &#8222;Cumbia&#8220; w\u00e4r ein Insekt (so wie &#8222;La cucaracha&#8220;, die Kakerlake), aber nichts da: Cumbia ist columbianische Folklore mit afrikanischen, indianischen und europ\u00e4ischen Elementen. Und Gonzalo Martinez haben sich lediglich ihre Lieblings-Cumbia-Klassiker aus den 50ern und 60ern gegriffen und verpopt, mitgeholfen haben dabei die Kollegen von Pink Elln, Senor Coconut, Atom Heart und Argenis Brito. Aufgenommen wurde das ganze in Santiago de Chile. Die Single-Auskopplung &#8222;La pollera colora&#8220; (engl. &#8222;The red skirt&#8220;) ist mit zahlreichen Remixes erh\u00e4ltlich &#8211; doch nichts kommt so gut wie das pure Original, unbelastet von zeitgem\u00e4\u00dfen Techno-Spielereien &#8211; und das findet man nur auf dem Longplay. H\u00f6ren und Freuen!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Gonzalo Martinez and his Thinking Congas<br \/>(Multicolor\/Rough Trade)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich unl\u00e4ngst \u00fcber ein Defizit an Latino-Kl\u00e4ngen auf dem hiesigen Musikmarkt jammerte, dachte ich dabei weniger an Musik wie diese: Easy Listening aus lateinamerikanischen Billiglohnl\u00e4ndern. 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